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Anlage 4 - Begründung Obergrabenpresse

                                    
                                        Anlage 4

DIE LINKE.
im Stadtbezirksbeirat Altstadt
Rica Gottwald
Esther Ludwig
Marco Dziallas
Ina Polreich
Sven Houska
Telefon
0170-6518557
E-Mail esther.ludwig@dielinke-dresden.de
Web
www.linke-fraktion-dresden.de

Datum: 13.12.2019

Gegenstand:
Namensvorschlag für eine neu zu benennende Straße im neuen Wohngebiet Könneritzstraße /
Jahnstraße / Laurinstraße

OBERGRABENPRESSE
Begründung:
In unmittelbarer Nähe des neuen Wohngebietes, in der Ritzenbergstraße 5, befand sich von
1982 bis 1997 die sog. Obergrabenpresse. Benannt war die selbstverwaltete Mischung aus
Druckwerkstatt, Druckerei, Galerie und Verlag nach ihrem vorherigen Sitz Obergraben 9 in der
Neustadt. Die Begründer Eberhard Gröschel, Peter Hermann, Ralf Winkler (A. R. Penck), Jochen
Lorenz und Bernhard Theilmann kannten sich seit ihrer Kindheit und Jugend. War nicht schon
die Selbstverwaltung an sich ein völlig außergewöhnliches Experiment, so wurde hier 1984 das
wohl erste illegale Werk der DDR verlegt. Auch hatte die Gruppe schon sehr früh die Idee, Grafiken und Gedichte zu kombinieren. Geschickt narrte der enge Freundeskreis staatliche Vorgaben
und drehte den Staatsvertretern lange Nasen und so konnten hier aus deren Unkenntnis heraus
viele Werke auch offiziell mit einer Druckgenehmigungsnummer versehen werden. Nicht nur
wegen der Nichteinhaltung staatlicher Vorgaben standen die Künstler ständig unter der Kontrolle der Staatssicherheit. Die Obergrabenpresse wurde zum Vorbild für Selbstverlage in der DDR
und ebenso zum Impulsgeber für viele DDR-Künstler.
Mit dem Namen „Obergrabenpresse“ hätte man die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe zum
längsten Wirkungsort der Gruppe an wichtige Dresdner Künstler und an die Dresdner Bohème
zu erinnern.