Navigation überspringen

V0193/19

                                    
                                        Landeshauptstadt Dresden
Der Oberbürgermeister

Vorlage Nr.: V0193/19
Datum: 17. März 2020

Vorlage
Beratungsfolge
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
Ältestenrat
Ausschuss für Kultur und Tourismus (Eigenbetrieb Heinrich-SchützKonservatorium)
Ausschuss für Finanzen
Ausschuss für Allgemeine Verwaltung,
Ordnung und Sicherheit (Eigenbetrieb ITDienstleistungen)
Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften
Ausschuss für Bildung (Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen)
Integrations- und Ausländerbeirat
Ausschuss für Kultur und Tourismus (Eigenbetrieb Heinrich-SchützKonservatorium)
Stadtrat

Plandatum
10.03.2020
16.03.2020
31.03.2020

nicht öffentlich
nicht öffentlich
nicht öffentlich

beratend
beratend
1. Lesung
(federführend)

06.04.2020
27.04.2020

nicht öffentlich
nicht öffentlich

beratend
beratend

29.04.2020

nicht öffentlich

beratend

05.05.2020

nicht öffentlich

beratend

24.06.2020
30.06.2020

öffentlich
nicht öffentlich

beratend
beratend
(federführend)

16.07.2020

öffentlich

beschließend

Zuständig: GB Kultur und Tourismus

Gegenstand:
Fortführung von Projekten und Strategien aus der Bewerbung "Kulturhauptstadt Europas 2025"
Beschlussvorschlag:
1. Der Stadtrat nimmt den Bericht der europäischen Jury des Programms „Kulturhauptstadt
Europas“ für 2025 für die deutschen Bewerberstädte zur Kenntnis und beauftragt den Oberbürgermeister, Empfehlungen für die weitere Entwicklung der Landeshauptstadt Dresden in
zukünftige Fachplanungen aufzunehmen.
...

2/12
2. Der Stadtrat dankt allen Bürgerinnen und Bürgern, Institutionen und Unternehmen, die sich
in die Bewerbung der Landeshauptstadt Dresden als Kulturhauptstadt Europas 2025 eingebracht haben.
3. Der Stadtrat beauftragt den Oberbürgermeister, die Stadt Chemnitz im weiteren Verfahren
als Kulturhauptstadt Europas 2025 kooperierend im Rahmen kultureller Projekte zu unterstützen.
4. Der Stadtrat beschließt, folgende Themenfelder und Zielstellungen aus der Bewerbung fortführend zu berücksichtigen und mit Maßnahmen zu untersetzen:
4.1. Kultur des Miteinanders
- Stärkung der kulturellen und sozialen Teilhabe durch den Ausbau der Stadtbezirksförderung für bürgerschaftliche und kulturelle Vorhaben
- strukturelle und inhaltliche Entwicklung von Kultur- und Nachbarschaftszentren entsprechend einer dem Stadtrat vorzulegenden Bedarfsanalyse sowie auf der Grundlage
bereits gefasster Beschlüsse des Stadtrates
- Entwicklung einer Beschlussvorlage für die Nachnutzung des ehemaligen Theatergebäudes tjg. in Cotta als „Musikwirtschafts-Kultur-Zentrum“
- Vorlage eines neuen „Konzeptes Kulturelle Bildung“ für die Landeshauptstadt Dresden
- Fortführung erfolgreicher Modellprojekte und neuer kultureller Formate im öffentlichen
Stadtraum
- Überführung zukunftsfähiger Projekte aus den „Mikroprojekten 10 x 2025 Euro“, „Orte
des Miteinanders“ und „Plattform“ 2019 in nachhaltige Strukturen und Verknüpfung mit
dem Bürgerbeteiligungsformat „Zukunftsstadt“
4.2. Nachhaltigkeit
- Durchführung eines Fachtages „Nachhaltigkeit im Kulturbetrieb“ und Entwicklung einer
Nachhaltigkeitsstrategie für lokalen Kultursektor auf Basis der „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen in Zusammenarbeit mit dem Projekt Zukunftsstadt
und in Abstimmung mit den Klimaschutzzielen der Landeshauptstadt Dresden
- Weiterentwicklung der Förderrichtlinie Kommunale Kulturförderung: Umsetzung der
Strategie „Fair in Dresden“ und Synchronisierung mit Stadtbezirksförderung
4.3. Partizipation & Inklusion
- Entwicklung und Fortsetzung von Bürgerbeteiligungsformaten für die Entwicklung der
kulturellen Infrastruktur
- Durchführung von Bürgerbeteiligungsformaten im Rahmen der Beschlussfassung des
Kulturentwicklungsplanes 2020 durch den Stadtrat
- Fortführung und Entwicklung beispielhafter künstlerischer Formate zur Stärkung der
kulturellen Teilhabe breiter Bevölkerungskreise durch die Kultureinrichtungen in Trägerschaft der Stadt Dresden wie z.B. die „Zukunftskonferenz“ und die Theaterakademie des
tjg. theater junge generation, der Bürgerchor der Dresdner Philharmonie, die „Klingende Stadt“ der Dresdner Musikfestspiele und die Verleihung des Förderpreises für Laienchöre

...

3/12
-

-

Entwicklung eines Beteiligungskonzeptes für Kinder und Jugendliche in der Kultur unter
Einbeziehung des bisherigen Jugendkuratoriums und in Zusammenarbeit mit der Kinderund Jugendbeauftragten der Landeshauptstadt Dresden sowie dem Kinder- und Jugendbüro
Ansiedlung eines Interkulturellen Zentrums im Kraftwerk Mitte
Durchführung eines bundesweiten Kongresses „Die deutsche Einheit als interkulturelles
Labor“ im November 2020

4.4. Erinnerungskultur
- Etablierung einer Arbeitsgruppe / Lenkungsgruppe „Erinnerungskultur als Gedächtnis
der Stadt“ im Geschäftsbereich Kultur und Tourismus mit Vereinen und Institutionen
aus der Stadt Dresden zur Koordinierung der Initiativen und Ausbau des zivilgesellschaftlichen Engagements sowie der Stärkung der Vermittlungsarbeit zu herausragenden historischen Ereignissen in der Geschichte Dresdens und Europas
4.5. Vernetzung und Kooperation
- Ausbau und Vertiefung von Stadt-Umland-Kooperationen
- Ausbau struktureller und künstlerischer Kooperationen im Kulturbereich zwischen dem
urbanen Kulturraum Landeshauptstadt Dresden und den angrenzenden ländlichen Kulturräumen sowie in der Euroregion Elbe-Labe
- Verstetigung von vernetzenden Initiativen Dresdner Kulturschaffenden und Institutionen wie #WOD – Weltoffenes Dresden

-

Entwicklung der ehemaligen Robotron-Kantine in Zusammenarbeit mit dem Projekt Zukunftsstadt zu einem inter- und transdisziplinären Ort für das Kunsthaus Dresden –
Städtische Galerie für Gegenwartskunst und die Initiative Open Future Lab

4.6. Kunst- und Kulturstadt in Europa
- Initiierung von Kunst- und Kulturprojekten mit international tätigen Kulturschaffenden
im öffentlichen Raum mit gesellschaftlicher europäischer Relevanz
- Erstellung eines Konzeptes, wie die Landeshauptstadt Dresden ihre europäische Relevanz in den nächsten Jahren weiterentwickeln und die Vernetzung mit Partnern und Institutionen aus Europa ausbauen kann
- Stärkung der Internationalisierung der Landeshauptstadt Dresden durch die Zusammenarbeit mit Partnerstädten und Weiterentwicklung des Stipendiaten- und Austauschprogramms innerhalb des Dresdner Kultursektors
- Weiterentwicklung des Dresdner Lyrikpreises mit Partnern aus den europäischen Nachbarländern
- Unterstützung des Vereins Bürgerschaft Hellerau e. V. bei der Bewerbung für einen UNESCO-Weltkulturerbestatus für die Gartenstadt und das Festspielareal Hellerau

...

4/12
bereits gefasste Beschlüsse:
V1845/17 Entwicklungs- und Nutzungskonzept des Stadtteilhauses Johannstadt im Rahmen des
Fördergebietes Dresden Nördliche Johannstadt
V2179/18 Nutzungskonzept und Betreibung Gamigstraße 26 "Bürgerhaus Prohlis"
V2473/18 Umbau und Modernisierung Kulturzentrum Scheune
V2524/18 Richtlinie der Landeshauptstadt Dresden über die Gewährung von Zuwendungen für
stadtteilbezogene Vorhaben (Stadtbezirksförderrichtlinie)
V2655/18 Fachinformation zur Weiterentwicklung der Kommunalen Kulturförderung bis zum
Jahr 2025 - Infovorlage
A0450/18 Kultur- und Nachbarschaftszentren vor Ort
V2160/18 Satzung zur Änderung der Hauptsatzung
V3073/19 Bewerbung Europäische Kulturhauptstadt 2025
V3019/19 Erwerb der ehemaligen Robotronkantine sowie Abschluss eines Letter of Intent zum
Zwecke der Umsetzung des Vorhabens Lingnerstadt als Leitprojekt im Rahmen der „Bewerbung
der Landeshauptstadt Dresden als Kulturhauptstadt Europas 2025"
V3179/19 Information zum Ausbau des Kraftwerkes Mitte als Standort für Kunst, Kultur und
Kreativwirtschaft im Schwerpunkt Film und Medien - Infovorlage
aufzuhebende Beschlüsse:

Finanzielle Auswirkungen/Deckungsnachweis:
Investiv:
Teilfinanzhaushalt/-rechnung:
Projekt/PSP-Element:
Kostenart:
Investitionszeitraum/-jahr:
Einmalige Einzahlungen/Jahr:
Einmalige Auszahlungen/Jahr:
Laufende Einzahlungen/jährlich:
Laufende Auszahlungen/jährlich:
Folgekosten gem. § 12 SächsKomHVO (einschließlich Abschreibungen):
Konsumtiv:
Teilergebnishaushalt/-rechnung:
Produkt:
Kostenart:
Einmaliger Ertrag/Jahr:
Einmaliger Aufwand/Jahr:
Laufender Ertrag/jährlich:
Laufender Aufwand/jährlich:
Außerordentlicher Ertrag/Jahr:
Außerordentlicher Aufwand/Jahr:
Deckungsnachweis:
PSP-Element:
...

5/12
Kostenart:
Werte der Anlagenbuchhaltung:
Buchwert:
Verkehrswert:
Bemerkungen:

Begründung:
Am 12. Dezember 2019 hat eine durch die EU eingesetzte internationale Jury des Auswahlverfahrens zur Vergabe des Titels „Kulturhauptstadt Europas 2025“ die Entscheidung getroffen, die
Bewerbung der Landeshauptstadt Dresden nicht in die nationale Endauswahlrunde („final selection phase“) weiterzuleiten. Die Bewerbung Dresdens ist damit aus dem Wettbewerb ausgeschieden.
zu Beschlusspunkt 1 und 2
Der Bericht der europäischen Jury zur den in Vorauswahlphase vertretenen Kandidatenstädten
wurde im Januar 2020 veröffentlicht, er wird dieser Vorlage zur Kenntnisnahme durch den
Stadtrat beigegeben. Die Leitung der Kulturhauptstadtbewerbung Dresden 2025 (Kurator, Beigeordnete für Kultur und Tourismus und Leiter Kulturhauptstadtbüro) haben eine erste Analyse
dieses Berichtes im Ausschuss für Kultur und Tourismus, im Kuratorium Dresden 2025 und in
einer Veranstaltung mit den Kultureinrichtungen und Vereinen im Februar 2020 vorgenommen.
Eine schriftliche Abschlussdokumentation der Bewerbung und eine schriftliche Auswertung des
Juryberichts plant das Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025, bis September dieses Jahres vorzulegen.
Die Konzeption und Vorbereitung der 2019 eingereichten Bewerbungsunterlage um den Titel
„Kulturhauptstadt Europas“ („Bid Book“) begann 2016. Die Landeshauptstadt Dresden hat seitdem ca. 1,8 Millionen Euro in den Bewerbungsprozess investiert. Der Bewerbungsprozess zeichnete sich durch einen hohen Grad der Mitwirkung unterschiedlicher Institutionen, gesellschaftlicher Gruppen und Akteure sowie eine starke politische Unterstützung aus. Das bezeugt einen
starken Willen zur kulturellen Entwicklung für die Stadt. Im Laufe der Bewerbung wurden Themenschwerpunkte sowie konkrete Projektvorschläge ausgearbeitet, die sowohl aktuelle gesellschaftliche Themen und Herausforderungen als auch zukunftsweisende Entwicklungsstrategien
für die Stadt aufgreifen. Ein erstrebenswertes Ziel ist es, die o.g. Themenfelder und Zielstellungen aus der Bewerbung zu berücksichtigen sowie die zum Teil bereits angelaufenen Maßnahmen zu verstetigen. Dies erfolgt u.a. durch die Einarbeitung in strategische Planungen und
Fachkonzepte der Landeshauptstadt, darunter beispielsweise das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) und die Fortschreibungen des Kulturentwicklungsplans (KEP) oder des
Integrationskonzeptes. Die seit der Juryentscheidung in den o. g. Gremien geführten Analysen
und Diskussion lassen erkennen, dass es hierfür einen breiteren Konsens gibt.
Das Ende der Kulturhauptstadtbewerbung ist zugleich ein Anlass, allen Bürgerinnen und Bürgern
sowie Institutionen, die sich in Zusammenarbeit mit der Verwaltung für die Bewerbung engagiert haben, zu danken. Der Dank richtet sich insbesondere an die Mitglieder des Fördervereins
und des Kuratoriums, die beteiligten Menschen in Programmen wie „Orte des Miteinanders“,
...

6/12
„2025 Euro für 2025“ und „Plattformen“, das „Netzwerk Kultur“, die im Rahmen der Bewerbung
engagierten Kultureinrichtungen des Bundes, des Freistaates und der Landeshauptstadt und
private wie öffentliche Unternehmen, welche die Bewerbung unterstützt und gefördert haben.
zu Beschlusspunkt 3
Die Stadt Chemnitz hat als einzige der drei sächsischen Bewerberstädte die nationale Endauswahlphase des Wettbewerbs „Kulturhauptstadt Europas 2025“ erreicht. Die Staatsregierung hat
im Januar 2020 angekündigt, Chemnitz in dieser Phase besonders finanziell zu unterstützen,
gleichzeitig aber auch den Wunsch an die Städte Chemnitz, Dresden und Zittau erneuert, im
Rahmen der Bewerbung miteinander zu kooperieren. Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kunst und Tourismus stellt den beiden ausgeschiedenen Städten unter anderem für
diese Zwecke im Jahr 2020 jeweils 200.000 Euro Fördermittel zur Verfügung.
Das Kuratorium der Kulturhauptstadtbewerbung Dresden 2025 hat sich in seiner abschließenden Sitzung im Februar 2020 ebenfalls für eine zukünftige Kooperation mit dem Kulturhauptstadtbüro Chemnitz ausgesprochen. In Abstimmung mit den Kulturhauptstadtbüros von Chemnitz und Zittau gilt es nun, konkrete Vorhaben, welche den Entwicklungsplanungen der Städte
gleichermaßen entsprechen, zu identifizieren, zu beschreiben und mit Hilfe der genannten Mittel umzusetzen.
zu Beschlusspunkt 4
Die Vorbereitung und Ausarbeitung der Bewerbung erfolgte in einem breiten Beteiligungsprozess auf Basis der Stadtratsbeschlüsse seit 2014 (A0869/14, A0873/14, V0924/16, A0360/17,
V3073/19). Mit Beschluss zu V3073/19 hat der Stadtrat wesentliche Teile des eingereichten Bewerbungsbuches („Bid Book“) einstimmig gebilligt. Die engagierte Mitwirkung unterschiedlicher
Kulturinstitutionen und gesellschaftlicher Initiativen sowie die starke politische Unterstützung
des Bewerbungsprozesses bieten den Anlass für eine Debatte und Beschlussfassung, welche
Projekte und Strategien der Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ fortgeführt werden können.
Einzelne Projekte und Strategien sind als Vorschlag in Beschlusspunkt 4 benannt und werden im
Folgenden im Einzelnen begründet. Die Auswahl erfolgte im Abgleich mit strategischen Zielsetzungen u. a. aus dem Kulturentwicklungsplan der Landeshauptstadt Dresden (Entwurf 2020),
dem „Konzept kulturelle Bildung“ des Geschäftsbereichs Kultur und Tourismus (Entwurf 2020),
dem Konzept zur Weiterentwicklung der Kommunalen Kulturförderung „Fair in Dresden“ (Informationsvorlage V2655/18) und dem SR-Beschluss zu A0450/18 „Kultur- und Nachbarschaftszentren vor Ort“. Die in den nachfolgenden Einzelbegründungen benannten Ressourcen basieren u. a. auf bereits gefassten Stadtratsbeschlüssen sowie Ermittlungen und Einschätzungen, die
im Zuge der Erstellung der Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ vorgenommen wurden.
4.1. Kultur des Miteinanders
Eine Kultur des Miteinanders, der Zukunftsgewandtheit und des Gemeinsinns zu erreichen, war
das erklärte Ziel der Kulturhauptstadtbewerbung Dresden 2025. Dezentrale Vorhaben wie die
flächendeckende Etablierung einer Topografie Dritter Orte (von Stadtteilkulturzentren und öffentlichen Kulturräumen bis 2025 und darüber hinaus) sollte die Teilhabe unterschiedlichster
...

7/12
Gruppen am Leben der Stadtgesellschaft steigern und soziale Exklusion vermindern.
Im Laufe des Bewerbungsprozesses und der Erarbeitung des Kulturentwicklungsplanes wurde
ein starker Bedarf an Orten für kulturelle und bürgerschaftliche Arbeit in Stadtteilen festgestellt.
Mit SR-Beschluss V2160/18 vom 7. Juni 2018 hat der Stadtrat beschlossen, die Verfügungsmittel
der Stadtbezirke von derzeit 10 Euro pro Jahr und Einwohner/-in auf 25 Euro pro Jahr und Einwohner/-in zu erhöhen. Dieser geplante Aufwuchs wurde in der Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas herangezogen, um den partizipativen Programmteil zu finanzieren, indem ein
Anteil des zusätzlich bereitgestellten Stadtbezirksbudgets zukünftig für kulturelle Vorhaben in
den Stadtteilen eingesetzt wird. Es wird vorgeschlagen, an diesem Ziel festzuhalten und die kulturelle Aktivierung vor Ort mit diesen Mitteln weiter voranzutreiben.
Zwecks der Priorisierung des Bedarfs wird derzeit eine Bedarfsanalyse zu Kultur- und Nachbarschaftszentren als Räumlichkeiten, die Vereinen und zivilgesellschaftlichen Initiativen für unterschiedliche kulturelle Zwecke offenstehen sollen, mit stadträumlicher Ausrichtung in den Stadtbezirken und Ortschaften erarbeitet (SR-Beschluss zu A0450/18 vom 6. Juni 2019).
Dezentrale Kultur- und Nachbarschaftszentren sollten die Infrastruktur bilden, in denen die
Stadtbezirksförderung ihre kulturelle Wirkung entfalten kann. Im „Bid Book“ wurden folgende
Investitionen in Kultur- und Nachbarschaftszentren aufgeführt:
•
•
•
•
•

Neubau Stadtteilhaus Johannstadt (Investitionssumme: 5 Mio. EUR)
Sanierung Bürgerhaus Prohlis (Investitionssumme: 2,4 Mio. EUR)
Kulturzentrum Scheune – Umbau und Sanierung sowie Neugestaltung Umfeld und Vorplatz (Investitionssumme: 7 Mio. EUR)
Kunstraum „geh8“ – Umbau und Sanierung (Investitionssumme: 0,6 Mio. EUR)
Musik-Kulturzentrum Cotta – Umnutzung/Umbau ehemaliges tjg. theater junge generation (Investitionssumme: 6 Mio. EUR)

Bis zur Fertigstellung des Bürgerhauses Prohlis soll das Projekt „Zuhause in Prohlis“ unter Federführung der Societätstheater GmbH fortgeführt und finanziell gefördert werden. Mit 40 Performances, entstanden im Sommer 2018 zusammen mit Bürgern und Schauspielern, Puppenspielern an einem Tisch in Prohlis, ist das Format als eins der erfolgreichsten Beispiele für Partizipationsprojekte und Zusammenwirkung zwischen Laien- und Profikultur anzusehen.
Bis auf die Investition in die Umnutzung des ehemaligen tjg. theater junge generation sind die
angegebenen investiven Mittel im Haushalt eingestellt. Hier sollen Räume für öffentliche Musikveranstaltungen und Unternehmen der Musikwirtschaft entstehen. Weitere Räume können in
Kooperation mit städtischen Kultureinrichtungen entwickelt werden, wie derzeit bereits mit den
Städtischen Bibliotheken (Zweigstelle Südvorstadt) oder mit dem Societätstheater Dresden (KIEZ
Prohlis) sowie das DIY -„do it yourself“ im Eisenbahndepot Zwickauer Straße des Verkehrsmuseums Dresden.
Auch kulturelle Bildung bleibt ein Schwerpunkt der kommunalen Kulturentwicklungsplanung.
Auf der Ebene des Freistaates Sachsen existiert mit dem Landeskonzept „Kulturelle Bildung“
mittlerweile seit 2018 eine entsprechende Prioritätensetzung. Mit der Bewerbung um den Titel
„Kulturhauptstadt Europas“ wurden sowohl bereits existierende als auch neue Maßnahmen
beschrieben, die anhand der strategischen Gewichtung in der Landeshauptstadt und im Freistaat weiterverfolgt werden sollten. Dazu zählen u. a.
...

8/12
-

weiterer Ausbau und Betrieb von Schulbibliotheken in Dresden (siehe hierzu ausführlich
Beschluss zu A0424/18 „Schulbibliotheken für Dresden“)

-

Ausbau eines Netzwerks für musikalische Nachwuchsförderung, in Verbindung mit dem
landesweiten Aufbau des Programms „Jedem Kind seine Stimme“ (JEKISS) durch die
neue Staatsregierung
Einzelprojekte „Rollende Musikschule“ (Eigenbetrieb Heinrich-Schütz-Konservatorium)
und „Kinderliteraturfestival“ (Städtische Bibliotheken)
Maßnahmenpaket abgeleitet aus dem kommunalen „Konzept Kulturelle Bildung“ (ab
2020).

-

Für die genannten Themen und Projekte waren in der Bewerbung insgesamt 3,13 Mio. EUR bis
zum Jahr 2025 vorgesehen. Ein Konzept „Kulturelle Bildung“ für die Landeshauptstadt Dresden
wird derzeit durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz erarbeitet und dem Stadtrat 2020
vorgelegt.
Das strategische Ziel der Bewerbung, kulturelle Inhalte, Formen und Formate partizipativ und
aktivierend zu gestalten, ist als ein langfristiges und übertragbares Ziel für die Gesamtentwicklung Dresdens zu verstehen. Ein Anknüpfen an Beteiligungsformate der Kulturhauptstadtbewerbung wie „2025 Euro für 2025“, „Orte des Miteinanders“ und „Plattform“ (z.B. im Projekt „Zukunftsstadt“ und in der Stadtbezirksförderung) sowie die Fortführung der Veranstaltungsformate „Kinokaraoke“ auf dem Neumarkt und „DUDE – Dresden Urban Dance Experience“ in Kooperation mit der Kultur-und Kreativwirtschaft ist daher weiterhin erstrebenswert. Auch die Projekte „KIEZ“ und „Zuhause in Prohlis“, welche das Societätstheater mit dem Quartiersmanagement
Prohlis initiiert hat und in denen im Zuge der Kulturhauptstadtplanungen mittlerweile weiterreichende Kooperationen z. B. mit den Dresdner Sinfonikern und der Theatergruppe „missingdots“
(ehemals Theater La Lune) sowie Theaterschaffenden aus Ljubljana entstanden sind, sollen fortgeführt werden, da sie wichtige Impulse für die kulturelle Aktivierung des Stadtteils liefern.
4.2. Nachhaltigkeit
Die Ausrichtung der Bewerbung „Kulturhauptstadt Europas“ an den UN-Nachhaltigkeitszielen
(„Sustainable Development Goals“) war eines der Alleinstellungsmerkmale der Dresdner Bewerbung. Mittlerweile wird die Frage des nachhaltigen Produzierens von kulturellen Gütern von
verschiedenen Akteuren u. a. auch auf Ebene der Bundesrepublik aufgegriffen. Im Sinne des
Mottos „think gobally – act locally“ soll dieses Thema weiter vertieft werden. Das Amt für Kultur
und Denkmalschutz wird 2020 hierzu im zweiten Quartal einen Fachtag ausrichten. Dieser ist
der Auftakt eines einjährigen Arbeitsprozesses, bei dem die nachgeordneten Kultureinrichtungen in Zusammenarbeit mit internationalen Experten exemplarisch eine Nachhaltigkeitsstrategie für eine Kultureinrichtung ausarbeiten. Hierbei tritt die LHD als Initiator für ein Thema von
globaler Bedeutung auf und erarbeitet (eingebettet in und abgestimmt mit Fachstrategien des
Geschäftsbereichs Umwelt) mit seinen Kultureinrichtungen in einem Bottom-up-Prozess eine
Strategie für Nachhaltigkeit in und mit Kultur. Einerseits stellt sich diese zum Ziel, konkrete
Maßnahmen zum Klimaschutz – wie ressourcenschonende Produktion, umweltfreundliche
Energie und Technik oder Kommunikation ohne Print-Produkte vorzuschlagen – und andererseits die inneren sozialen Strukturen zu umwandeln – etwa Geschlechter- und Altersgerechtigkeit, faire Löhne bei fairen Arbeitsbedingungen.

...

9/12
In letzterem Zusammenhang soll die mit Informationsvorlage V2655/18 „Fachinformation zur
Weiterentwicklung der Kommunalen Kulturförderung bis zum Jahr 2025“ beschriebene Strategie umgesetzt werden.
Mit einer Novellierung der Richtlinie Kommunale Kulturförderung sollen neue Förderinstrumente für den freien Kulturbereich geschaffen und finanzielle Mindeststandards (Honoraruntergrenzen) definiert werden. Zugleich muss ein Abgleich mit dem 2019 neu eingeführten Instrument
der Stadtbezirksförderung stattfinden. Dies erfordert bis 2025 einen Aufwuchs des Budgets der
Kommunalen Kulturförderung um mindestens 1,6 Millionen Euro.
Weitere Handlungsempfehlungen u. a. des Deutschen Städte- und Gemeindetages zur nachhaltigen und fairen Beschäftigung von Künstlerinnen und Künstlern, welche sich an kommunal getragene Kultureinrichtungen richten, sollen schrittweise operationalisiert werden.
4.3. Partizipation & Inklusion
Wie im Punkt 4.1. dargestellt, soll sowohl die partizipative als auch inklusive Kulturarbeit in der
Landeshauptstadt Dresden weiterentwickelt werden. Heterogene Teile der Gesellschaft, unabhängig vom Alter, Geschlecht, Herkunft, Bildung oder Befähigung, sollen gleichermaßen in einer
dafür geeigneten Kulturlandschaft einen öffentlichen Begegnungsraum finden. Eine entsprechende Beschlussfassung durch den Stadtrat zum Kulturentwicklungsplan 2020 wird hierfür eine
wesentliche Grundlage bilden. Die regelmäßige Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern, auf
Basis der Bürgerbeteiligungssatzung, in die Planung der kulturellen Infrastruktur und Angebote
soll Teil der zukünftigen Arbeit der Kulturverwaltung sein.
In den vergangenen Jahren sind, nicht zuletzt innerhalb der Kulturhauptstadtbewerbung, in den
kommunalen Kultureinrichtungen wichtige künstlerische Beteiligungsformate entstanden, die es
zu stärken und auszubauen gilt. Die im Beschlussvorschlag unter 4.3. genannten Initiativen, wie
die „Zukunftskonferenz der Kinder“ des tjg.Theater Junge Generation, stehen hierfür beispielhaft.
Mit dem Jugendkuratorium der Kulturhauptstadtbewerbung wurde 2019 zudem ein Beteiligungsformat für Jugendliche geschaffen. Im Zuge der Projektarbeit wurde die „International
Dresden Dialogue“ Konferenz 2019 gemeinsam mit Jugendlichen aus zahlreichen europäischen
Städten gestaltetet. Hierbei wurde der Wunsch artikuliert, Kinder und Jugendliche systematischer als bislang an der Entwicklung der Städte zu beteiligen. Es wird daher vorgeschlagen, mit
dem Format des Jugendkuratoriums weiter zu arbeiten und hieraus ein Beteiligungskonzept für
Jugendliche für den Kulturbereich zu entwickeln. Die Kinder- und Jugendbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden wird hierbei aktiv mitwirken.
Als eines der Leitprojekte im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung bliebt die Ansiedlung
eines Interkulturellen Zentrum im Kraftwerk Mitte bestehen. Unter Trägerschaft des „Kolibri e.
V.“ und in Kooperation mit weiteren freien Institutionen der interkulturellen Arbeit entsteht ein
kraftvolles neues Angebot, mit dem Migranten einen deutlich sichtbaren Platz im Kulturleben
der Stadt erhalten. Die Ausstattung dieses Interkulturellen Zentrums mit den notwendigen Ressourcen ist eine Entwicklungsaufgabe innerhalb der Kommunalen Kulturförderung, aber auch
weiterer Förderprogramme der Stadt, des Landes und des Bundes.
Darüber hinaus ist es Ziel, die öffentlich getragenen Kultureinrichtungen gezielt für Menschen
mit Migrationshintergrund zu öffnen.
...

10/12
Die Durchführung eines bundesweiten Kongresses „Die deutsche Einheit als interkulturelles Labor“ im November 2020 durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz in Kooperation mit dem
Deutschen Hygiene-Museum, der Kulturpolitischen Gesellschaft und der Bundeszentrale für
Politische Bildung schafft in diesem Zusammenhang ein wichtiges bundesweites Forum und unterstützt die politische Zielstellung, die Landeshauptstadt Dresden als Modellstadt für Integration zu entwickeln.
4.4. Erinnerungskultur
Erinnerungskulturelle Themen nehmen unter dem Titel „Gedächtnis der Stadt“ als Leitlinie eine
herausgehobene Stellung im Entwurf des neuen Kulturentwicklungsplanes der Landeshauptstadt Dresden ein. Die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas enthielt Leitprojekte, mit denen
im analogen wie im digitalen Raum ein Netz von Erinnerungsorten und Vermittlungsaktivitäten
etabliert werden sollte.
Zugleich gilt es, die historischen Ereignisse, die mit diesen Orten verknüpft sind, in ihrer Vielschichtigkeit sicht- und erlebbar zu machen sowie an die unterschiedlichen Gruppen der Stadtgesellschaft zu vermitteln. Wiederkehrende Gedenkanlässe zu markanten Daten wie 13. Februar, 8. Mai, 3. Oktober oder 9. November müssen auf der Höhe der Zeit und der aktuellen historischen Diskurse gestaltet und in Veranstaltungen, Bildungs- und Vermittlungsformate übersetzt
werden. Das Konzept „Erinnerungskulturelle Grundlagen in der Landeshauptstadt Dresden“ bietet hierfür die Grundlage und soll in den nächsten Jahren fortgeschrieben werden.
Auch dieses Themenfeld kann ohne die Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure nicht bearbeitet werden. Der Geschäftsbereich Kultur und Tourismus beabsichtigt daher, zwecks Koordinierung eine Lenkungsgruppe als dauerhaftes Gremium zu etablieren. Eine entsprechende Personalstelle soll möglichst im Laufe des Jahres 2020 im Amt für Kultur und Denkmalschutz durch
Umsetzung aus dem laufenden Gesamtstellenplan eingerichtet werden.
4.5. Vernetzung und Kooperation
An der Kulturhauptstadtbewerbung wurde die Region sowohl strategisch als auch projektbezogen beteiligt. Mit vielen Kommunen im Dresdner Umland wurden Gespräche geführt, aus denen
zum Teil Absichtserklärungen der jeweiligen Gemeinderäte hervorgingen. Als strategische Themen wurden u. a. eine stärkere Zusammenarbeit im Bereich der kulturellen Bildung oder bei der
Schaffung von Raumangeboten für Kultur- und Kreativschaffende erörtert. Als projektbasierte
Kooperationen fanden u. a. das Vorhaben „X-Dörfer“ (ein partizipatives Theater- und Kulturprojekt mit Einwohnern von 10 Umlandgemeinden Dresdens) sowie die Zusammenarbeit mit dem
Karl-May-Museum Radebeul und einer Bürgerinitiative in Meißen Eingang in die Bewerbung.
Der regionale Zusammenhang mit den angrenzenden ländlichen Kulturräumen und der Euroregion Elbe/Labe ist hier sinnfällig. Für den weiteren Ausbau sollen daher die bestehenden Gremien und die innerhalb der Kulturhauptstadtbewerbung generierten Kontakte weiter genutzt werden.
Mit dem Koalitionsvertrag für die Wahlperiode 2019 bis 2024 haben die tragenden Parteien der
sächsischen Staatsregierung kulturpolitische Schwerpunkte vereinbart, die aus Sicht der Landeshauptstadt für eine weitere Vertiefung der Stadt-Umland-Kooperationen sprechen.

...

11/12
Die seitens der Staatsregierung angestrebten Stärkungen im Bereich der kultureller Bildung,
insbesondere der Musik- und Jugendkunstschulen und in Programme wie „Jedem Kind seine
Stimme“ (JEKISS), sind einerseits für die betreffenden Institute der Landeshauptstadt an sich
von Bedeutung, bedingen aber andererseits auch eine stärkere fachliche Vernetzung, wie sie u.
a. in den Landesverbänden, aber auch in nicht-institutionalisierten Netzwerken (wie z. B. dem
o.g. Netzwerk zur musikalischen Nachwuchsförderung) erfolgt.
Eine andere Form der Vernetzung haben Dresdner Kulturschaffende und –institutionen mit der
Initiative #WOD-Weltoffenes Dresden gewählt. Aus dem Ursprungsgedanken, mit kulturellen
Mitteln Zeichen für Freiheit, Demokratie und eine offene, solidarische Gesellschaft zu setzen,
sind in den vergangenen sechs Jahren nachhaltig wirkende Projekte mit gesamtgesellschaftlicher Relevanz für Dresden gewachsen. Zugleich ist der Grad an Kooperation zwischen den einzelnen Akteuren erkennbar gestiegen – ein Ziel, welches auch mit der Kulturhauptstadtbewerbung verfolgt wurde. #WOD als Initiative weiter zu stärken und (wo gewünscht und erforderlich)
aus der Verwaltung heraus zu unterstützen, sollte daher ein Ziel der Landeshauptstadt Dresden
über die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas hinaus sein.
Mit der Vorlage V3019/19 hat der Stadtrat im Juli 2019 beschlossen, die ehemalige RobotronKantine zu erwerben und als interdisziplinären Ort der Kunst und der Wissenschaft zu entwickeln. Mit dem Kunsthaus Dresden und dem Verbund „open future lab“ als gemeinschaftliche
Nutzer soll in Dresden ein neuer Ort entwickelt werden, an welchem Bürger, künstlerische, kulturelle, wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Institutionen der Stadt zusammenarbeiten. Diese Plattform bietet die Möglichkeit für die Etablierung einer beispielhaften Institution in
der europäischen Kultur-und Museumslandschaft, das Zusammenspiel von zeitgenössischer
Kunst mit einer Vielfalt von unterschiedlichen Formen des Wissens und Handelns im Austausch
und der Begegnung lokaler und globaler Akteure sowie die Durchführung von Ausstellungen,
Diskursveranstaltungen, Konzerten, Festen sowie Formaten wie kulturelle Bildung für Erwachsene und Kinder und Urban Gardening. Die Nutzerbedarfs- und Betreiberkonzeption wird derzeit im Auftrag des Amtes für Hochbau und Immobilienverwaltung durch einen externen Projektsteuerer mit den Beteiligten ausgearbeitet und im ersten Halbjahr 2020 dem Stadtrat zur
weiteren Diskussion übergeben.
4.6. Kunst- und Kulturstadt in Europa
Der Bericht der europäischen Jury zur Bewerbung Dresdens als Kulturhauptstadt Europas hat
unter anderem gezeigt, dass die Wahrnehmung der Landeshauptstadt Dresden auf internationaler Ebene aktuell teilweise von Stereotypen, kulturell eindimensionalen Rezeptionen und politisch problematischen Zuschreibungen geprägt ist. Die Tatsache, dass Dresdens Kultureinrichtungen auf unterschiedlichen Ebenen seit Jahren international auf hohem Niveau agieren und
im europäischen Kontext teilweise Spitzenpositionen einnehmen, steht zu dieser Wahrnehmung
in deutlichem Kontrast. Hieraus ist der unter anderem der Schluss zu ziehen, dass Dresden seine
Bemühungen, mit Kunst- und Kulturprojekten von (europäisch gesehen) künstlerisch und gesellschaftlich außergewöhnlicher Dimension diskursprägende Akzente zu setzen, ausbauen sollte.
Derartige Projekte müssen zwangsläufig über das Programmspektrum einzelner Kulturinstitutionen hinausweisen: sie sollten am Puls der Zeit konzipiert sein, eine öffentliche Wirksamkeit im
Stadtraum entfalten und durchaus auch Debatten und Diskurse hervorrufen, ohne einseitig zu
provozieren.

...

12/12
Mit den Projekten „Monument“ von Manaf Halbouni auf dem Neumarkt und „Lampedusa 361“
auf dem Theaterplatz ist dies während der Zeit der Kulturhauptstadtbewerbung gelungen. International wurde Dresden mit diesen Projekten als impulsgebende, moderne Kulturstadt beschrieben. Hieran gilt es anzuknüpfen.
In Verbindung dazu und als Umsetzung einer Leitlinie der Kulturentwicklungsplanung soll durch
das Amt für Kultur und Denkmalschutz gemeinsam mit den Institutionen und Akteuren ein Konzept entwickelt werden, wie der kommunale Kultursektor seine europäische Relevanz ausbauen
kann. Einen Schwerpunkt sollen dabei internationale Austausch- und Residenzprogramme mit
Dresdens Partnerstädten, aber auch weiteren Regionen der Welt bilden.
Tragende Partner können beispielsweise das Europäische Zentrum der Künste Hellerau (welches
mit dem ausgebauten Ostflügel des Festspielareals ab 2023 über ein modernes Residenzzentrum verfügen wird) und freie Träger wie „Kultur aktiv e.V.“ sein. Geeignete eigene Veranstaltungen wie der Dresdner Lyrikpreis (bisher als deutsch-tschechischer Preis konzipiert) sollen
konsequent mit europäischen Partnern weiterentwickelt werden.
Der Verlust des UNESCO-Weltkulturerbetitels für das Dresdner Elbtal 2008 spielte für die Entscheidung der europäischen Jury zur Kulturhauptstadtbewerbung offenbar ebenfalls eine Rolle.
Die Dresdner Delegation, welche im Dezember 2019 die Bewerbung in Berlin präsentierte, wurde explizit gefragt, welche Schlussfolgerungen in der Landeshauptstadt aus der Aberkennung
gezogen worden seien. Dies zeigt, dass auch hier die internationale Wahrnehmung Dresdens
nach über zehn Jahren noch von der offiziellen Streichung des Dresdner Elbtals von der UNESCO-Weltkulturerbeliste beeinflusst wird. Auch wenn die vom Verein „Bürgerschaft Hellerau“
seit einigen Jahren betriebene Aufnahme der Gartenstadt Hellerau mit dem Festspielareal als
UNESCO-Weltkulturerbe nicht als Ersatz oder gar Wiedergutmachung betrachtet werden sollte,
ist es vor diesem Hintergrund wichtig, diesen Prozess seitens der Stadt zu unterstützen und gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen zu einem positiven Ergebnis zu führen.

Anlagenverzeichnis:
- Anlage 1: Übersicht der Empfehlungen der Jury Kulturhauptstadt Europas 2025 anhand des
Jury-Berichtes vom 24.01.2020
- Anlage 2: Übersicht der im Bewerbungszeitraum 2017 – 2019 geförderten Mikroprojekte, Orte
des Miteinanders und Plattform-Projekte

Dirk Hilbert

Anlage 1

Selection of the
European Capital of Culture (ECoC) 2025
in Germany
The Expert Panel’s report
Pre-Selection Stage

Berlin
December 2019

EUROPEAN COMMISSION

EUROPEAN COMMISSION
Directorate-General for Education, Youth, Sport and Culture
Directorate Culture and Creativity
Unit D2
Contact: Sylvain Pasqua
E-mail: eac-unite-D2@ec.europa.eu

European Commission
B-1049 Brussels
© European Union, 2020

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

Contents
Introduction .................................................................................................. 4
Panel meeting ............................................................................................... 4
Next steps .................................................................................................... 5
Thanks ......................................................................................................... 5
Assessments of the candidates ........................................................................ 5
Chemnitz ...................................................................................................... 6
Conclusion ......................................................................................................8
Dresden ....................................................................................................... 8
Conclusion ......................................................................................................9
Gera ...........................................................................................................10
Conclusion .................................................................................................... 11
Hannover ....................................................................................................11
Conclusion .................................................................................................... 13
Hildesheim...................................................................................................13
Conclusion .................................................................................................... 15
Magdeburg ..................................................................................................15
Conclusion .................................................................................................... 17
Nürnberg .....................................................................................................17
Conclusion .................................................................................................... 19
Zittau ..........................................................................................................19
Conclusion .................................................................................................... 20
Recommendations ........................................................................................21
General ........................................................................................................ 21
ECoC and cultural strategy .............................................................................. 22
European dimension ....................................................................................... 22
Cultural and artistic programme ...................................................................... 23
Capacity to deliver ......................................................................................... 23
Outreach ...................................................................................................... 24
Management ................................................................................................. 24

3

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

Introduction
This is the report of the expert panel (the “panel”) for the pre-selection phase of the
competition for the European Capital of Culture in 2025 in Germany. The competition is a
European Union initiative created in 1985. The title “European Capital of Culture” had
previously been awarded to three cities in Germany: Berlin in 1988, Weimar in 1999 and
Essen for the Ruhr in 2010.
On behalf of the Standing Conference of the Ministers of Education and Cultural Affairs
(Kultusministerkonferenz), the Cultural Foundation of the German Federal States
(Kulturstiftung der Länder) acts as the managing authority (the “managing authority”) of
the competition, which is governed by Decision 445/2014/EU of the European Parliament
and the Council of 16 April 2014 (the “Decision”)1 and by the “Rules of procedure –
Competition for the European Capital of Culture 2025 in Germany” – (the “rules”) adopted
by the managing authority and published on its website 2.
A panel of 12 independent experts was established for the selection process, in line with
Article 2 of the Rules. Ten members were appointed by the European Union institutions
and bodies (European Parliament, Council, Commission and Committee of the Regions).
The two German members of the panel were appointed by the Länder and the Federal
Government of Germany, respectively.
The competition takes place in two phases: pre-selection (shortlisting) and selection. The
managing authority issued a call for applications on September 24th, 2018. Eight
applications were submitted by the closing date of September 30th, 2019 by:
Chemnitz, Dresden, Gera, Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Nürnberg, Zittau.

Panel meeting
The panel met in Berlin on 10-12 December 2019. The panel elected Sylvia Amann as its
chair and Alin Nica as its vice-chair. All panel members signed a declaration of no conflict
of interest and confidentiality.
At the pre-selection hearings on 10-11 of December, each candidate city, in alphabetical
order, presented its case (in 30 minutes) and answered questions from the panel (in 45
minutes).
At a press conference on 12 December 2019, the chair of the panel announced the panel’s
recommendation that the Chair of the Conference of the Ministers of Culture
(Kulturministerkonferenz) invites the following cities to submit revised bids for the final
selection (in alphabetical order):
Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Nürnberg.

1

See at:
http://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=uriserv:OJ.L_.2014.132.01.0001.01.ENG and https://eurlex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:32017D1545
2
https://www.kulturstiftung.de/das-nationale-auswahlverfahren/

4

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

Next steps
The managing authority will arrange for the formal approval of the shortlist based on the
recommendations included in this report (Article 8 of the Decision). It will then issue an
invitation to the cities named on the approved shortlist to submit revised applications for
the final selection.
The shortlisted cities should take into account the assessments and recommendations of
the panel in this report.
The deadline for submission of revised applications is 31 July 2020.
The final selection meeting will be held in Berlin on 21-23 September 2020.
Four members of the panel will pay a one-day visit to the shortlisted cities shortly before
the final selection meeting, in order to obtain more background information on the
respective bids. Representatives of the European Commission and the managing authority
will accompany the panel members as observers.

Thanks
The panel members would like to take this opportunity to thank all those involved in this
pre-selection phase of the competition. In particular, the panel noted that all cities have
used the opportunity of the bidding process to reinforce their cultural strategies as well as
the role of culture in their overall social-economic development. This is already a significant
potential legacy of the ECoC competition. The panel encourages all cities, not just those
short-listed, to continue with the development and implementation of their respective
cultural strategies.
The panel thanks all eight bidding candidates and everyone who contributed to their bids;
the European Commission for its advice and the managing authority for its excellent
administration.

Assessments of the candidates
In their assessment of the candidates, the panel noted the general and specific objectives
in Article 2 of the Decision and the requirement for the application to be based on a cultural
programme with a strong European dimension created specifically for the title (Article 4).
The panel assessed each bid against the six criteria in Article 5:







Contribution to the long-term cultural strategy of the city,
Cultural and artistic content,
European dimension,
Outreach,
Management,
Capacity to deliver.

5

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

The panel noted that not all candidate cities had fully completed the formal approval of
their cultural strategy at city council level. One of the most important features in Decision
445/2014/EU governing the ECoC action from 2020 on is the requirement that cities have
a formal and explicit cultural strategy. This is to ensure that the ECoC is grounded in a
medium-term transformation of the city and its cultural life rather than in a one-off festival.
In the commentaries that follow, the panel notes the main elements of their discussions
during the pre-selection meeting. In the case of the five shortlisted cities, specific
recommendations are made, in order to assist them in the preparation of their final bid
books. As a matter of fact, there are also common recommendations that apply to all five
shortlisted cities.
The panel emphasises that its assessments of the candidates were based on the proposed
programme set out in the bid book and on the cities’ presentation sessions during the preselection meetings. A city’s history, its recent and current policies and its cultural offer may
form a basis for the proposed programme, but they are not relevant for the selection
process. The panel’s assessment and recommendation for the shortlist are also based on
the analysis of the capacity of all candidate cities to make the required step changes to
win the ECoC title in the following eight months until the final selection meeting.

Chemnitz
The bid of Chemnitz was under the motto “Aufbrüche. Opening Minds. Creating
spaces”. Based on its history, made of a series of major changes, the city wants now to
learn jointly with Europe from fractures and contradictions of the past and evolve towards
unity in plurality and a new future-focused identity.
The City Council adopted in January 2019 its new cultural strategy for 2018-2030 under
the title “Making Space for Culture”. This strategy resulted from a solid participatory
approach involving diverse stakeholders from the cultural, academic, business and political
communities. The bid integrates 24 surrounding municipalities. This regional cooperation
will lead to the drawing up of a strategy for the entire region, which the panel sees as an
asset. However, this wider process was not sufficiently clear at the time of pre-selection,
notably in terms of objectives and timetable. Moreover, the approach to regional
cooperation could go beyond the mere programme and translate better into the
governance model, in order to ensure full participation as well as legacy. In general, the
cultural development plans spanning the Chemnitz Strategy 2040 are solid and well
anchored onto the urban development vision for the city and region. According to the panel,
the goal to invest in public spaces and the priority given to the cultural and creative
industries are relevant. There are also good prospects for sectoral capacity building, most
notably regarding international mobility. The capacity-building programme would,
however, benefit from wider mission and targets, including plans to train the city
administration staff in key areas, such as the approach to working with public space.
Moreover, the ECoC legacy strategy was not sufficiently developed yet. The evaluation
plans include a convincing participatory approach for the definition of indicators, though
not detailing expected social impacts so far. Outcomes and results have not been
sufficiently formulated at this stage either.
Chemnitz intends to re-invent itself as an urban laboratory for European revival. It intends
to link its various actors and network them with one another as well as with Europe. The
ambition to change the city image through a European approach is quite relevant, though
not yet transcribed into a clear narrative with corresponding topics and related partners.
The bid does not tackle the significance and consequences of the Summer 2018 protests
6

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

from a European perspective. It fails to include a plan to debate with and learn from others
in this regard, including international artists and other European cities. Additionally, the
panel would like to stress that the use of humour in connection with former totalitarian
regimes and related philosophers is a challenge that needs to be handled with all due care.
As a good starting point to develop a solid European dimension, there are already links
with peer cities and other ECoC host cities, notably in terms of knowledge transfer
exchanges. There are also strong and meaningful connections with Manchester and the
UK. However, cross-border cooperation, such as with neighbouring Czech Republic and
Poland, has not been explored sufficiently. Furthermore, the programme does not include
convincing highlights to attract European and international visitors and this would need to
be boosted for final selection.
The cultural and artistic programme rests on three pillars: Work, Spaces and Tracks. It
interprets art as a process, reflected in the slogan “Moving the City”. It is divided into three
main concepts: Wind of Change, Urban Colours and City in Flow. The programme caters
well to the existing dynamics of both the cultural institutions and the independent scene.
Yet, the artistic vision is not standing out sufficiently to produce an outstanding programme
with international attractiveness. In particular, there is no artistic vision to discuss and reinterpret the Summer 2018 events. The 13 projects described cover a variety of themes,
which is a positive element. However, the programme does not yet explore fully the
potential combination of local cultural heritage and traditional art forms with new
innovative expressions. As a result, more work is needed to provide a coherent artistic
vision in connection with the proposed projects.
From the very start, the bid has benefitted from a strong political backing with a nearly
unanimous vote within the city council in January 2017. The bid also enjoys support and
involvement of the region and Saxony State levels. The existing cultural infrastructure is
quite good. The foreseen capital investments, which include notably a new cultural quarter
as well as improvements in the riverbanks, will contribute to urban development. The
intention to further promote sustainable solutions for mobility in the region is also an asset.
The level of engagement in the development of the strategy and the bid evidences a
convincing bottom up approach. Project ideas were discussed with a large array of citizens,
notably in the context of micro-projects. Initiatives such as the “The Friends of Chemnitz
2025” are also relevant. The candidate has involved the population and civil society through
various interesting initiatives and plans to involve them during the title year through
monthly cultural meetings as well as cultural ambassadors and micro-projects. It seems
that outreach work enjoys a long-standing tradition in the city, with corresponding
investment in improved accessibility to city museums for children and youth. The bid
proposes special measures towards schools, disabled people and immigrants. The strategy
to involve schools and the programme’s link to education need, however, further
enhancement.
As Chemnitz already has an active audience development process in place, the panel would
like to see more clearly in the final bid book what will change thanks to the ECoC project
and what is the strategy to reach the new objectives planned in terms of outreach and
audience development.
The proposed operating budget of € 60,234,00 is a solid basis. However, the contribution
expected from the Federal Government (56% of the public sector’s income) is too high.
The contributions from the different stakeholders should be more balanced. More attention
should also be paid to the financial commitments post-2025, in order to ensure good
legacy. The contingency planning needs refinement. There is no risk assessment. It
appears from the bid book that the City does not intend to increase the part of its overall
budget dedicated to culture in the period after 2025, keeping it at around 6.5%. The
7

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

organisational chart needs clarification, notably at the leadership level, to ensure strong
artistic vision and direction, the team’s artistic independence as well as clarity and
efficiency in decision-making. The recruitment and staffing plans are missing. Finally, the
“Aufbrüche” slogan is generic and does not offer a clear message for marketing purposes
- notably for international audiences - and should thus be re-considered.

Conclusion
The panel recommends that the bid of Chemnitz proceeds to the final selection phase.
The panel found that the bid was based on a strong bottom-up process integrating relevant
cultural players and infrastructures. The cultural strategies of the city and the region
foresee long-term investments interlinked with coherent urban development plans.
However, the cultural and artistic vision and programme need to be developed further so
as to address more concretely and adequately the city’s challenges - including the Summer
2018 events - with a clear European narrative and international partners. The capacitybuilding programme should empower the administration staff (including security forces),
the cultural sector and citizens in order to help them seize the ECoC project to deal with
these challenges. Marketing and communication plans should translate these efforts and
allow for wider visibility and dialogue. Moreover, a legacy strategy needs to be thought
through.

Dresden
Dresden presented its bid under the theme of “Neue Heimat”. The city has a welldeveloped cultural scene but acknowledges a need for innovation and a shift from a
traditional cultural approach into a more transdisciplinary and decentralised cultural
landscape.
A first cultural development document was produced in 2008 and an updated plan was
drafted, after consulting citizens and specialists. The document was still in the making at
the time of pre-selection and was planned to be presented to the city council. The plan
includes measures to further support the development of the cultural sector in Dresden. It
intends to adhere to the United Nations 2030 Sustainable Development Goals, which is a
positive element. The city is also willing to develop an alternative image as a tourist
destination. However, those plans are not yet concrete. The programme for the ECoC year
in 2025 is expected to add cultural value to the entire region, as an urban-rural cooperation
can further help to mitigate asymmetric developments between the city and its surrounding
areas. The level of regional involvement in those plans is unclear, though. It is therefore
difficult to see in what way and to what extent the ECoC project would add value to the
cultural development of Dresden and its region. The application hardly envisages capacity
building measures to ensure the efficient delivery of a project of the size and scale of the
ECoC. The evaluation prospects are technically promising. However, it is not clear what
Dresden will evaluate, as indicators referring to two focal points of Dresden’s X-culture (a
key element of its bid) are not clearly formulated.
Dresden believes that focusing on its urban society will allow for developing exemplary and
scalable future-oriented possibilities for a free and peaceful European coexistence, Europe
as Heimat. Yet a plan to establish a prototypical cultural landscape of X-culture in Dresden
was not convincingly presented. Even though contacts with other European Capitals of
Culture have been established and some other interesting partners from afar are
mentioned, the panel considers that the European dimension is underdeveloped. The
international partners and projects mentioned, e.g. regarding the opening event, are
8

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

interesting. However, the application does not explain how they are rooted in the “heimat”
concept and how they connect to the diverse cultural communities living in the city. Finally,
according to the panel, the connections between local and European issues are not
sufficiently articulated, even for the pre-selection phase.
The cultural and artistic programme consists of four strands: Heimat – Common Ground
(how different generations of Dresden’s people understand their Heimat – and how they
want to redesign it), East and West (European integration with St. Petersburg and Coventry
in the core of the programme), Power of Strangeness (burgeoning multiculturalism within
the city and a look at Dresden’s colonial past) and Neue Heimat X-Culture (depicting
current transformations in European society). The projects dedicated to the Elbe river,
water and sustainability are considered highly relevant and worth being pursued.
Participation is identified as a core artistic concept, but it is not clear if - and how - the
curated and non-curated parts of the programme will be linked together and transformed
into a coherent and attractive proposition of European relevance and interest. A coherent
artistic vision is also missing. Additionally, the team could not explain clearly how the topic
of democracy (that the panel found very important) would be addressed from a cultural
and artistic content point of view. The panel was surprised that the city was not building
on, or re-examining, its significant and world-known tangible and intangible heritage as
part of its ECoC project. Regardless of the technical and legal fact that such heritage is
prominently not the City’s, but the State’s property, it is a significant missed opportunity
to develop a project of the magnitude of an ECoC without including all the city’s (and the
region's) major cultural assets. Finally, the panel also misses reflection upon or reference
to the city’s loss of the UNESCO World Heritage title.
The application was unanimously approved by the city council on 4 July 2019. The city has
an excellent infrastructure to host big cultural events. Yet the capital investment plans
(especially as far as the establishment of so-called “third places” is concerned) are not
sufficiently clear. The Robotron canteen is an interesting investment and is worth being
further developed.
The panel noticed good initial conditions in terms of outreach as the city already features
a large number of accessible barrier-free cultural spaces and venues. The bid book includes
good additional ideas, for example, the establishment of a youth curatorium and a
showroom for projects presentation. However, the distinction between plans related to the
general cultural development of the city and the ones that are ECoC-specific is hardly
visible in the bid book.
The operational budget amounts to € 70,600,000, which provides for a solid financial base
for the ECoC preparation and implementation. The split between the suggested
contributions from the various levels of territorial governance seems quite realistic. The
ECoC organisation – as presented in the bid book – would be under the exclusive
responsibility of the city council, which may suggest a top-down approach to the whole
process. The management and funding of the non-curated part of the programme was not
convincingly presented as it failed to include mechanisms ensuring artistic quality and
relevance for the overall ECoC project. The marketing plans, even if supported by other
institutions’ budgets, are too modest to implement the city’s aim to develop an alternative
image as a cultural destination. The bid failed to address convincingly the challenge recognised by the bidding team - to ensure the visibility of the ECoC in the already very
active artistic life of Dresden.

Conclusion
The panel does not recommend that the bid of Dresden proceeds to the final selection
phase.
9

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

The panel recognised the city’s capacity to create and implement significant artistic
programmes. However, it considered overall that the bid was under-developed. The local
and European dimensions were not well balanced, as - according to the panel - features of
local cultural development prevailed. The need for the ECoC title and its legacy was not
clearly articulated. The panel would like to encourage Dresden to capitalise on the ECoC
preparations and continue to invest in non-institutional culture as an important element of
the city’s territorial and social development. The panel hopes that the endeavours to
finalise and then implement a comprehensive cultural strategy will continue. The process
would benefit from involving in a sustainable manner a wider range of stakeholders and
the population of the whole territory as well as from broadening the perspective through
European expertise and an enriching international cooperation.

Gera
“Catching the Updraft” is the bid title of Gera. After over 100 years of history as an
“industrial and workers’ city” that lived through various political conditions and burdens,
the city intends to open up a new chapter, in which new stories will be brought together.
It intends to use the ECoC project to make these stories stronger and give them wings.
A Cultural Networking Plan 2030 has been produced with the participation of the cultural
operators of the city and surrounding towns, which is a positive development. The
neighbouring area of East Thuringia, including its various towns and districts, has been
taken on board through the establishment of an informal cultural consortium named
“Regionet”. The bid book includes a good and detailed description of the city’s historic
background and profile. However, the way the cultural strategy was developed and
approved was not clarified. Moreover, there is no clear need analysis regarding the current
state of affairs and future perspectives. In this respect, no long-term vision, including a
defined set of goals (notably in terms of ECoC legacy) was duly developed. With regards
to evaluation and monitoring, despite some relevant goals and partners, the bid lacks a
methodology to collect and analyse data, notably ensuring the availability of baseline
studies.
The bid refers to relevant European topics such as migration, integration and the
interesting idea of a new humanism. It reveals many stories worth telling, which may
constitute a good basis for a European dimension, such as the Wismut art collection and
the sarcophagus of Henry Posthumous Reuss. It also considers that the city provides a
good stand for internationalism with already existing diverse international links, suggesting
further international and interdisciplinary exchanges via grants and residencies as well as
some multilingual promotion measures. There is also an intention to connect to Slovenian
ECoC candidates, as well as to Pilsen in the Czech Republic and Timisoara in Romania. Yet
the application remains mostly inward looking, as the European narrative does not come
out clearly. The referred valuable topics and links did not entail a solid concept and vision
for an extended European dialogue.
The programme is based on four central perspectives: Following Wind, EastWind, Westwind
and Updraft. It will rightly concentrate on the city centre, districts and diverse locations in
the region - the monthly Cultural Zones. The central events area will be the “Culture Mile”
aiming at revitalising the city centre and networking among cultural institutions and the
independent scene. The “Cultural Mile” project proposes many interesting venues and
highlights. Yet it lacks a clear programme-conducting line. It also misses a solid capacity
building to ensure the expected networking and empowerment of the whole cultural scene.
The potential resulting from the prestige of Otto Dix, the Wismut company story and art
collection - to be assembled in a new venue called “the Depot” -, as well as the region's
10

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

natural heritage are relevant elements to constitute a strong artistic and cultural offer.
However, they were not combined into a consistent top-level programme line capable of
attracting international visitors.
The valuable regional consortium gathered around the bid - the “Regionet” - is well
translated onto good political and financial support. The infrastructure planning features a
valid list of cultural venues renovation works, yet the future Depot creation and
sustainability was not considered. The mobility and accommodation infrastructure as well
as the necessary improvements were not convincingly presented.
The bid results from a fair bottom-up initiative. In terms of engagement, several tools and
dynamics have been put forward, notably regular meetings with citizens, information
events, artistic projects and workshops, as well as an online campaign aimed at getting
school kids and students on board. There is also a relevant intention to promote joint work
between educational establishments and the local cultural scene. The planned youth
advisory board to be established for programme development is also an asset in view of
the envisaged model of a “city of youth culture”. However, the audience development
strategy is still at the level of aspirations and the tools used are focused on past and
heritage, missing a clear digital strategy as a means to engage the younger generation.
The proposed operational budget amounts to € 38,000,000, which is reasonable. However,
the budget is unbalanced between the diverse stakeholders. In particular, the city
contribution only amounts up to 13% of the whole budget, which does not ensure its
commitment. The application also lacks a serious private fundraising strategy while 8% of
the budget is planned to come from this source. With regards to organisation, the candidate
did not present an articulated governance structure, just some committees and boards
without clear relationship or hierarchy. The AUFWIND slogan strategy is promising, but still
too generic, despite good intentions to integrate grassroots in marketing plans.

Conclusion
The panel does not recommend that the bid of Gera proceeds to the final selection phase.
The panel felt that the regional networking and cohesion put forward for this bid were a
very important basis for a solid cultural development. Gera’s many stories, spanning Otto
Dix and the Wismut art collection, but also its unique natural heritage, constitute a great
potential that may put the region onto the cultural map of Europe. However, at this point,
the application does not yet feature a high profile artistic and cultural programme with a
strong and clear European narrative. The ECoC role and legacy for the city were not
convincingly devised. Similarly, the financial and organisational settings lack a clear
structure and adequacy for the implementation of such a project. The panel was not
convinced about the infrastructure and the intended cooperation with surrounding
accommodation offer, needed for a large-scale project such as the ECoC.

Hannover
The leitmotif of the Hannover 2025 bid is “Agora of Europe - here, now, everyone for
Europe!”. Hannover sees itself as a city of balance, in harmony with itself, the contrary of
a city of extremes.

11

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

The cooperation with the Hannover Region (21 towns and municipalities) is already well
developed and the region considers itself a model (the only example in Germany) of how
to design a shared living space bringing together a city and its surrounding local councils.
However, new concepts are needed to promote collaboration between the existing cultural
institutions of the city, the State of Lower Saxony, the Hannover region and the
independent cultural scene.
The city is currently working on a long-term cultural development plan, based on a detailed
analysis of its own strengths and weaknesses. This is a joint process with the ECoC
preparations to interlink both documents, which is the right approach according to the
panel. Both structural and social developments take into consideration aspects of
sustainability, digitisation, audience building and internationalisation. However, the
strategy still needs to be finalised and adopted by the relevant public authorities.
Evaluation is professionally planned with credible impacts listed. The panel expects to hear
more about “Upgrade Hannover” - a capacity-building programme that is currently
developed in consultation with relevant sectors.
In general, the idea of Europe as a peace project as well as the mission of encouraging
European cities to strengthen Europe are a promising starting point for the development
of a solid European dimension. But, at this stage, the interesting idea of using local
reference points to trigger off through artistic interventions a wider European debate is still
too vague. The proposal for multilingual communication and information is a very valuable
asset in terms of European dimension. However, according to the panel, the cultural
diversity that is present in the city has not been clearly reflected into the cultural and
artistic programme. The artistic creativity expressed in the form and drafting style of the
bid book should, in the second stage of the competition, focus on developing a clear and
coherent artistic concept with a corresponding appealing European narrative.
The Agora concept is to be experienced via the four pillars of the programme: 1/ Agora of
Europe (a newly built ‘village’ in the centre of the city); 2/ Europe on Stage (a number of
both existing and new temporary local Agoras scattered across the city and the region);
3/ Europe on Line (a digital communication platform based on European values of freedom
and community spirit); 4/ Europe at Home (reviving Hannover’s historic tradition of private
salons). The programme has a clear structure with summer 2024 pre-opening and four
“circles”, each with a different thematic focus (not yet developed) and reflection space
between them. But, in the panel’s view, the concept of Agora, although straightforward
and thus easy to understand, is too open and therefore not clearly leading to a coherent
cultural and artistic programme, a powerful narrative and clear aims or outcomes. In the
current stage, the programme lacks real substance, as the bigger projects are just ideas,
not yet well thought through. For example, the programme strand under the title "Green
city" address important urban and cultural topics, but lack concrete information on
feasibility.
The majority of the political parties of the local council and the president of the region
support Hannover’s bid for ECoC 2025. Due to frequent changes in the local government,
the support of local, regional and Lower Saxony authorities should be firmly confirmed in
the second round. The city possesses an excellent infrastructure to host the ECoC.
The bid book has a strong focus on facilitating engagement of citizens in the ECoC’s
preparation and implementation, which is a positive element. Good examples include the
Aufnahmezustand network, with almost all major players in the independent cultural scene
involved, the revitalisation of neighbourhood culture hubs and the promotion of artistic
ways of involving citizens. The audience development ideas – while interesting – are
however still too basic.

12

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

The suggested budget is sound with operating expenditure planned at € 80m. The
contribution of the State of Lower Saxony (18m) is still pending, but the strategy to attract
private funds is promising and has already started to bring results. The plan to assign just
10% of the overall operating budget for wages seems low. Capital investment is not
planned as the existing infrastructure is solid, but new needs may emerge from the cultural
development process of early 2020. The marketing ideas are promising, but it is not clear
what messages ECoC wants to convey in terms of the European dimension.

Conclusion
The panel recommends that the bid of Hannover proceeds to the final selection phase.
The panel felt that Hannover presented a strong team and that the bid had a huge potential
offering a solid base for an interesting ECoC and the possibility to achieve significant
impacts at European level. The presentation and the bid book itself show a capacity to
present important and relevant topics in an interesting and artistically inspiring way. Yet
substantial work is needed on the ECoC programme to propose a clear and coherent artistic
vision with an exciting, engaging and unique narrative that may be appealing for local,
national and European audiences. The European dimension needs to be clarified and
deepened. The potential of the academic and creative industries is not sufficiently visible
in the proposed programme, and capacity-building activities should include the various
sectors of the city to be engaged in the ECoC delivery. Moreover, the team needs to further
develop the project, having in mind the need for a stronger and recognisable long-term
legacy.

Hildesheim
Under the motto “re['ru:]ting Hildesheim: Beets, Roses and the Meaning of Life”,
Hildesheim intends via the ECoC to reboot to a more proactive mind-set mode that will
take them on a journey looking for the hidden treasures in the city, the countryside, Europe
and the world.
The city’s cultural strategy 2030 was approved in June 2019 and features relevant visions
and goals. It was developed collectively with diverse stakeholders. The strategy was well
informed by the United Nations 2030 Sustainable Development Goals. The ECoC role is
well embedded in the cultural strategy. The regional involvement process is convincing,
with a good commitment of the district regarding the cultural development strategy that
is now in preparation for 2020. The strategy rightly combines urban design, community
building, cultural activity and entrepreneurship. It builds on the local networks and
stakeholders. In this respect, the creative industries strategy intends to strengthen the
existing dynamics, notably to extend them to the rural areas. The capacity-building
proposal is substantial, including a large-scale learning process in which a Cultural Hub will
pool the activities and provide space for artists and young creative entrepreneurs.
Nevertheless, the ECoC legacy for the city and region still needs clearer strategy and
outcomes. Moreover, the relationship with neighbouring Hannover, notably how to benefit
from the potential - but also challenges - of being close to such a cultural metropolis, was
not addressed. Finally, the evaluation and monitoring prospects are sound at this stage,
rightly involving the good expertise existing in the local university in the field of cultural
policy and management.

13

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

The bid proposes relevant European discussions, notably on peace, co-existence,
integration and diversity. It also foresees intercultural and interreligious dialogue. There is
a very good range of European partners, taking advantage of the many existing twin cities
partnerships in the region as well as linking to several ECoCs, in particular those from
Germany. The promotion of incoming and outgoing mobility, the participation of some
international artists and partners, such as those from Nigeria and North Africa, as well as
good plans to collaborate with European networks are assets. Yet, the European dimension
requires further exploration, in order to become a clear narrative and dialogue. It lacks the
integration of an artistic vision into the European topics. The proposal regarding the
creation of a “boring cities network”, risks highlighting (instead of changing) perceptions
of the city at home and abroad. Therefore, the role and objectives of such a project should
be carefully weighted. Even though the option for positioning the city and region as a high
quality artistic and cultural experience destination is relevant, the programme highlights
supposed to attract European and international audiences need to be more daring, as they
do not stand out now.
The proposed re-rooting process stands on three programme strands: Beets & Roses, the
Apparent & the Unseen, and the Meaning of Life. The programme rationale is interesting.
It intends to create novel cultural forms and places of meeting and interaction. It also aims
to provide experimental and discursive opportunities for a wide participation in a complex
cultural exchange. The link to agri(culture) and its associated message is relevant and well
reflected within the strategy. There is a good involvement of the local cultural independent
scene. However, despite references in the programme, the city and region are not
exploring their own potential at the heritage level, most notably its UNESCO World Heritage
Site historic churches and the collections of the Roemer and Pelizaeus Museum, as well as
the Bauhaus heritage. These contents and stakeholders are relevant international
highlights and need to be explored much further. Moreover, the relevant UNESCO
documents, especially the site’s management plan, need to be taken into account. The
related option to debate religion and spirituality is interesting but should be tackled in a
broad and multi-perspective sense through a daring artistic vision and proposal.
The city and district of Hildesheim together with all 17 district municipalities voted in favour
of supporting the bid. However, despite this cultural coalition, there is no political
consensus from all parties towards the bid. A balanced support from all political parties
should be aimed at in view of a stronger capacity to deliver. The capital investments are
relevant, spanning cultural, tourism and urban development and mobility infrastructure with priority on sustainable transport. Accessibility and accommodation facilities are
convincing, including unusual offers, such as sleeping in gardens and shops.
The bid results from a clear civic approach demonstrated by the Circle of Friends 2025
initiative. The audience development strategy is very well conceived, based on solid needs
research. There are good prospects regarding the tutoring of cultural institutions by experts
as well as the initiative to empower artists from vulnerable or marginalised groups. Several
interesting actions and means such as the VolunBeds, VolunTable and VolunCamps, the
specific budget for youth projects, to be curated and implemented by youngsters, provide
various opportunities for diverse citizens to engage. The capacity-building programme for
the population, including the free English classes’ proposal, is also an asset. The
intercultural and interreligious plans are relevant. Yet, the city’s cultural diversity still needs
to be further translated onto the programme and the governance of the ECoC.
The proposed operating budget amounts to € 54,200,000, which is a solid basis. However,
the financial situation is fragile, due to the debt situation the city is facing, which has
actually frozen the cultural budget for the last few years. As the city contribution is
relatively low - € 5,000,000 - corresponding to only 10.82% of the total public income
planned to cover operating costs - there is a high budgetary risk, if other levels of
14

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

governance do not fulfil on time their financial commitments in time. On the other hand, it
is reassuring that the city, the district, and the municipalities have guaranteed their
financial contribution in binding decisions. It is then crucial that there is a good mitigation
of the financial risk, while the contingency planning was actually not proposing solutions
at this level. Regarding the governance, and despite the valuable proposal for the creation
of a Citizens Board, among other features, the organisational chart remains unclear and
underdeveloped. The staffing and recruitments plans are also missing. With regards to
marketing, the approach is standard - while learning from other ECoCs and the language
concerns are assets. The bid needs a more liveable and attractive marketing and
communication narrative.

Conclusion
The panel recommends that the bid of Hildesheim proceeds to the final selection phase.
The panel was convinced by the cultural strategy spanning relevant regional involvement
and integrating a coordinated urban development vision, while the ECoC role is clearly
expressed. The associated strong capacity building programme including the sector
professionals and institutions, but also the citizens, as well as the creative industries
strategies are also important assets. The engagement and audience development
procedures are sound. The re-rooting process for the region proposed by the programme
contains promising concepts and reflections. Yet the European narrative and the artistic
vision need to stand out more clearly and daringly, while building up more steadily on the
rich local heritage that should not be ignored. The political consensus and financial support
are at the moment weaknesses of the bid that require further effort, notably at the
contingency planning level to mitigate the resulting risk. The governance and
organisational structures require more thorough reflection and planning. The suggested
plan “to make Hildesheim a role model cultural region” is not well translated into the
suggested activities and programme of the ECoC.

Magdeburg
Magdeburg presented its bid under the title “Out of the Void”. The city is perceived as a
solid but unexcited grey city, lacking public spaces, and as the unknown capital of
Germany’s most deprived federal state. The ECoC is expected to get the city out of this
void and transform it into a liveable, vibrant international city. The city of Magdeburg
applies by itself, but includes the surrounding area, recognising that the city cannot
dissociate from its surrounding countryside.
A new cultural strategy is being developed in tandem with the ECoC application on the
basis of the existing cultural strategy (2010–2020). The new strategy adds to the existing
strategy one focus on, and branding as, Performing Magdeburg as well as issues related to
the development of the creative industries. Moreover, a series of working groups resulted
in an urban development Master Plan, setting out the spatial framework for the city centre.
Yet despite good intentions, the regional involvement in the bid, including nearby towns
such as Halle, is not clear in terms of programme and governance. Evaluation planning is
already quite well developed, with cultural, social, economic and urban development
impacts well listed. Identified problems, such as a weak cultural profile, a small and
struggling independent scene, brain drain towards close-by Berlin, and cultural institutions
facing a paradigm change, indicate the need for a much stronger capacity-building
programme that goes well beyond the Opening Access platform and MD Youth Lab
proposals.

15

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

In the panel’s view, the will to expand and enlarge international connections and exchange
is clearly a plus and a good element for developing the bid’s European dimension. However,
the panel considers that the European dimension is not sufficiently elaborated within the
city strategy and cultural and artistic programme for 2025. The European themes to be
addressed as part of the ECoC project are not clearly presented in the bid. This is all the
more surprising because the legacy of the Magdeburg City Rights provide the city with an
immense asset. It offers a vast ground and reference point to discuss relevant EU Issues
such as the making of the modern city, the use of urban space, spatial planning, or
citizenship and the role of people in the city shaping. The bid’s concept and strategy to
attract European and international audiences are not very convincing. The prospects in
terms of cooperation with former and future ECoCs are very good, but they are just a
starting point.
Three programme strands are planned: 1/ Force of Attraction (projects addressing the
social and mental voids); 2/ Nature of Space (addressing the urban voids and nature); 3/
New Frequencies (addressing the artistic voids). The cultural and artistic programme
discusses themes connected to the Elbe River, such as water biodiversity and food
production. In general, music, sport and cultural heritage will also be in focus. The artistic
vision is, however, not sufficiently developed yet and the programme lacks clarity, depth
and a clear European dimension. The ambition of creating a vibrant and international city
life has not yet been translated into exciting artistic plans and projects, building in
particular on existing talents. The potential already available in the city’s creative industries
community, most notably in the music field, but also with regard to science and technology,
seems not yet used. Moreover, the panel had doubts about the “out of the void” concept,
as Magdeburg has the tendency to underline its shortcomings and difficulties very much.
More optimistic and future-oriented elements containing for example humour (already
noticeable in the “cool” style of the photographies included in the bid book) could
counterbalance pessimism and the culture of blame. The panel felt that the general vision
of the Magdeburg team was based solely on a German, as opposed to a really European
perspective. The ECoC project should not only be about the needs of the hosting city, but
also about European ideas, European citizens and European artists; and this should be
clearly translated into the ECoC programme.
The bid is supported by all local political parties and the city has been clearly committed
to the ECoC project since 2011. A working group was set up with representatives of
different departments of the city administration, various ministries and the Magdeburg
2025 team to discuss ECoC issues on a regular basis. This further illustrates a solid
commitment.
The focus on participation is clearly visible in the preparatory phase of the bid book, as
there were numerous consultations and surveys. Some of them are already leading to
positive results, such as the opening of KUBUS 2025 for public activities. It is however not
clear if other sectors for example universities were also included. Audience development
was rightly planned in the cultural strategies and evaluation plans. However, there are
some inconsistencies in this regard. An involvement and profile of the local artistic and
cultural institutions and NGOs in the preparation of the concept and the ECoC programme
was not clear for the panel.
The proposed budget is € 66,250,000, indicating a good financial situation. The private
sponsorship looks promising, as some companies have already provided financial
commitments. The panel encourages a greater use of EU funding opportunities such as
Creative Europe for example. Significant capital investment, in this case coming mostly
from EU regional funds, has already been voted. The management structure is satisfactory,
but the role of the cultural sector in the Supervisory board should be secured. The

16

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

communication strategy is not sufficiently developed, as the city needs to build, or rebuild,
its image.

Conclusion
The panel recommends that the bid of Magdeburg proceeds to the final selection phase.
The panel felt that the bid had the makings of a promising cultural offer. The panel did not
yet see, however, enough content in the outline programme or its artistic vision to make
an impact at the European level. The panel would like to underline that the medieval
Magdeburg Rights relate to civic rights and the concept of a liveable city, which are still
today quite topical issues at European level. It regrets that this aspect was underplayed in
the bid book. The link between the city's past (heritage and immense influence of the
Magdeburgian Rights on Europe) and today’s development ambitions could be
strengthened. It is expected that in the second phase Magdeburg, while making an honest
assessment of its weak and strong points, will build on its strengths, opportunities and
prospects. There are already positive steps in this direction, e.g. a good starting point for
developing creative entrepreneurship as well as a committed and competent team. In order
to get “out of the void”, and to be noticed in Germany and Europe, Magdeburg needs a
more daring approach and cutting edge ideas for its European Capital of Culture processes
and projects.

Nürnberg
The title of Nürnberg’s bid, “Past Forward”, represents the need to look to the many
lessons to be learnt from the city’s turbulent past with a view to taking them into an open
future of necessary changes. The aim is to work together with the people of the city and
the region, in order to develop a new concept of the city and of Europe - a place for
humanity and togetherness, a place to experiment and a laboratory for culture and the
arts.
The city’s cultural strategy 2030 was approved in January 2018. The process involved
policy makers and many other stakeholders. It was based on an extensive network
mapping of cultural operators in the whole surrounding area. There is good potential for
the involvement of the metropolitan region in the bid. However, the type and range of its
participation has not been presented. In fact, the role of the ECoC in the city’s and the
region's cultural development process would need to be clarified further. The establishment
of a coordination office to support the strategy’s implementation is a good measure. The
city’s digitisation strategy and the prospects for the provision of new spaces - as the Alte
Feuerwache - for the creative industries, including the plans for music and gaming subsectors, are sound. Yet, besides intending to offer good conditions for start-ups, the bid
lacks a comprehensive capacity-building programme for the cultural sector, notably its
long-standing institutions. Moreover, the ECoC legacy for the city, including in terms of
European dimension, requires clearer objectives and strategy beyond the proposed
laboratories for discussion. Regarding evaluation and monitoring, adequate baselines have
already been created - notably via the use of the European Creative Cities Monitor, which
is a positive development. And there are good yet still underdeveloped prospects regarding
the goals, indicators and methodology. In addition, the need for a long-term evaluation
perspective beyond 2026 should be considered.
The European dimension is well interwoven in the bid process - drawing its strategic aims
from the EU New European Agenda for Culture. The chosen topics are crucial and of
importance for a rich European debate. The bid proposes interesting projects reflecting on
17

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

the city’s Nazi past, notably the rallies and its architecture as well as, on the other hand,
the war crimes trials and the city’s connection with international humanitarian law. Yet
while the Nazi past is recurrent, the link to humanism and international law unfortunately
gets lost in the programme. Furthermore, another promising European topic is gaming and
playfulness/toys. The intention is to invest in a European capital of games, based on the
city’s heritage in the toys industry. However, overall, relevant due bridges between all the
essential European topics proposed are lacking, as there are links to be explored between
totalitarianism, humanism and gaming. The transcultural goals are promising. Yet the city’s
cultural diversity is not transcribed onto the programme so far. There are good links and
projects with Ljubljana and Slovenia - the culture bus and M.I.L.K. - as well as with other
ECoCs. Furthermore, Nürnberg is an active member of the Culture Next Candidate Cities
Network. However, the potential for cooperating with twin cities and existing networks is
missing, notably with Prague and Krakow. The LAB Europe is also an interesting format to
address European main issues but it is insufficient as a legacy.
The programme's three strands are: Embracing Humanity, Exploring Reality and Evolving
Community. Its structure soundly proposes new creative spaces and specific projects for
all strands. The topics featured are again relevant, even though the artistic vision does not
stand out properly and needs to be more daring. The three strands rightly give voice to
the war past. But the post-war period, the “play and marketplace” dimensions should
assume more relevance and permeate the three strands. Indeed, the relevant
craftsmanship and digital dimension topics were not fully explored.
With regard to the new spaces associated to the projects, the prospects to develop an open
participatory process for the renovation of the Kongresshalle to be dedicated to arts and
culture are promising. On the other hand, the investment planned for the Nazi party rally
grounds structural conservation and development into a learning and meeting venue is a
considerable investment (€ 85.000.000). Therefore, it requires special attention regarding
its specific links to the ECoC project as the message these works will convey must be well
thought through in accordance with remembrance policy. Thus, these project’s purpose
and function should be clarified.
The bid has solid political and financial support from all levels of governance. It also ensures
due provision for good means of accessibility and mobility as well as accommodation
facilities. Therefore, the capacity to deliver is strong. The cultural infrastructure
development is substantial, but would require a more precise timeline and budgeting.
The bid presents good prospects and mechanisms for wide participation and audience
development. The approach soundly ought to base the programme on close communication
and collaboration with the people of the city. In this respect, it provides opportunities and
locations for encounters and exchanges and for a transformation of the existing relations
between cultural institutions, public space and the different communities. The process
includes relevant tools such as surveys and the NUE2025 civic initiative. It also insists on
accessibility, as all of the cultural institutions will work intensively on established forms of
cultural mediation and work in close contact with the Disability Council. Diverse cultural
communities, including LGBT and homeless, are referred to, but not yet significant in terms
of projects nor governance. The regional dimension of audience development is not yet
sufficiently addressed. Moreover, the role of the university though acknowledged is not yet
significant in the bid.
The bid proposes a € 85,000,000 operating budget, which is quite a solid basis for an ECoC.
It also shows the will to considerably increase the city’s investment in culture - 22.2%
between 2019 and 2026. High expectations from the private sector (€ 7,500,000) are yet
feasible and backed by strong fundraising prospects. On the other hand, the governance
and organisational structure is missing; and staffing plans are generic. When it comes to
18

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

marketing, there are some good elements, notably the planned work with the Nürnberg
Convention and Tourist Office (CTZ) as a key partner to work closely with the region and
tourism sector and to develop specific strategies for different target groups. Still the slogan
and messages are generic and would need to be further developed into clear and distinctive
messages for attracting local and international audiences.

Conclusion
The panel recommends that the bid of Nürnberg proceeds to the final selection phase.
The panel felt that the bid benefited from a strong political and financial commitment based
on a strong cultural strategy development for the city and the region, even though the
ECoC legacy needs to be further reflected and planned. The participation and outreach
process is also extensive and convincing. Furthermore, the topics proposed for the artistic
and cultural programme have a high European relevance. However, they still need to be
further coordinated, exploring their full potential at a European and artistic level. The issues
of totalitarianism, humanism and gaming are a good ground for a daring vision and
programme that should be presented within a coherent joint approach. The investment
plans in the Nazi rallies grounds should be given special attention. All Nazi legacy settling
projects should be prepared with a strong sensitivity of the matter. Moreover, the
governance and organisational outlook were underdeveloped and it should be clearer what
could be expected after the ECoC year.

Zittau
The leitmotif of Zittau for the 3-Country Region 2025 is “365°LIFE”. The ECoC will cover
a rural region far away from large metropolitan centres in the border triangle between
Germany, the Czech Republic and Poland.
The city of Zittau adopted cultural policy guidelines in May 2019. It is currently mid-way
in the process of developing its cultural strategy. This process also takes into consideration
the “Guidelines for Cultural Development” of the cultural area of Lower Silesia Upper
Lusatia. The bid book provides quite generic information in this regard. It is therefore
difficult to distinguish between the general cultural development and the specific ECoCrelated objectives. The development vision for Zittau and the 3-Country Region was not
clearly presented. Capacity building is not described in the bid book, which is a significant
weakness, especially given the ambitious plan to involve in the ECoC project three
neighbouring, but very different, countries. The bid presents some preliminary plans for
evaluation as well as initial ideas for external partner institutions in this regard. The idea
to study economic, ecological, social and cultural influences of the ECoC project - though
interesting - is unclear and the European dimension is not taken into account in the
expected impacts. However, it is clear from the application that the city has made positive
steps towards developing its cultural profile and these steps are worth continuing.
Zittau with the 3-Country Region has a great potential to build on an already existing,
formal and non-formal, cross-border cooperation. The potential of the geographical and
social scope of the ECoC project was not clearly operationalised though. The application
intends to develop collaboration between the three countries, but this ambition is not
visible in the ECoC-related actions and artistic plans. No (convincing) explanation was given
on the selection of “partner countries” for the cultural and artistic programme.
Consequently, the panel was not able to assess in which way these partners could support
or strengthen the ECoC’s mission. European themes addressed by the ECoC are not
satisfactorily explained and there is no visible strategy to attract European and
international audiences (even from the neighbouring countries). The panel felt that the
19

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

experience of past and present ECoCs was not carefully studied to inform Zittau’s bid
preparations. The idea to extend collaboration with twin cities is a positive element, but
also a very standard approach.
According to the panel, the whole programme approach was not specific enough in the
application to give an idea of the cultural and artistic ambitions of Zittau 2025. The
conceptual guidelines: “Remember”, “Learn”, “Experience” and “Create” are, in general,
appropriate, but the themes of ‘365°LIFE’ and ‘365°EUROPE’ are too enigmatic. The plan
to invite in 2025 one different country every month to present itself does not guarantee a
coherent artistic programme, nor does it expand the international collaboration of regional
and local artists. Twelve thematic focus points, instead of providing an opportunity for
showcasing European diversity, may contribute to strengthening cultural stereotypes. The
proposed programme structure is too basic for the ECoC project, even at pre-selection
stage.
The bid is supported by a letter of intent signed by 20 community and municipal partners
so far. And Zittau was confident that there were more to follow. The commitment of the
regional authorities is, however, unclear. There are some bold capital investment plans
with the transformation of the vacant Robur industrial plant into a place for memory and
dialogue, the creation of a European Creative Centre and the idea to ask 12 architects to
develop innovative concepts for 12 empty lots. Those ideas are worth developing and
implementing. In terms of accommodation and transport facilities, the panel was not
convinced of the capacity of the candidate city and the region to absorb a potential increase
in the number of visitors resulting from the ECoC title.
The panel appreciates that the local population expressed the wish that the city applies for
the ECoC title in a referendum and a preceding junior referendum. The citizens contributed
with project ideas and formed a Friends association, which is a clear signal that the local
population is looking for cultural opportunities. Another positive step is the organisation of
a regional ideas conference with participants from both the independent and the
institutional art scene, as well as from the educational, political and economic sectors of
the whole cultural area. This approach is a very positive and appropriate. However, it has
not yet been translated into concrete ECoC plans. In terms of audience development, there
are already existing opportunities for disadvantaged groups and a will to involve minorities.
But, in general, audience development ideas are too basic and do not go beyond
approaching local audiences.
The proposed budget is € 45.710.000. The contributions expected from the Free State of
Saxony and from the national Government amount respectively to € 22.270.000 and €
20.000.000. Those contributions are quite high, bearing in mind that the application
involves stakeholders not only from one, but from three countries. The contribution from
the city of Zittau is minimal at € 1.010.000 (i.e. 2,3% of the income to be received from
the public sector) while there is no indication regarding the potential contribution from the
two other countries involved. Plans for capital investment are high – € 185.790.000 –, but
feasible due to the potential use of EU regional funds. The management structure is not
coherent with the cultural and artistic programme and the concept of involving three
countries. The marketing and communication plans reflect rather current regional practice
than aspects related to the visibility of a project of the size and scope of a European Capital
of Culture.

Conclusion
The panel does not recommend that the bid of Zittau proceeds to the final selection phase.

20

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

The panel acknowledged the important work done in this border region since 1945 and the
will to exit the current regional comfort zones. Zittau has important stories to tell about
cross-border difficulties and cooperation, which the whole of Europe could learn from. The
panel appreciated the enthusiasm and energy of the project team, the commitment of the
mayor as well as the artistic and storytelling elements featured in the presentation.
However, it considered that the bid book was underdeveloped. The local potential (for
example, strong cultural players in the region) was not fully reflected in the ECoC plans.
In the panel’s view, the region does not seem to have yet the capacities needed to deliver
a yearlong ECoC of the expected size and scope. The panel would like to encourage the
team, the city of Zittau and the 3-Country Region to capitalise on the ECoC preparations
and continue investing in culture as a key element in their territorial development. The
panel hopes that the endeavours to finalise and then implement a comprehensive regional
cultural strategy will continue, with the involvement of a wider range of stakeholders
(especially the cultural sector) and the population of the whole territory.

Recommendations
The following recommendations apply to all five shortlisted candidates.
The panel considers it necessary that all shortlisted cities develop their bids for the final
selection in order to reach the required level of quality of such a demanding project as the
European Capital of Culture. There is a considerable step-change between proposals at
pre-selection stage and those at final selection. The panel will expect significant changes
in the final bid books to reflect these recommendations.
The shortlisted candidates are advised to continue studying carefully the six criteria in
the Decision and the specific comments to all candidates in the assessments above.
A study of the evaluations of recent ECoCs (since 2013) and monitoring reports of recently
designated ECoCs may also be of value. These are available on the European Commission’s
ECoC web page.

General
The bid book at final selection becomes de facto a contract for the designated city; it sets
out the artistic vision and the key objectives, projects, directions, financing and
management of the programme. Close concurrence with the bid book is a factor when the
monitoring panel will recommend the payment of the Melina Mercouri prize.
In their final selection bid books, candidates must cover all the questions in the final
selection questionnaire included in Annex 1 of the call for applications. For the next and
final stage of the competition, the panel expects a considerably more developed section on
the proposed artistic vision, the programme and the European dimension.
The selection panel (and the subsequent monitoring panel) has a responsibility to protect
the long-term brand of the European Capital of Culture programme. Candidates should be
aware that with the level of international attention now being given to ECoCs, policy
decisions over a wide area (not just cultural) may affect the reputation of the city, and in
turn the ECoC image. The panel would expect to see candidates being aware of this and
taking steps to minimise international and national negative images of their city through
policy changes rather than marketing/PR.

21

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

ECoC and cultural strategy
A formally approved city cultural strategy needs to be in place before submitting the bid
book. The panel will expect a tighter focus in the bid books of the final round. In the next
bid books, cities should indicate the priorities of the cultural strategy, its target outcomes
and how resources will be changed over the next few years. A city’s cultural strategy will
normally be wider in scope than the objectives of the ECoC. Bid books should indicate more
clearly which priorities of the broader cultural strategy the ECoC is seeking to contribute
to. The expected legacy of the ECoC should also be envisaged.
An ECoC is a transformational opportunity for a city. The pre-selection bid books set out in
general terms the objectives of why a city is seeking the title. The objectives should be
clearly put, as there is a tendency to perceive ECoC as panacea for every city challenge.
The panel would expect a more focused (and shorter) explanation that can link to the
programme vision, themes, activities, and through evaluation, to the outcomes in the
subsequent legacy. There is considerable literature and research available for cities to see
the range of cultural, urban development and social benefits of an ECoC.
The evaluation sections of the bid books should be developed in the second phase and the
panel expects to receive ECoC indicators of success. The monitoring and evaluation should
not be overwhelmed with (just) statistics and data gathering though. The final bid book
should focus on the priority objectives for the ECoC (rather than those for the entire
cultural strategy). One of the priority areas should refer to how the ECoC will meet the
various elements of the European dimension criterion. Shortlisted cities may wish to
involve management consultancies in addition to a more academic approach.
Capacity building should be based on a wide understanding of specific capacity building
needs of all kinds of cultural players and hospitality industry and services. The cultural and
creative industries (CCI) should be understood as a transversal topic of the cultural and
artistic programme and must be linked to a related mapping and needs analysis of the
sector. Capacity building should therefore also encompass the CCI.

European dimension
The panel felt that this criterion was promising, but considerably under-developed. At this
stage, the proposals are too much looking at the surface of the challenges. The teams were
too focused on their cities’ image and relations within Germany and/or German speaking
countries. The panel would wish to see a greater deepening and widening of programmes
to ensure a more relevant European dimension. That a city is in Germany, in Europe,
has (or can have) a vibrant cultural offer, and will market itself in Europe, is not in itself a
strong interpretation of the European dimension. An ECoC enables a city to promote itself
internationally but that is only half of the story. The European dimension - though not
being present in daily politics - often links to wider debates. Selected cities must be able
to handle those debates in a professional manner, as they obtain more visibility.
The European dimension has a two-way direction. An equal focus is on seeking to broaden
the understanding and awareness of the city’s own citizens on the diversity of cultures in
Europe and linking through cultural and other projects with citizens in other countries. It
is this focus on other cultures that primarily differentiates an ECoC from a national city of
culture. An ECoC offers the opportunity for a city and its citizens to learn from others in an
open way. One important legacy area is the creation of new and sustained partnerships
between a city’s cultural players and those from other countries.
The panel expects to see a significantly increased focus on European partnerships: coproductions, co-curations, conferences, networking as well as visiting artists/performers.
22

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

Most recent ECoCs have included European and international partners in well over half
their projects. Cities should encourage their cultural operators to be active participants in
European cultural networks.
One of the elements of the European dimension criterion for the ECoC title is the ability to
attract visitors from the rest of Europe and beyond. The programme has to have its
attraction and that is why it is something else than the usual tourist offers of the city and
region. The panel would expect to see these attracting programme ideas in the bid for
ECoC 2025. The panel advises to thoroughly think over building a strategic communication
plan for the ECoC project as well as to make a connection between the programme and
international marketing vision.

Cultural and artistic programme
The focus of the final selection is the operating programme between end 2020, when
the ECoC will be formally designated and, in particular, the ECoC year of 2025. Many ECoCs
in recent years have used the opportunity provided by the ECoC to address difficult issues
from their 20th century past that still resonate today. This is especially relevant given the
fact that ECoC 2025 will mark the 80th anniversary of the end of World War II and the end
of Nazi regime in Germany. The panel suggests candidates to look at their past with
present-lenses ensuring respect for the victims and proper commemoration, as well as
using the ECoC as an opportunity to prepare for the future.
The panel will expect to see more details on the programme, its projects and partners. The
cities should set out their artistic vision, the programme and projects more clearly;
differentiating between partners who have indicated firm interest and those who are still
only potential or possible partners. ECoC programmes normally cover a wide range of art
forms and include the increasing development of creative interventions in social issues. An
approximate budget should be shown for each major project for the panel to understand
the relative balance of projects in the programme.
The panel recommends a more focused and detailed approach to digital cultural content
(not just social media promotions and interactions) as integral parts of their programme.
Furthermore, attention should be given to the sustainability of the projects - including
cultural, ecological, social and economic wise - so to ensure an expected substantial legacy
of the ECoC. This was under-developed in the bid books.

Capacity to deliver
Candidates should re-confirm that their bid book, including the programme and the
financial commitments, have the formal approval of the mayor, the city (and county/region
if appropriate) councils and all political parties. The panel also recommends that all
candidates have common understanding and expectations regarding the financial
contribution from the federal Government.
None of the shortlisted cities has convincingly explained their capacity to manage large
cultural events. Candidates are reminded that the criterion for an ECoC requires a special
programme for the year in addition to the normal cultural offer. The panel expects more
information on the managerial capacity in the city/region to manage the depth and range
of an ECoC. The cities should also plan strong capacity building programmes as ECoC's
scope goes beyond current local capacities. If projects are planned to be funded from
competitive EU programmes (e.g. Creative Europe) this should be indicated.
Information on urban development and infrastructure programmes, cultural heritage
restoration projects and new cultural premises is useful as background and context at pre23

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

selection. The final selection will focus on the capital projects that directly impact the
ECoC programme activities (e.g. a new cultural centre in a restored building that
becomes a focal point for community arts projects contained in the programme). A timeline
for these projects and the realistic estimate of completion should be given.
The final bid books should clearly indicate how potential capital investments crucial for the
ECoC would be managed (management structures, state-of-play related to the EU-ESIFunds such as the connection with the relevant Operational Programme, timeline and public
procurement). The capital investment crucial for ECoC should be presented with overall
budgets and timeframes.
The hotel capacities should be re-examined and alternative plans should be developed if
needed.
The panel would like to see concrete local, regional and European legacy aspirations.

Outreach
Special focus should be dedicated to those audiences that are more difficult to reach but
crucial for a new “cultural climate” in an ECoC city (e.g. minorities, the elderly, disabled or
people temporarily in the city). The bid books should cover the participation of schools,
youth groups, (international) students, volunteers etc. and the capacity building of the
creative art sector, in order to approach audience development from the long-term and
strategic perspective.
The panel would expect to learn about the audience development policies of the main
cultural organisations including independent operators and NGOs. The role and contribution
of universities (except evaluation work) was underplayed in most of the pre-selection bid
books.
The audience development strategy for the ECoC is expected to be much further
developed in the final bid books including online and offline measures and channels for all
identified target groups.

Management
The membership of and independence from city administrations of governing
boards should be explained, with post holders (or positions) and the method of
appointment. The decision-making role of the board should be explained. Clear relationship
between different bodies and advisory boards is expected to be outlined.
The General and Artistic/Cultural Directors play a key role in all ECoCs. The selection,
preferably through an open international call, of these posts before the candidates’
appearance at the final selection meeting, will be to their advantage. This is especially
important for the Artistic Director as, unlike many such appointments, the artistic vision is
already set out in the bid book. The same applies if a candidate proposes a collective artistic
leadership. It is acknowledged that the appointments may be conditional on the outcome
of the competition.
The recruitment processes and planned staffing arrangements from 2021 to 2026 should
be outlined including secondments, interns and volunteers.
The marketing of an ECoC should go beyond standard information dissemination tactics to
include an attractive narrative of European importance and relevance coherent with the
artistic vision.
24

Pre-selection of the European Capital
of Culture 2025 in Germany

Signed
Sylvia Amann (Chair)
Cristina Farinha (Rapporteur)
Paulina Florjanowicz
Beatriz Garcia
Dessislava Gavrilova
Barbara Mundel
Alin-Adrian Nica
Ulrich Raulff
Pierre Sauvageot
Jiri Suchanek
Agnieszka Wlazel (Rapporteur)
Suzana Žilič Fišer

Berlin
December 2019

25

Anlage 2

Mikroprojekte "2025 Euro für 2025", 2017
Projekt

Träger

Projektbeschreibung

"Brachliegende Potenziale nutzen Brücken verbinden- Jugendkultur
unter der Waldschlösschenbrücke“

G.N.b.h. Architekten

Mit temporären Installationen beiderseits der Elbe soll das Potential des
Streifens unterhalb der Waldschlösschenbrücke sichtbar gemacht werden. Durch
die Verwandlung des Raumes soll eine neue positive Beziehung auch zum
Bauwerk geschaffen werden.

Judaica in Dresdner Sammlungen
aufspüren

Hatikva e.V.

You, me & mei Dresden

Magnus Hecht

Am 8. Mai 2020 jährt sich in Dresden die Einweihung der einzigen Synagoge
Gottfried Sempers zum 180. Mal. Damit entstand in Dresden ein sichtbares
Zeichen jüdischer Kultur. Ziel des Projektes ist es, Judaica in Dresdner
Sammlungen aufzuspüren und die Verantwortlichen der jeweiligen Sammlungen
für das Potential dieser verstreuten Objekte für Ausstellungs- und
Bildungsprojekte zu sensibilisieren sowie eine Vernetzung dieser Bemühungen in
Hinsicht auf 2020 herzustellen.
Das Projekt ist im Jahr 2018 weitergeführt worden. Als Ergebnis entstand eine
kleine Broschüre, die als Beispiel eines möglichen jüdischen Kulturpfads dienen
soll.
Zum Kulturhauptstadtjahr werden 2025 Bürger der Stadt ihr Besonderes zeigen.
Gäste von außerhalb oder auch aus Dresden können sich mittels einer Plattform,
ganz ähnlich wie Airbnb, eine solche Gelegenheit für unmittelbaren Kontakt
verschaffen. Die Gastgeber zeigen dabei, was das Besondere ihrer Stadt ist. Das
könnten interessante Orte in der Nachbarschaft, ein vorbildlich kultivierter
Garten, ein Privatarchiv, eine Vereinsstätte oder ein sonst nicht zugänglicher
Ausblick sein. Das Projekt ist im Jahr 2018 weitergeführt worden. Leider waren
die Ergebnisse nicht zufriedenstellend, das Projekt wurde seitens des Initiators
eingestellt. Die Begründung liegt dem KHS-Büro vor.

1

Anlage 2

Theaterprojekt „Apropos Prohlis “

Societaetstheater
gGmbH

Harald Fuhrmann und Christiane Wiegand erarbeiten von und mit Prohliser
Bürgern ein gemeinsames Theaterprojekt. In einer ersten Phase besuchen und
interviewen die beiden Theaterschaffenden Menschen des Stadtteils mit
verschiedenen sozialen, beruflichen und gesellschaftlichen Hintergründen. Mit
der von den beiden Künstlern entwickelten Rechercheform werden kurze
brisante Szenen für ein Tischtheater entwickelt und mit professionellen
Schauspielern in einer szenischen Lesung erarbeitet.
Das Projekt würde erfolgreich im Jahr 2018 weitergeführt. Zum Abschluss des
Theaterprojektes „Apropos Prohlis“ sind im Rahmen eines zweitägigen
Tischtheater-Spektakels im April 2018 12 weitere Aufführungen an verschiedenen
Orten in Prohlis stattgefunden.

Polylog

Zentralwerk e. V.

Polylog ist ein Projektlabor und partizipatives Lernlabor für Künstler und Pioniere
aus verschiedenen gesellschaftlichen und beruflichen Bereichen, die sich in
sozialen Veränderungs- und Erneuerungsprozessen engagieren und relevante
Impulse in ihrem direkten Lebensumfeld setzen.
2018 feiert Löbtau sein 950. Jubiläum. Aus Anlass des Jubiläums fragt der Löbtop
e. V. in einer öffentlichen Ideenwerkstatt in Kooperation mit lokalen Partnern
nach der europäischen Idee eines nachbarschaftlichen Miteinanders der
Löbtauer Bürger für die Zukunft des Stadtteils. Das exemplarische Format stellt
sich eine erhöhte Identifikation und Öffnung der Bewohner für
zivilgesellschaftliche Stadtteilanliegen zum Ziel.

Öffentliche Ideenwerkstatt 950 Jahre LöbTop e. V.
Löbtau

Elb meets Florenz

Elena Cencetti

Ausgangspunkt dieses Projektes ist die Städtepartnerschaft von Florenz und
Dresden. Die gebürtige Florentinische Tänzerin Elena Cencetti und die Dresdner
Medienkünstlerinnen Franziska und Sophia Hoffmann blicken auf die Geschichte
und Gegenwart, um sich auf Spurensuche nach dem Begriff "Elbflorenz" in
Dresden und Florenz zu machen und Ähnlichkeiten beider Landeshauptstädte
herauszufinden. Zeitgenössischer Tanz und Videokunst werden beide Orte
verbinden, es entsteht ein Tanzvideo.
Das Projekt wurde im Jahr 2018 weitergeführt; das Ergebnis ist das Video
„Dresden meets St. Petersburg“.
2

Anlage 2

Sound City Lab - Dresden

Medienkulturzentrum
Dresden e. V.

Sound City Lab - Dresden Das Sound City Lab - Dresden (SCL) regt die ästhetische
Auseinandersetzung mit gebautem Raum in Dresden an. Workshops bieten
Interessierten die Möglichkeit, architektonische Wahrzeichen von Dresden zu
vertonen. Die Architektur wird als urbanes Instrument benutzt, um erzeugte
Sounds, Noises und Musik in eine direkte Beziehung zu bringen. Auf diese Weise
wird "akustische Denkmalpflege" für Dresden betrieben.
2017 wurde der neue Kulturpalast vertont. Das Projekt wurde im Jahr 2018 in
der Semperoper weitergeführt.

„Netzwerktreffen und
Straßentheateraktion in Planung für
ein internationales inklusives
Theaterfestival 2025“

Farbwerk e. V

Wunschraumproduktion

Tagträumer
Kulturförderung e. V.

In vielen Städten Deutschlands und Europas wird Kunst von und mit Menschen
mit Behinderung bereits seit Jahren gelebt. Leider ist das nicht immer
selbstverständlich in Dresden. 2025 könnte europaübergreifend bewiesen
werden, dass Inklusion auch auf den Bühnen und Plätzen dieser Stadt Einzug
gehalten hat. Der Kunst- und Kulturverein farbwerk e. V. plant dazu in
Zusammenarbeit mit Künstlern mit und ohne Behinderung ein Netzwerktreffen
und eine Straßentheateraktion in Dresden, um hier einen Grundstein für ein
Internationales inklusives Theaterfestival zu legen.
Die "Wunschraumproduktion" ist eine dreitägige Auftaktveranstaltung des
Roads! Festivals, bei welcher von Menschen aus der Nachbarschaft
Friedrichstadt und Löbtau eine großflächige begehbare Installation erbaut wird.
Das kreative Ergebnis verbildlicht die Vision von Stadtgesellschaft der Zukunft,
indem sie diese räumlich erfahrbar macht.

3

Anlage 2

Urban Script Continues GhettoResidency

Jens Besser

DER FLIEGENDE TEPPICH - Offene
Erzählbühne Prohlis. Eininteraktives
Angebot für und mit Menschen aller
Altersgruppen und Kulturen

ERZÄHLRAUM e. V.

Was uns in Gruna wichtig ist!
Zukunftswerkstatt Gruna

Sigus e. V.

GhettoResidency ist das Modellprojekt einer Künstlerresidenz mit intensiver
Interaktion zwischen lokalen und internationalen Subkulturakteuren. Das teilt
Schnittmengen aus den Bereichen Soziokultur und bildender Kunst. Dabei
werden Fußballfankultur und Graffiti durch das Künstlerpaar Wanderlust Social
Club künstlerisch weiterverarbeitet in Zeichnungen, Siebdrucken und
Wandbildern.
Das Projekt wurde im Jahr 2018 weitergeführt. Mit einer Künstlerin aus Bulgarien
und einem Künstler aus Italien wurden Workshops mit Dresdner Jugendlichen
organisiert. Gemeinsam gestalteten sie einen Fußgängertunnel in Gorbitz.
DER FLIEGENDE TEPPICH, die offene Erzählbühne, bringt Nachbarn in Prohlis
zwanglos und unterhaltend zusammen. Vielleicht kommen sie aus
unterschiedlichen Kulturkreisen, gehören verschiedenen Generationen an oder
interpretieren ganz verschieden den Begriff "Heimat". Wie auch immer zweimal im Monat erhebt sich der Geschichten-Teppich mit großen und kleinen
Prohliser Zuhörern.
Das Projekt wurde im Jahr 2018 weitergeführt. An einem Erzählwochenende im
September fanden an mehreren Orten in Prohlis verschiedenste Erzählungen
statt.
Die Zukunftswerkstatt Gruna ist ein wesentlicher Bestandteil der ersten Grunaer
Nachbarschaftstage 2017. Sie motiviert im Stadtteil zur qualifizierten
Bürgermitsprache: Wichtig ist, dass Bewohner die Orte, Gebäude, Grün- und
Wasserflächen, Einrichtungen etc. benennen, die sie als bewahrenswert
erachten. Dazu gehören auch solche, die heute zerstört oder kaum noch zu
erkennen sind, die aber in der Geschichte des Stadtteils und der
Nachbarschaften einst eine wichtige Rolle spielten.

4

Anlage 2

"Na dann mach doch mit! An den Orten des Miteinanders", 2018
Ort

Projektträger

Titel des Projektes

Großer Garten - Parktheater

Wagner Moreira

Bach drückt Play

Waldspielplatz Albertpark

Handwerkskammer
Barfußpfad - Barfuß durch den Tag - Unseren Füßen Zeit widmen"
Dresden
Haus der kleinen
Forscher
Hufewiesen Trachau e. V. KlangHufen / Klangparcours
Cardea - Studio für
Sport verbindet
Pilates und Yoga

Hufewiesen
Bonhoefferplatz
Waldspielplatz Albertpark

Anca Huma & Elena
Cencetti
Cardea - Studio für
Pilates und Yoga
Wagner Moreira

Heart Beat Rituals

Cynthia Keßner

Performance des Miteinaders

Hellersiedlung

KGV Hellersiedlung
Nordhöhe e. V.

KinderMitmachProgramm

Brühlsche Terrasse am
Delphinbrunnen

Kai Krannich & Martin
Gäumann

Mensch, ärgere Dich nicht! Lebensgroße spielen

Jugendkirche Dresden
(Trinitatiskirche)
Hauptbahnhof Kuppelhalle

Stadtjugendpfarreramt

Musik-Zirkus & Performance-Kunst

Chor Blau- & Grüntöne

Circle-Song-Impro

Freibad Cotta "Hebbelbad"
Schlösser am Elbhang
(Albrechtsberg/ Schloss Lingner und
Parkanlage)
Campus TU Dresden

Sport verbindet
Massa Mobil - Wandel!

5

Anlage 2

Halfpipe Prohlis

Mobile Jugendarbeit
Dresden-Süd e. V.

Sonntags Open Air

Max-Planck-Institut für molekulare
Zellbiologie und Genetik

Gabriel Jurado Jimenez & Frei schweben
Franziska Kusebauch

Ecke Nord - Café und
Lebensmittelladen
Slaughterhouse Five

Ecke Nord GbR

Konzert & Chor & Filmabend

Ruairí O'Brien
Architektur

Führungen/Spaziergang/ Lesungen/Flashmobs (Englisch & Deutsch)

Bräustübl

Christiane Filius-Jehne,
Mona Scholz-Kluge

Heimatstube Bräustübl (Fotoausstellung / Speeddating / Einbürgerungstest /
Hymne)

Bräustübl

Kunst und Kulturverein
Alte Feuerwache

Bräustübel (A)live

Ort

Projektträger

Titel des Projektes

Altnickern

Heimatverein Prohlis e.
V.

Steinzeit-Erlebnistag

Hufewiesen und Alttrachau

KlangHufen

Waldspielplatz

Hufewiese Trachau
e. V.
Elena Cencetti

Am Sachsenbad

Pro Pieschen e. V.

Treffpunkt: Unter dem Blauen
Wunder, Zielort: Am Japanischen
Palais

Erzählraum e. V. und
Neuer Sächsischer
Kunstverein e. V.

Erzähl mir was! Außergewöhnliche Orte erschließen - Generationen verbinden:
DAS SACHSENBAD
Geschichten am Fluss
Verborgenes an den Ufern der Stadt - eine Erzählkarawane

Am Elbufer neben der
Augustusbrücke

Ernährungsgeschichte in
Sachsen e. V.

"Orte des Miteinanders" 2019

MikroMakroDresden

Essen in Dresden. Intro: Gruß aus der Küche

6

Anlage 2

Dancewalk von der Neustadt mit der
Linie 8 nach Hellerau
Waldschlösschenbrücke & Hygiene
Museum
Villa Wigman & Prager Straße

Franziska Kusebauch,
Wagner Moreira
CineIdivers e. V.

Dancewalk

Wagner Moreira

Dance. State of Reality

MPI-CBG

Silent Cinema

Gabriel Jurado, Franziska
Kusebauch
Dancewalk durch die Altstadt nach
Franziska Kusebauch,
State of Reality von Wagner Moreira Wagner Moreira
Großer Garten, Hygiene-Museum,
Franziska Kusebauch,
Ausstellung „Showroom“
Wagner Moreira
Löbtau
LöbTop e. V.

Frei Schweben 2

Zentralwerk
Quartier 22 -Bautzner Str. 22

Miteinander Wohnen
Lebendig miteinander arbeiten (kurzfristig ausgefallen)

Farbwerk e. V.
Quartier 22

Dancewalk
Dancewalk
Auf den Spuren von Victor Klemperer - ein kultureller Staffellauf durch Löbtau

Neue-Heimat-Plattform
Dresden 2025 betrachtet Partizipation nicht als Selbstzweck, sondern als ein notwendiges Instrument, um möglichst viele Bürger zu aktivieren und zu
befähigen, selbst Kultur zu machen und so die Kooperationsbereitschaft innerhalb der Stadtgesellschaft zu erhöhen.
Kulturvermittler sprechen von Partizipation und Teilhabe: Der Plattform-Prozess steht nicht nur für Kultur für Alle, sondern Kultur mit Allen. Aus diesem
Grund soll das Programm 2025 gleichberechtigt aus einem kuratierten Teil - entwickelt von professionellen Kulturschaffenden - und einem nichtkuratierten Teil, gestaltet von Bürgern, bestehen. Verteilt auf die Stadtteile und die Region wird ein nicht-kuratiertes Programm in sogenannten
„Plattformen“ in Zusammenarbeit mit Vermittlern, lokalen Institutionen, Stadtbezirken und internationalen Partnern entstehen.
Die Plattformen als Instrument der Partizipation sind ein zentrales Element der Bewerbung, das bereits 2019 gestartet wurde. Über 150 Menschen
haben in neun Themenfeldern Projekt-Ideen erarbeitet, die der Öffentlichkeit im Rahmen der Ausstellung „Showroom Neue Heimat Dresden 2025“
präsentiert und 2020 als Prototypen umgesetzt werden.
7

Anlage 2

Plattform
Dritte Orte
Kultur und Demokratie
Jugend und Kultur
Stadtgesellschaft und Generationen
E-Kultur, Digitalisierung und künstliche Intelligenz
Neue Erinnerung
Neue Kunst, neue Kulturarbeit, Kultur und Wissenschaft
Kultur und Umwelt
Plattform Europa

Projektidee
Drei Ideen für Dresdner Leer-Räume
Ein Kulturpfad für Dresden
Austauschbau: Ideentausch für Jugendliche und Kulturschaffende
Kulturagenten braucht die Stadt
Heimat analog/digital. Leben in zwei Welten?
Bewegte Heimat. Stücke
Para-sit
Wilde Pflanzen – neue Heimat: Wir pflanzen die Saat der Nachhaltigkeit in
Dresden
Europa in Dresden – ein interaktiver Stadtplan

8

LANDESHAUPTSTADT DRESDEN
BESCHLUSSAUSFER TIG UNG
Stadtrat (SR/045/2017)

Sitzung am:

23.11.2017

Beschluss zu:

V1845/17

Gegenstand:

Entwicklungs- und Nutzungskonzept des Stadtteilhauses Johannstadt im Rahmen des Förderge­
bietes Dresden Nördliche Johannstadt
Beschluss:

1. Der Stadtrat bestätigt den Standort für den Neubau des Stadtteilhauses Johannstadt als Er­
satz für das abzubrechende Gebäude Elisenstraße 35 (Johannstädter Kulturtreff) entspre­
chend der Anlage 1 zur Vorlage.
2. Der Stadtrat bestätigt das Entwicklungs- und Nutzungskonzept für das Stadtteilhaus Johann­
stadt entsprechend Anlage 2 zur Vorlage.
3. Der Stadtrat nimmt das Finanzierungsmodell (Anlage 3 zur Vorlage) zur Kenntnis und bestä­
tigt den Einsatz von Städtebaufördermitteln und Eigenmitteln.
4. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, die weitere planerische Vorbereitung des Projektes
mit hoher Priorität und in enger Abstimmung mit den künftigen Nutzern zu betreiben.
5 . Der Stadtrat beauftragt den Oberbürgermeister mit der Planung des Flochbauprojektes
„Stadtteilhaus Johannstadt" bis zur Leistungsphase 3 FIOAI. Das Ergebnis der Planung ist
dem Stadtrat als Baubeschluss zur Entscheidung vorzulegen.

-2-

6.

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, bei den weiteren Planungen die Stellungnahme des
Ortsbeirates Altstadt in den Punkten 6 und 7 zu prüfen und dem Ausschuss für Stadtentwick­
lung, Bau, Verkehr und Liegenschaften mit dem Wettbewerbsergebnis für das Terrain das
Prüfergebnis vorzulegen.
Punkte 6 und 7 der Beschlussempfehlung des Ortsbeirates Altstadt aus der Sitzung
17. Oktober 2017:
„6. Der Ortsbeirat Altstadt lehnt den Ausbau einer Erschließungsstraße (Verlängerung Blu­
menstraße) ab und spricht sich in diesem Bereich dagegen lediglich für eine Neuordnung des
ruhenden Verkehrs zur Optimierung des Stellplatzangebotes und der Verbesserung der Fuß­
wegeverbindungen aus.
7. Der Ortsbeirat Altstadt lehnt die Schaffung von 5 Stellplätzen im Bereich des zweitweisen
Wochenmarktes zwischen Einkaufszentrum Aldi/Konsum und Hochhaus Pfotenhauer Stra­
ße 5 ab."

7.

Dem Stadtrat ist ein Vorschlag zur Einbeziehung der interessierten Bürgerschaft in den Planungsprozess vorzulegen.

8.

Der Stadtrat wünscht für das Stadtteilhaus die Einbeziehung von Kunst am Bau. Dem Stadt­
rat ist ein geeigneter Verfahrensvorschlag zu unterbreiten.

Dresden,

1 g, mi W

Detlef SittelVj
Vorsitzender

L A N D E S H A U P T S T A D T

D R E S D E N

B E S C H L U S S A U S F E R T I G U N G
Stadtrat (SR/053/2018)

Sitzung am:

28.06.2018-29.06.2018

Beschluss zu:

V2179/18

Gegenstand:
Nutzungskonzept und Betreibung Gamigstraße 26 "Bürgerhaus Prohlis"

Beschluss:
1.

Der Stadtrat beschließt die Betreibung des Objektes Gamigstraße 26 „Bürgerhaus Prohlis"
als Gemeinbedarfseinrichtung.

2. Das vorliegende Nutzungskonzept (Anlage 1) und die für die Absicherung der Nutzung als
Gemeinbedarfseinrichtung erforderlichen Mittel für die laufenden Aufwendungen gemäß
Anlage 2 werden zur Kenntnis genommen. Der Stadtrat wird beauftragt, die Finanzierung ab
Inbetriebnahme des Bürgerhauses sicherzustellen.
Dre<

"

/

DirkOHilbert
Vorsitzender

"

2013

LANDESHAUPTSTADT DRESDEN
B E S C H L U S S A U S F E R T I G U N G
Stadtrat (SR/056/2018)

Sitzung am:

01.11.2018

Beschluss zu:

V247S/18

Gegenstand:

Umbau und Modernisierung Kulturzentrum Scheune
Beschluss:

1. Der Stadtrat beschließt den Umbau und die Modernisierung des Kulturzentrums Scheune
auf der Grundlage des Nutzungskonzeptes des scheune e. V. vom Dezember 2016 und bauaufsichtlicher Forderungen zur Verbesserung des baulichen Brandschutzes sowie zur Her­
stellung der Barrierefreiheit im Gebäude.
2. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, die Planung und Baudurchführung der Baumaß­
nahme auf der Grundlage der Variante 3 zu veranlassen. Die vorläufigen Gesamtkosten in
Höhe von 6.243.000 Euro werden bestätigt. Die noch nicht geplanten Finanzmittel in Höhe
von 5.943.000 Euro sind in den jeweiligen Haushaltsjahren im Projekt Hl.2720027 gemäß An­
lage 6 zur Vorlage vorzusehen. Der vorliegende Bauablauf- und Finanzierungsplan wird be­
stätigt.
3. Bei den Planungen für die Umgestaltung des Außenbereichs des Kulturzentrums Scheune
(inkl. des Flurstücks 556) sind die verschiedenen Nutzergruppen wie die Nutzer/-innen der
Scheune, die vor Ort agierenden Angebote der mobilen Sozialarbeit, die Neustadtkümmerin,
das Dreikönigsgymnasium, die Stadtteilrunde Neustadt und die Betreuer/-innen des Scheu­
nevorplatzes von Beginn an zu beteiligen.
4. Für die Fassadengestaltung des Kulturzentrums Scheune ist ein Bürgerbeteiligungsverfahren
durchzuführen.

5.

Die Planungen zur Umgestaltung und Modernisierung des Kulturzentrums Scheune sind
Gestaltungskommission der Landeshauptstadt Dresden zur Behandlung vorzulegen.

Vorsitzender

LANDESHAUPTSTADT DRESDEN
B E S C H L U S S A U S F E R T I G U N G
Stadtrat (SR/058/2018)

Sitzung am:

13.12.2018-14.12.2018

Beschlusszu:

V2524/18

Gegenstand:

Richtlinie der Landeshauptstadt Dresden über die Gewährung von Zuwendungen für stadtteil­
bezogene Vorhaben (Stadtbezirksförderrichtlinie) unter Abänderung des Beschlusses V0448/15
vom 19. November 2015
Beschluss:

Der Stadtrat beschließt die Richtlinie der Landeshauptstadt Dresden über die Gewährung von
Zuwendungen für stadtteilbezogene Vorhaben (Stadtbezirksförderrichtlinie) unter Abänderung
des Beschlusses V0448/15 vom 19. November 2015.
Richtlinie der Landeshauptstadt Dresden über die
Gewährung von Zuwendungen für stadtteilbezogene Vorhaben

(Stadtbezirksförderrichtlinie)
vom 13. Dezember 2018
Inhaltsverzeichnis

1.

Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage und Zuwendungsbegriff

2.
3.

Gegenstand der Förderung
Zuwendungsempfängerin/Zuwendungsempfänger

4.
5.
6.
7.
8.
9.

Zuwendungsvoraussetzungen
Art, Umfang und Höhe der Zuwendung
Verfahren
Sonstige Zuwendungsbestimmungen
Sonderbestimmungen für Kleinprojekte
Schlussbestimmungen

-2Einleitung

Die Rahmenrichtlinie zur Gewährung von Zuwendungen aus dem Haushalt der Landeshaupt­
stadt Dresden (Richtlinie städtische Zuschüsse, in der jeweils gültigen Fassung - im Folgenden
Rahmenrichtlinie - etwaige von dieser in deren Anlage oder Text vorgegebener Formulare sind
sinngemäß anzuwenden) ermöglicht den Fachbereichen der Landeshauptstadt Dresden, die
allgemeinen Regelungen zur Beantragung, Bewilligung, Auszahlung und zum Nachweis der Ver­
wendung von Zuwendungen durch eine Fachförderrichtlinie zu spezifizieren. Auf dieser Grund­
lage wurde die vorliegende Fachförderrichtlinie der Stadtbezirksämter (Stadtbezirksförderricht­
linie) erarbeitet.
Stadtbezirke, d. h. die Mitglieder des Stadtbezirksbeirates und die Beschäftigten des Stadtbe­
zirksamtes beraten und unterstützen den Stadtrat, die Oberbürgermeisterin/den Oberbürger­
meister sowie die Bürgerschaft bei örtlich bedeutsamen Angelegenheiten. Nach der Hauptsat­
zung der Landeshauptstadt Dresden haben die Stadtbezirksbeiräte ferner über nachfolgende
Aufgaben zu entscheiden:
•

Festlegung der Reihenfolge der Arbeiten zum Um- und Ausbau sowie zur Unterhaltung und
Instandsetzung von Straßen, Wegen und Plätzen, deren Bedeutung über den Stadtbezirk
nicht hinausgeht, einschließlich der Beleuchtungseinrichtungen;

•

Pflege des Ortsbildes sowie die Unterhaltung und Ausgestaltung der öffentlichen Park- und
Grünanlagen, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hinausgeht;

•

Förderung von Vereinen, Verbänden und sonstigen Vereinigungen im Stadtbezirk;

•

Förderung und Durchführung von Veranstaltungen der Heimatpflege und des Brauchtums
im Stadtbezirk;

•

Information, Dokumentation und Repräsentation in Stadtbezirksangelegenheiten.

Das Nähere hierzu regelt die Aufgabenabgrenzungsrichtlinie der Landeshauptstadt Dresden. Zur
Aufgabenerfüllung können die Stadtbezirke auch Zuwendungen an Dritte ausreichen, soweit
hierbei nicht die Fachämter der Landeshauptstadt Dresden zuständig sind.
Diese Stadtbezirksförderrichtlinie regelt die Gewährung von Zuwendungen für stadtteilbezoge­
ne Vorhaben im Verantwortungsbereich der Stadtbezirke der Landeshauptstadt Dresden. Sie
ergänzt das zwingende öffentlich-rechtliche Zuwendungsrecht hinsichtlich des örtlichen Verwal­
tungsverfahrens und trifft Aussagen zur Förderfähigkeit von Projekten und Maßnahmen, soweit
diese nicht schon von der Rahmenrichtlinie getroffen werden. Ziel ist, eine ermessensfehlerfreie
Verwaltungsentscheidung sicherzustellen und dadurch die Gleichbehandlung der Einwohner­
schaft zu sichern, da kein Anspruch auf Zuwendungen aus dem kommunalen Haushalt besteht.
1.

Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage und Zuwendungsbegriff

(1)

Die Stadtbezirksförderrichtlinie gilt für die Projektförderung von stadtteilbezogenen Ar­
beiten und Vorhaben. Der Bezug zum Stadtteil ist gegeben, wenn durch die Umsetzung
der Arbeiten und Vorhaben eine regionale Wirkung erzielt wird; etwa durch Beiträge
zum örtlichen Zusammenleben oder der lokalen Gebietsentwicklung.

-3-

(2)

Grundlage der Stadtbezirksförderrichtlinie bilden die Rahmenrichtlinie sowie die darin
aufgeführten gesetzlichen Regelungen und die allgemeinen Bewilligungsbedingungen
(Nebenbestimmungen) für Zuwendungen zur Projektförderung (AIIBewBed - P StDD) der
Landeshauptstadt Dresden in der jeweils gültigen Fassung.

(3)

Zuwendungen im Sinne dieser Stadtbezirksförderrichtlinie sind freiwillige, zweckgebun­
dene Leistungen, die die Landeshauptstadt Dresden zur Erfüllung bestimmter Aufgaben
an Zuwendungsempfängerinnen und Zuwendungsempfänger außerhalb der Stadtverwal­
tung erbringt (in der Regel in Form von verlorenen Zuschüssen). Keine Zuwendungen im
Sinne dieser Stadtbezirksförderrichtlinie sind insbesondere Leistungen auf die ein unmit­
telbar durch Rechtsvorschriften begründeter Anspruch besteht, der Ersatz von Aufwen­
dungen oder Entgelte aufgrund von Verträgen.

2.

Gegenstand der Förderung

(1)

Auf Grundlage dieser Stadtbezirksförderrichtlinie können Zuwendungen insbesondere
gewährt werden für die:
a. Durchführung von stadtteilbezogenen Veranstaltungen, wie Bürgerforen und Ge­
sprächsrunden zur Förderung der Bürgerbeteiligung;
b. Durchführung von Stadtteil-, Sport- und Straßenfesten;
c. Maßnahmen zur Aufarbeitung, Sicherung und Fortschreibung der Stadtteilgeschichte
und Stadtbezirkschronik;
d. Maßnahmen der stadtteilbezogenen Öffentlichkeitsarbeit, wie Flyer und Broschüren,
unter Beachtung der Dienstordnung Information und Soziale Medien der Landes­
hauptstadt Dresden;
e. Maßnahmen zur Ortsbildverschönerung;
f. Entwicklung des ehrenamtlichen Engagements;
g. Mitwirkung an der Verbesserung des kulturellen, sportlichen und sozialen Lebens im
Stadtteil; dies umfasst auch Maßnahmen, die der Erprobung von ökologisch- und
ökonomisch-sozialverträglichen Nachbarschaftsprojekten (wie bspw. Tausch- oder
Teilladen) dienen, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen urbaner Ökosys­
teme zu meistern;
h. Beteiligung an Projekten der Stadtverwaltung im Stadtteil sowie deren Begleitung,
wie Mitarbeit bei der Stadtteilgestaltung und der Entwicklung von Stadtteilkonzepten
i.

sowie die Erarbeitung von Stellungnahmen und Vorschlägen;
aktive Vernetzung der stadtteilorientierten Arbeit zwischen Vereinen, Stadtbezirks­
beiräten, Kirchgemeinden und Glaubensgemeinschaften, Schulen und sonstigen Ak­

j.

(2)

teurinnen und Akteuren, im Stadtbezirk;
durch die Hauptsatzung in Verbindung mit der Richtlinie Aufgabenabgrenzung den
Stadtbezirken übertragenen Aufgaben, soweit diese nicht durch die Stadtverwaltung
der Landeshauptstadt Dresden oder eine andere Behörde erbracht werden.

Die geförderten stadtteilbezogenen Projekte müssen geeignet sein, den Zuwendungs­
zweck zu fördern. Die geförderten Projekte sollen die Belange von Menschen mit Behin­
derung berücksichtigen und den Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskon­
vention der Vereinten Nationen der Landeshauptstadt Dresden beachten.

-4(3)

Eine Zuwendung anderer Fördermittelgeber für das jeweilige Projekt ist zulässig, soweit
die Gesamtzuwendungen nicht die insgesamt erforderlichen Aufwendungen überstei­
gen. Jede anderweitige Finanzierung bzw. Einnahme ist im Kosten- und Finanzierungs­
plan auszuweisen.

3.

Zuwendungsempfängerin/Zuwendungsempfänger

Zuwendungsempfängerin und Zuwendungsempfänger im Sinne dieser Stadtbezirksför­
derrichtlinie sind grundsätzlich freie Träger, Vereine, Verbände, Gruppen, Initiativen, Pri­
vatpersonen und Körperschaften des öffentlichen Rechts, die Aufgaben, die im Interesse
der Landeshauptstadt Dresden liegen, erfüllen und/oder gemeinnützig arbeiten.
4.

Zuwendungsvoraussetzungen

(1)

Zuwendungen können grundsätzlich nur gewährt werden, wenn:
a.

nach Einschätzung des zuständigen Stadtbezirkes ein städtisches Interesse besteht
und das Vorhaben ohne die Zuwendung nicht oder nicht im notwendigen Umfang
durchgeführt werden kann,

b.

die Kosten des Vorhabens den Grundsätzen der sparsamen und wirtschaftlichen
Haushaltsführung entsprechen,

c.
d.

die Gesamtfinanzierung gesichert und nachgewiesen ist,
die ordnungsgemäße Geschäftsführung der Zuwendungsempfängerin/des Zuwen­
dungsempfängers sowie die Gewähr des Projektträgers außer Zweifel stehen und
der Nachweis über die Mittelverwendung gesichert erscheint,

e.

die voraussichtlich für die Maßnahme anfallenden Personalkosten die Vorgaben der
Rahmenrichtlinie und die Vorgaben zum gesetzlichen Mindestlohn sowie die allge­
meinen Steuer- und Sozialversicherungspflichten beachten,

f.

die voraussichtlich für die Maßnahme anfallenden Sachkosten die Vorgaben der
Rahmenrichtlinie beachten,

g.

h.

als Eigenanteil (in der Regel durch Eigenmittel) mindestens zehn Prozent der Ge­
samtkosten getragen werden - mit Ausnahme von Kleinprojekten (dort gelten die
Vorgaben von Ziffer 8),
mit dem Zuwendungszweck verbundene eigene Mittel und Einnahmen (wie bspw.
Eintrittsgelder) im Sinne des Zuwendungszwecks eingesetzt werden.

(2)

Politische Parteien und Wählervereinigungen sind von der Förderung ausgeschlossen.
Gleiches gilt für natürliche oder juristische Personen, deren Agieren im Widerspruch zur
freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland steht.

(3)

Mit dem zu fördernden Vorhaben darf noch nicht begonnen worden sein, es sei denn,
dass dem vorzeitigen Vorhabenbeginn durch das Stadtbezirksamt ausnahmsweise zuge­
stimmt wurde. Eine solche Ausnahme kann jedoch nur auf schriftlichen oder mit einer
qualifizierten elektronischen Signatur versehenen Antrag bewilligt werden, solange mit
dem Vorhaben noch nicht begonnen wurde. Eine nachträgliche Genehmigung oder För­
derung nach bereits erfolgtem Beginn ist ausgeschlossen. Für die Genehmigung einer
Ausnahme vom Verbot des vorzeitigen Vorhabenbeginns müssen folgende Vorausset­
zungen erfüllt sein:

-5•

der Antrag auf Gewährung einer Zuwendung muss dem Stadtbezirksamt bereits voll­
ständig vorliegen und den Kriterien der Stadtbezirksförderrichtlinie entsprechen,

•

dieser Zuwendungsantrag muss schlüssig sein, d. h. es dürfen sich aus den Antrags­
unterlagen keine Gesichtspunkte ergeben, die einer späteren Förderung entgegen­
stehen könnten,

•

es muss ein erhebliches städtisches Interesse an der Realisierung des Vorhabens be­
stehen,

•

im Hinblick auf die mit der Genehmigung zum vorzeitigen Vorhabenbeginn verbun­
dene faktisch fiktive Bindung und Belegung von Haushaltsmitteln muss zumindest
formal gesichert sein, dass dem Grunde nach auch ausreichende Haushaltsmittel für
eine eventuelle spätere Bewilligung zur Verfügung stehen könnten.

Eine Genehmigung zum vorzeitigen Vorhabenbeginn kann jedoch regelmäßig nur in be­
sonders gelagerten Ausnahmefällen in Betracht kommen, da bei Vorhaben, die nur mit
finanzieller Beteiligung des Stadtbezirkes zu verwirklichen sind, auch grundsätzlich er­
wartet werden kann, dass der Zuwendungsbescheid abgewartet wird. Aus einer Aus­
nahmegenehmigung zum vorzeitigen Vorhabenbeginn können keine Ansprüche auf die
tatsächliche, spätere Förderung eines Projektes hergeleitet werden.
Bei Baumaßnahmen gelten Planung, Bodenuntersuchung und Grunderwerb nicht als Be­
ginn des Vorhabens. Vorzeitiger Grunderwerb ist jedoch dann unzulässig, wenn der
Grunderwerb selbst Zuwendungszweck ist.
5.

Art, Umfang und Höhe der Zuwendung

(1)

Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung nach dieser Stadtbezirksförder­
richtlinie besteht nicht. Ein Anspruch entsteht auch dann nicht, wenn in zurückliegender
Zeit bereits Zuwendungen gewährt wurden. Eine institutionelle Förderung ist ausge­
schlossen. Zuwendungen werden nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haus­
haltsmittel gewährt. Zuwendungen werden nur für ein Haushaltsjahr gewährt und sind
nicht in das Folgejahr übertragbar.

(2)

Die Zuwendung wird grundsätzlich als Teilfinanzierung, in Form einer Fehlbedarfs-, An­
teils- oder Festbetragsfinanzierung gewährt. Nur bei Kleinprojekten kann eine Vollfinan­
zierung nach Maßgabe der Ziffer 8 und der Rahmenrichtlinie erfolgen. Die Zuwendung
erfolgt als verlorener, d. h. grundsätzlich nicht rückzahlbarer Zuschuss im Rahmen einer
Projektförderung für zeitlich begrenzte oder einmalige Vorhaben. Ungeachtet dessen
besteht die Möglichkeit des Widerrufs und der Rückforderung der Zuwendung, etwa bei
Nichtbeachtung der Vorgaben des Zuwendungsbescheides oder nachträglichem Wegfall
von Zuwendungsvoraussetzungen.

(3)

Die Verantwortung für die ausreichende und vollständige Finanzierung eines Projektes
liegt bei der Zuwendungsempfängerin/dem Zuwendungsempfänger.

(4)

Aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung kann eine Verwaltungskostenpauschale bis
zu zwölf Prozent festgelegt werden. Als Bemessungsgrundlage für die Verwaltungskos­
tenpauschale sind die sonstigen auf das Projekt zuwendungsfähigen Ausgaben mit Aus­
nahme investiver Maßnahmen anzusetzen, die noch nicht über andere zuwendungsfähi­
ge Sachkosten abgedeckt sind.

-6-

(5)

(6)

Unabhängig vom Zuwendungsumfang und ergänzend zu den Regelungen der Rahmen­
richtlinie sind nicht förderfähig:
a.

Freiwillige Versicherungen;

b.

Ausgaben für die Herstellung und Vervielfältigung für kommerziell zu vertreibende
Produkte;

c.
d.
e.
f.

Ausgaben im Zusammenhang mit einer Kreditbeschaffung;
Kontoführungsgebühren sowie Zinsen und Mahngebühren;
Mitgliedsbeiträge und Pflichtumlagen;
kalkulatorische Kosten.

Zuständig für die Bewilligung ist der Stadtbezirk. Die Zuständigkeit für die Unterschrift
unter dem Bewilligungsbescheid ist in der Zuständigkeitsordnung der Landeshauptstadt
Dresden geregelt.

6.

Verfahren

(1)

Eine Zuwendung nach dieser Stadtbezirksförderrichtlinie wird nur auf Grundlage eines
vollständigen Antrags gewährt. Dieser umfasst zwingend eine Projektbeschreibung sowie
einen Kosten- und Finanzplan. Die Formulare zur Einreichung der notwendigen Angaben
werden im städtischen Internetauftritt veröffentlicht und sind im Stadtbezirksamt erhält­
lich. Über Fördermittelanträge entscheidet der Stadtbezirksbeirat in der Regel in öffent­
licher Sitzung. Der Stadtbezirk macht die Fördertermine und Antragstermine ortsüblich
bekannt. Die Entscheidung über den vollständig eingereichten Förderantrag erfolgt bei
fristgerechter und vollständiger Antragsstellung in der nächsten, fristgerecht erreichba­
ren Sitzung des Stadtbezirksbeirates. Soweit im laufenden Kalenderjahr noch eine Förde­
rung erfolgen soll, muss der Antrag bis spätestens 15. Oktober des jeweiligen Jahres voll­
ständig vorliegen.

(2)

Mit Antragstellung ist die Erklärung abzugeben, dass der Verarbeitung der im Antrag
angegebenen personenbezogenen Daten zur Abwicklung des Förderverfahrens (ein­
schließlich Zahlungs- und Postabwicklung) zugestimmt wird. Ansonsten kann über den
Antrag nicht entschieden werden.

(3)

Die Zuständigkeit für die Bekanntgabe der Zuwendungsentscheidung bestimmt die
Oberbürgermeisterin/der Oberbürgermeister. Soweit der festgesetzte Bewilligungszeit­
raum nicht ausreicht, um den Erfolg des Projektes sicherzustellen, kann der Fördermit­
telempfänger die Verlängerung des Bewilligungszeitraumes beantragen, solange dieser
noch nicht abgelaufen ist. Über die Verlängerung des Bewilligungszeitraumes entschei­
det die Stadtbezirksamtsleitung nach pflichtgemäßem Ermessen.

(4)

Die Zuwendungsempfängerin/der Zuwendungsempfänger hat die Auszahlung der Mittel
unter Verwendung des vom Stadtbezirk bereitgestellten Auszahlungsantrages zu bean­
tragen. Die Zuwendungen dürfen nur insoweit und nicht eher ausgezahlt werden, als sie
voraussichtlich innerhalb von zwei Monaten nach Auszahlung für fällige Zahlungen im
Rahmen des Zuwendungszwecks benötigt werden. Nicht verwendete Mittel sind unver­
züglich an das Stadtbezirksamt zurückzuzahlen. Vor der Rückzahlung ist das Stadtbezirk­
samt zu kontaktieren, um ein Kassenzeichen zu erhalten.

-7(5)

Bei der Zuwendung handelt es sich um öffentliche Haushaltsmittel, über deren Verwen­
dung ein Nachweis zu führen ist. Dieser ist in der Regel innerhalb von drei Monaten nach
Ablauf des Bewilligungszeitraumes beim Stadtbezirksamt einzureichen. Der vereinfachte
Verwendungsnachweis ist, außer bei Kleinprojekten gemäß Ziffer 8, nicht zugelassen. Die
Landeshauptstadt Dresden kann auch bei Kleinprojekten Belege anfordern. Näheres
hierzu regeln der Bewilligungsbescheid und die Rahmenrichtlinie.

(6)

Wird dem Förderantrag nicht entsprochen, ergeht ein begründeter Ablehnungsbescheid.

7.

Sonstige Zuwendungsbestimmungen

(1)

Die Gewährung von Zuwendungen nach dieser Stadtbezirksförderrichtlinie sowie das
damit im Zusammenhang stehende Antrags- und Nachweisverfahren richten sich nach
der Rahmenrichtlinie und den gesetzlichen und untergesetzlichen Vorschriften in der je­
weils geltenden Fassung.

(2)

Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nach­
weis und die Prüfung der Verwendung und die gegebenenfalls erforderliche Aufhebung
des Zuwendungsbescheides und die Rückforderung der gewährten Zuwendung sollen die
AllBewBed - P StDD im Zuwendungsbescheid für anwendbar erklärt werden, soweit
nicht innerhalb dieser Stadtbezirksförderrichtlinie oder im Zuwendungsbescheid abwei­
chende Regelungen getroffen werden.

(3)

Auf die Förderung durch kommunale Haushaltsmittel der Landeshauptstadt Dresden ist
durch die Zuwendungsempfängerin/den Zuwendungsempfänger in geeigneter Weise
hinzuweisen. Näheres kann im Zuwendungsbescheid festgelegt werden. Insbesondere
bei Veröffentlichungen jeder Art oder Werbemaßnahmen und Veranstaltungen hat dies
zu erfolgen. Das zuständige Stadtbezirksamt stellt der Zuwendungsempfängerin/dem
Zuwendungsempfänger etwaige Muster in druckfähiger Form zur Verfügung (bspw. Lo­
gos).

(4)

Für die Antragsbearbeitung und das Verwaltungsverfahren nach dieser Stadtbezirksför­
derrichtlinie werden gemäß § 8 Abs. 2 und Abs. 3 Kostensatzung in Verbindung mit §§ 3
Abs. 1Nr. 7, 25 Abs. 2 Satz 1SächsVwKG keine Kosten erhoben.

8.

Sonderbestimmungen für Kleinprojekte

(1)

Kleinprojekte im Sinne dieser Richtlinie sind solche Vorhaben, deren Gesamtkosten vor­
aussichtlich nicht mehr als 1.000 Euro betragen.

-8(2)

Abweichend von den Ziffern 4 bis 7 gelten bei Zuwendungen für Kleinprojekte folgende
Erleichterungen:
•

Anträge auf Kleinprojekteförderung können fortlaufend, mithin unabhängig von fes­
ten Förderterminen, schriftlich oder unter Verwendung einer qualifizierten elektroni­
schen Signatur innerhalb des jeweiligen Förderjahres gestellt werden, Die vom
Stadtbezirksamt bereitgestellten Antragsformulare sind hierbei zu verwenden. Damit
die Anträge auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt werden können,
müssen die vollständigen Unterlagen mindestens vier Wochen vor der Sitzung beim
Stadtbezirksamt eingereicht sein.

•

Der Stadtbezirksbeirat soll entsprechend § 39 Abs. 1 Satz 2 SächsGemO im Wege des
schriftlichen oder elektronischen Verfahrens entscheiden, Dazu übermittelt die
Stadtbezirksamtsleitung an alle Beiratsmitglieder schriftlich oder elektronisch einen
Beschlussvorschlag sowie wesentliche Informationen über das Vorhaben und setzt
für etwaige Widersprüche gegen den Beschlussvorschlag eine Frist von mindestens
drei Werktagen. Im Falle eines Widerspruchs ist die Angelegenheit, sofern sie sich
nicht zwischenzeitlich erledigt hat, auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des
Stadtbezirksbeirats zu setzen.

•

Ein vorzeitiger Maßnahmebeginn ist unter den Voraussetzungen zulässig, dass die
Stadtbezirksamtsleitung dies gestattet. Hierfür bedarf es eines schriftlichen oder mit
qualifizierter elektronischer Signatur versehenen Antrages.

•

Statt Teilfinanzierung kann auch eine Vollfinanzierung gewährt werden, wenn die An­
tragsteller schriftlich zusichern, dass das Vorhaben nicht zusätzlich durch andere öf­
fentliche Stellen gefördert wird. Jedoch sind im Falle der Vollfinanzierung mindestens
zehn Prozent der bewilligten Förderung als angemessene Eigenleistung nachzuwei­
sen. Das Nähere hierzu regelt die Rahmenrichtlinie.

•

Der vereinfachte Verwendungsnachweis ist zugelassen, das bedeutet regelmäßig ge­
nügen ein zahlenmäßiger Nachweis der Mittelverwendung sowie ein Sachbericht. Die
Frist zur Einreichung des vereinfachten Verwendungsnachweises endet drei Monate
nach Ablauf des Bewilligungszeitraums. Das Stadtbezirksamt kann zum Zwecke der
Stichprobenprüfung oder wenn sich aus dem vereinfachten Verwendungsnachweis
Nachfragen ergeben, Belege über die Mittelverwendung verlangen.

9.

(1)

Schlussbestimmungen

Die Richtlinie der Landeshauptstadt Dresden über die Gewährung von Zuwendungen für
stadtteilbezogene Vorhaben {Stadtbezirksförderrichtlinie) tritt mit Wirkung zum
1. Januar 2019 in Kraft. Zuwendungen, welche nach diesem Tage durch die Stadtbezirks­
ämter bewilligt werden, müssen nach dieser erfolgen.

"1

-9(2)

Die bisherige Richtlinie der Landeshauptstadt Dresden über die Gewährung von Zuwen­
dungen für stadtteilbezogene Vorhaben (Fachförderrichtlinie der Ortsämter vom
19. November 2015 gem. Ratsbeschluss Nr. V0448/15) wird durch die Richtlinie gem.
Abs. 1 mit der Maßgabe ersetzt, dass sämtliche Zuwendungen der Ortsämter, welche bis
einschließlich 31. Dezember 2018 nach der bisherigen Richtlinie bewilligt wurden und
deren Bewilligungszeitraum diesen Tag nicht überschreitet, auf Grundlage der bisherigen
Fachförderrichtlinie Ortsämter abgewickelt (insbesondere Verwendungsnachweisprü­
fung etc.) werden.

Dresden,

-~

Oberbürgermeister
der Landeshauptstadt Dresden

/

Hinweis gemäß § 4 Abs. 4 Satz 4 SächsGemO
Sollte diese Richtlinie unter Verletzung von Verfahrens- oder Formvorschriften zu Stande
gekommen sein, gilt sie ein Jahr nach ihrer Bekanntmachung als von Anfang an gültig zu
Stande gekommen. Dies gilt nicht, wenn
1,

die Ausfertigung der Richtlinie nicht oder fehlerhaft erfolgt ist,

2,

Vorschriften über die Öffentlichkeit der Sitzungen, die Genehmigung oder die Bekanntma­
chung der Richtlinie verletzt worden sind,

3.

die Oberbürgermeisterin/der Oberbürgermeister dem Beschluss nach § 52 Abs. 2
SächsGemO wegen Gesetzeswidrigkeit widersprochen hat,

4.

vor Ablauf der in Satz 1 genannten Frist
a)

die Rechtsaufsichtsbehörde den Beschluss beanstandet hat oder

b) die Verletzung der Verfahrens- oder Formvorschrift gegenüber der Gemeinde unter Be­
zeichnung des Sachverhaltes, der die Verletzung begründen soll, schriftlich geltend ge­
macht worden ist.

- 10Ist eine Verletzung nach Satz 2 Nr. 3 oder 4 geltend gemacht worden, so kann auch nach Ablauf
der in Satz 1 genannten Jahresfrist jedermann diese Verletzung geltend machen.
Dresden,

-<Z 0 ff

#
Dirk Hilbert
Oberbürgermeister
der Landeshauptstadt Dresden

'
'

u
im
\>>
\Q*

vö\

$ st
'

/

h* '

•« <•

"
•' '

/

vv\
rj I

L A N D E S H A U P T S T A D T

D R E S D E N

B E S C H L U S S A U S F E R T I G U N G
Stadtrat (SR/066/2019)

Sitzung am:

06.06.2019

Beschluss zu:

A0450/18

Gegenstand:
Kultur- und Nachbarschaftszentren vor Ort
Beschluss:
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, eine Bedarfsanalyse von Kultur- und Nachbarschafts­
häusern mit stadträumlicher Ausrichtung in den Stadtbezirken und den Ortschaften zu erstellen
und dem Stadtrat Vorschläge zu unterbreiten, unter welchen Voraussetzungen diese Bedarfe in
den gegebenenfalls bereits vorhandenen städtischen Objekten realisiert werden können.
Hierzu ist bis zum 31. Dezember 2019 ein entsprechendes Konzept aufbauend auf dem Ist­
Zustand zu erstellen.
Mit Kultur- und Nachbarschaftshäusern sind Räumlichkeiten gemeint, die Vereinen und zivilge­
sellschaftlichen Initiativen für unterschiedliche kulturelle Zwecke offenstehen sollen.

Vorsitzender

LANDESHAUPTSTADT DRESDEN
BESCHLUSSAUSFERTIG UNG
Stadtrat (SR/067/2019)

Sitzung am:

04.07.2019-05.07.2019

Beschluss zu:

V3073/19

Gegenstand:

Bewerbung Europäische Kulturhauptstadt Dresden 2025
Beschluss:

1. Der Stadtrat beschließt die Bewerbung der Landeshauptstadt Dresden um den Titel „Europä­
ische Kulturhauptstadt 2025" auf Grundlage der in der Begründung und Anlage 1 der Vorla­
ge (nichtöffentlich) dargestellten inhaltlichen Konzeption. Der Oberbürgermeister wird be­
auftragt, gemäß den Vorgaben für das nationale Auswahlverfahren bis zum 31. August 2019
die formale Absichtserklärung und bis zum 30. September 2019 die vollständige Bewerbung
an die Kulturstiftung der Länder abzugeben.
2. Der Stadtrat nimmt die Finanzplanung für die Vorbereitungs- und Durchführungsphase der
„Europäischen Kulturhauptstadt Dresden 2025" in den Jahren 2021 bis 2026 (Anlage 2 der
Vorlage) zur Kenntnis und erklärt die Absicht, die hierin benannten kommunalen Mittel im
Falle des Zuschlags mit zukünftigen Haushaltsbeschlüssen bereit zu stellen.
3. Der Stadtrat beauftragt den Oberbürgermeister, die Gründung einer Kulturhauptstadt­
GmbH zu prüfen und dem Stadtrat im Fall einer Weiterleitung der Bewerbung der Landes­
hauptstadt Dresden in die nationale Endauswahlphase einen Beschlussvorschlag zur Organi­
sation der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Kulturhauptstadtjahres vor­
zulegen,

-24.

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, dem Stadtrat im Zuge der Haushaltsplanungen zum
Doppelhaushalt 2021/22 eine Übersicht zu Projekten im Rahmen der Bewerbung als Kultur­
hauptstadt Europas vorzulegen, die nach Abschluss eines möglichen Kulturhauptstadtjahres
2025 verstetigt werden sollten.

Dresden,

Vorsitzender

_ g, j|J|J 2019

.

LANDESHAUPTSTADT DRESDEN
BESCHLUSSAUSFER T I G U N G
Stadtrat (SR/067/2019)

Sitzung am:

04.07.2019-05.07.2019

Beschlusszu:

V3019/19

Gegenstand:

Erwerb der ehemaligen Robotronkantine sowie Abschluss eines Letter of Intent zum Zwecke der
Umsetzung des Vorhabens Lingnerstadt als Leitprojekt im Rahmen der „Bewerbung der Landes­
hauptstadt Dresden als Kulturhauptstadt Europas 2025"
Beschluss:

1. Der Stadtrat beauftragt den Oberbürgermeister, das Flurstück 1307/2 der Gemarkung Alt­
stadt I mit einer Teilfläche von 6040 mJ (Anlage 3 zur Vorlage), bebaut mit der ehemaligen
Robotronkantine zu einem Kaufpreis von 2.037.991,63 Euro zuzüglich Kaufnebenkosten in
Höhe von circa 142.410,00 Euro (8%) zu erwerben.
2. Die vollständige Finanzierung des Ankaufs des Grundstücks samt Nebenkosten erfolgt aus
dem Projekt 70,230011.
3. Im Projekt 70.230011 wird eine überplanmäßige Auszahlung in Höhe von 2.114.476 Euro
bestätigt, welche im Jahr 2020 aus dem Projekt Hl.6510022 wie geplant ausgeglichen wird.
4. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, dieses Gebäude in eine interdisziplinäre Nutzung zu
überführen und umgehend mit der Erarbeitung eines konkreten Nutzerbedarfskonzeptes
sowie eines Finanzierungsplanes zu beginnen und dieses dem Stadtrat bis zum 31. März
2020 vorzulegen. Das Konzept des Open-Future-Lab und des Kunsthaus Dresden soll ein we­
sentlicher Bestandteil der Umsetzung sein. Die finanziellen Auswirkungen sind bei der Pla­
nung des Doppelhaushaltes 2021/2022 ff. zu berücksichtigen.

- 2 -

5.

Der Stadtrat bestätigt die Grundzüge des Letter of Intent (Anlage 5 der Vorlage) und beauf­
tragt den Oberbürgermeister, Zug um Zug mit dem Erwerb die Voraussetzungen für die
grundhafte Sanierung der Robotronkantine bis einschließlich 31. Oktober 2024 zu schaffen.

Drescler^

/

/

//
/

Dirk Hilbert
Vorsitzender

_

q

^

LANDESHAUPTSTADT

DRESDEN

BESCHLUSSAUSFERTIGUNG
Stadtrat (SR/052/2018)

Sitzung am:

07.06.2018

Beschlusszu:

V2160/18

Gegenstand;

Satzung zur Änderung der Hauptsatzung
Beschluss:

1. Beginnend mit dem Doppeihaushalt 2019/2020 erhalten die zehn Stadtbezirksbeiräte der
Landeshauptstadt Dresden gemäß § 71 Abs. 3 Sächsische Gemeindeordnung (SächsGemO) im
Rahmen des Ergebnishaushaltes Verfügungsmittel von mindestens 25 Euro pro Jahr und Ein
wohner/in für folgende Aufgaben:
1. die Pflege des Stadtbildes sowie die Ausgestaltung der öffentlichen Park- und Grünanla
gen, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hinausgeht;
2. die Förderung von Vereinen, Verbänden und sonstigen Vereinigungen im Stadtbezirk;

3. die Förderung und Durchführung von Veranstaltungen der Heimatpflege und des Brauch
tums im Stadtbezirk;

4. die Information, Dokumentation und Repräsentation in Stadtbezirksangelegenheiten.

2. Zusätzlich zu den Verfügungsmitteln gemäß Punkt 2 erhalten die Stadtbezirksbeiräte gemäß
§ 71 Abs. 3 SächsGemO die erforderlichen Mittel für die laufende Unterhaltung der öffentli
chen Park- und Grünanlagen, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hin
ausgeht, zweckgebunden in Höhe des bisher (Doppelhaushalt 2017/2018) für die laufende
Unterhaltung dieser Park- und Grünanlagen eingesetzten Finanzvolumens.

3. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, die entsprechenden Mittel nach Punkt 1 und 2 im
Entwurf der Haushaltssatzung zum Doppelhaushalt 2019/2020 erstmalig vorzusehen.

4. Der Stadtrat spricht sich dafür aus, die Stadtbezirksverfassung stärker an die OrtschaftsVer
fassung anzugleichen und die Sächsische Gemeindeordnung im Sächsischen Landtag dahin
gehend zu verändern, dass

1. den Stadtbezirksbeiräten über den vorgesehenen Katalog hinaus weitere Aufgaben durch
den Stadtrat zur selbständigen Entscheidung übertragen werden können,
2. den Stadtbezirksbeiräten ein verbindliches Antragsrecht gegenüber dem Stadtrat einge
räumt wird,

3. die Durchführung von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden auch auf Stadtbezirksebe
ne ermöglicht wird.

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, dies der Staatsregierung und dem Präsidenten des
Sächsischen Landtages mitzuteilen.

5. Der Beschlusspunkt 5 erfordert die Mehrheit der Mitglieder des Stadtrates (§ 4 Absatz 2 Säch
sische Gemeindeordnung; 36 Ja-Stimmen) - diese wurde nicht erreicht

6. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, dem Stadtrat bis zum 30.08.2018 überarbeitete
Fassungen der „Richtlinien der Landeshauptstadt Dresden über die Gewährung von Zuwen
dungen für stadtteilbezogene Vorhaben (Fachförderrichtlinie der Ortsämter)" und der „Ge
schäftsordnung für die Ortsbeiräte" zur Beschlussfassung vorzulegen.
7. Mit Auslaufen der Eingemeindungsverträge enden spätestens im Jahr 2034 alle Ortschafts
verfassungen. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, umgehend einen Prozess unter Be
teiligung der Einwohner/innen, Ortschaftsräte und Ortsvorsteher/innen zu beginnen, um
sich über die \A/ahrung und Organisation der Belange und Mitwirkungsmöglichkeiten über
die abschließenden Eingemeindungen hinaus zu verständigen.

8. In § 1 Abs. 2 Änderungssatzung (Änderungen im Inhaltsverzeichnis) werden die Angaben zu
Abschnitt X neu wie folgt:
X. Sonderbestimmungen für die Ortschaften
§ 36 Mitgliederzahlen der Ortschaftsräte
§ 37 Aufgaben, Rechte und Geschäftsgang der Ortschaftsräte
§ 38 Die Ortsvorsteherin/Der Ortsvorsteher

§ 39 Örtliche Verwaltungen

-3-

9. Redaktionelle Änderung:

Unter § 5 Abs. 2 Änderungssatzung wird in Anlage 1 zur Hauptsatzung die
Klammerangabe zum Ortsamtsbereich Prohlis wie folgt neu gefasst:
"(Großluga, Kauscha, Kleinluga, Leubnitz-Neuostra, Lockwitz, Nickern, Niedersedlitz, Prohlis,
Reick, Strehlen, Torna)".

Dresden, |

D/nTHilbert
Vorsitzender

Landeshauptstadt Dresden
Der Oberbürgermeister

III

Dresden.
I

j

Vorlage Nr.: V2655/18

Datum:2 5. OKT. 2018

Informationsvorlage

Beratungsfoige

Plandatum

Dienstberatung des Oberbürgermeisters
Ältestenrat

23.10.2018

Stadtrat

nicht öffentlich

zur Information

05.11.2018

nicht öffentlich

zur Information

13.12.2018

öffentlich

zur Information

Zuständig: GB Kultur und Tourismus

Gegenstand:

Fachinformation zur Weiterentwicklung der Kommunalen Kulturförderung bis zum Jahr 2025
Information:

Der Stadtrat nimmt die Fachinformation „Entwicklungen und Handlungsfelder in der kommuna
len Kulturförderung bis 2025" zur Kenntnis.

2/3
bereits gefasste Beschlüsse;
aufzuhebende Beschlüsse:

Finanzielle Auswirkungen/Deckungsnachweis;
Investiv:

Teilfinanzhaushalt/-rechnung:
Projekt/PSP-Element:
Kostenart:

investltionszeitraum/-jahr:
Einmalige Einzahlungen/Jahr:
Einmalige Auszahlungen/Jahr:
Laufende Einzahlungen/jährlich:
Laufende Auszahlungen/jährlich:

Folgekosten gem.§ 12 SächsKomHVO Doppik
{einschließlich Abschreibungen):
Konsumtiv;

Teilergebnishau$halt/-rechnung:
Produkt:
Kostenart:

Einmaliger Ertrag/Jahr:
Einmaliger Aufwand/Jahr:
Laufender Ertrag/Jährlich:
Laufender Aufwand/Jährlich:
Außerordentlicher Ertrag/Jahr:
Außerordentlicher Aufwand/Jahr:

Deckungsnachwels:
PSP-Element:
Kostenart:

Begründung:

In den aktuellen Fachplanungen Kultur des Amtes für Kultur und Denkmalschutz, insbesondere
der Neufassung des Kulturentwicklungsplans(KEP) und der Bewerbung Europäische Kultur
hauptstadt(KHS) Dresden 2025, stellt die kommunale Kulturförderung ein wichtiges Handlungs
feld dar. Die belllegende Fachinformation beschreibt den Stand dieser Entwicklungen und Pro
zesse Im Handlungsrahmen der kommunalen Kulturförderung In Dresden und versteht sich als
Grundlage für eine weiterführende strategische Diskussion und operative Umsetzung bis zum
Jahr 2025. Dargestellt werden Modifizierungen im Fördersystem und damit einhergehende fi
nanzielle Entwicklungen, die schrittweise erfolgen können.

3/3

Das Papier entstand im Ergebnis zahlreicher öffentlicher Veranstaltungen, mehrerer Fachtage
der Kulturverwaltung zu ausgewählten Themen, Erfahrungsaustauschen mit anderen deutschen
Kommunen und sächsischen Kulturräumen und nicht zuletzt umfangreicher Gespräche mit loka
len Akteuren.

Anlagenverzeichnis:

Anlage - Entwicklungen und Handlungsfelder in der kommunalen Kulturförderung bis 2025

DirkH

Landeshauptstadt Dresden
Amt für Kultur und Denkmalschutz

Dresden.
J)LG2qGU°

„Fair in Dresden"
Entwicklungen und Handlungsfel
der in der kommunalen Kultur

förderung bis 2025

Inhalt

EinfOhrung

3

Förderinstrumente in der kommunalen Kulturförderung

4

Derzeit vorhandene Förderinstrumente

4

Bedarf an Weiterentwicklungen
Spartenbezogene Differenzierungen
Interdisziplinäre ProjekteAräger
Mehrjährige {Groß-)Projektförderung

5

5
5
6

Förderinstrumente für professionellen künstlerischen Nachwuchs

6

Kofinanzierungsfonds für Fördermittel des Bundes, der Europäischen Union und überregionaler För
dermittelgeber

6

Förderung von Konzeptionen und strukturbildenden Maßnahmen

7

Paralleler Zugang zu den Förderarten, MIndestfördersummen

7

Investitionsförderung

8

Bürgerbeteiilgung und partizipative Förderinstrumente

8

Finanzieller Förderbedarf

9

Fördervolumen In der kommunalen Kulturförderung 2016-2018

9

Dresden im Städtevergleich

10

Personalkosten und Honoraruntergrenzen in der kommunalen Kulturförderung

10

Förderbedarf in der institutionellen Förderung
Finanzbedarffür die Entwicklung der kommunalen Kulturförderung ab 2019

12
13

Räume für Kulturschaffende

14

Situationsbeschreibung 2018

14

Handlungsfelder der Kommune

15

Entwicklung eigener Liegenschaften als Raumangebot für Kulturschaffende
Rnanzlelle Unterstützung von Kulturschaffenden zur besseren Marktteilhabe

15

Fazit

17

Impressum

17

16

Einführung

In den aktuellen Fachplanungen Kultur des Amtes für Kultur und Denkmalschutz,Insbesondere der
Neufassung des Kulturentwicklungsplans(KEP) und der Bewerbung Europäische Kulturhauptstadt
(KHS) Dresden 2025, stellt die kommunale Kulturförderung ein wichtiges Handlungsfeld dar. Als Teil
bereich des Kulturetats, der antragsgebunden mitteis Förderverfahren an freie Träger und einzelne
Kulturschaffende verausgabt wird, richtet sich die kommunale Kulturförderung an professionelle
Künstlerinnen und Künstler wie auch an sozio- und laienkulturelle Aktivitäten. Sie ist damit ein instru-

ment der kulturellen Partizipation und ein gemeinbedarfsorientiertes Handlungsfeld neben den kom
munal und staatlich getragenen Kulturinstitutionen.
Das Amt für Kultur und Denkmalschutz analysiert kontinuierlich und in stetigem Austausch mit den
Trägern, Kulturschaffenden und Interessenverbänden, aber auch anderen Geschäftsbereichen der

Landeshauptstadt und Akteuren der Kommunalpolitik die Situation in der kommunalen Kulturförde
rung. 2014 wurden so mit einer Wirksamkeitsanalyse systematisch Stärken und Schwächen der insti
tutionell geförderten Träger erfasst und in Handlungsempfehlungen übersetzt. Die Umsetzung wurde
zuletzt 2017 dokumentiert.

Im Zuge der Neufassung KEP führte das Amt für Kultur und Denkmalschutz seit 2017 eine Reihe von
Beteiligungsformaten durch (Bürgerforen, Fachtage und Anhörungen der am Förderverfahren betei
ligten Facharbeitsgruppen, Interkommunaler Austausch), die ein aktuelles Bild zur Situation der kom
munalen Kulturförderung in Dresden lieferten. Das KHS-Büro Dresden 2025 nahm in seiner Netz
werk- und Projektarbeit ebenfalls Anliegen und Entwicklungskonzepte von Kulturschaffenden zur
Kulturförderung auf. Hinzu traten Diskussionsformate und Positionierungen, an denen die Kulturver

waltung nicht unmittelbar beteiligt war,so u. a. die Werkstattgespräche „Kultur gerecht finanzieren"

der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen,die „Koalition Freie Szene Dresden" mit dem Positionspapier „Zwei für Dresden" und das „Netzwerk Kultur". Eine wichtige Rolle spielten seit 2017 zudem
Entwicklungen auf Bundesebene z. B. beim Thema Honoraruntergrenzen im öffentlich geförderten
Kultursektor, die über verschiedene Netzwerke(u. a. Dachverband Tanz mit dem Arbeitskreis StadtLand-Bund-Tan^örderung, Bundesverband Freie Darstellende Künste, Deutscher Städte- und Ge
meindetag)oder den direkten Austausch mit anderen Kommunen oder Bundesländern reflektiert
wurden.

Das Anliegen der folgenden Fachinformation ist es, den Stand dieser Entwicklungen und Prozesse zu
beschreiben, auf den Handlungsrahmen der kommunalen Kulturförderung in Dresden zu beziehen
und die Grundlage für eine weiterführende strategische Diskussion und operative Umsetzung zu
schaffen. Es können dabei drei Themenbereiche gebildet werden: Förderinstrumente, Förderbudgets
und Arbeitsräume. Eine mittelfristige Weiterentwicklung und Verbesserung der kommunalen Kultur
förderung sollte diese Themen aufeinander abgestimmt behandeln und bis zum Kulturhauptstadtjahr
2025 in Maßnahmen der Kommune überführen.

^

Förderinstrumente der kommunalen

Kulturförderung

Derzeit vorhandene Förderinstrumente

Die aktuell bestehenden, mit Richtlinien untersetzten Förderinstrumente der kommunalen Kulturför
derung in Dresden sind:

Projektförderung: Zuschüsse für zeltlich befristete, Inhaltlich abgrenzbare Einzelvorhaben
(Grundlage: Richtlinie zur kommunalen Kulturförderung vom 24. Juni 2016)
Institutioneile Förderung: Zuschüsse für über das ganze Jahr zu erbringende kontingierliche Leis
tungen (Grundlage: Richtlinie zur kommunalen Kulturförderung vom 24. Juni 2016)
Klelnprojekte: Zuschüsse für kurzfristig entwickelte Klelnprojekte mit einem Förderbedarf von
max.2.500 Euro(Grundlage: Richtlinie zur Förderung von kulturellen Kleinprojekten vom 1.Juni
2017)

-

-

-

Großveranstaltungen: Zuschüsse für Freiluftveranstaltungen mit über 3000 Besucher*innen in
der Landeshauptstadt Dresden von überregionaler Bedeutung (Grundlage: Förderrichtlinie Groß
veranstaltungen vom 21. März 2013)
Kunst im öffentlichen Raum:Zuschüsse für die Planung und Realisierung von künstlerischen Wer
ken für Straßen, Plätze, Grünanlagen und Hochbauten (Grundlage: Richtlinie Über Kunst im öf
fentlichen Raum vom 25. Mai 2000, geändert am 7. November 2002)
Zuschüsse für Um- und Ausbaumaßnahmen freischaffender Künstler*innen in selbstgenutzten
Arbeitsräumen (Grundlage: Richtlinie Ober die Gewährung einmaliger Zuschüsse für Um- und
Ausbau von Atelier-, Arbelts- und Probenräumen freischaffender Künstlerinnen und Künstler
vom 15. Dezember 2016)

Diese antragsgebundenen Förderarten umfassen ca.85 Prozent des Haushaltstitels Kommunale Kul
turförderung im Haushaltsplan des Amtes für Kultur und Denkmalschutz. Weitere Förderungen wer
den in Form von Preisen und Stipendien realisiert(Kunst- und Förderpreis der Landeshauptstadt, Rei
sestipendien für bildende Künstler*innen, Dresdner Lyrikpreis, Dresdner Stadtschreiber, seit 2017:
Förderpreis Dresdner Laienchöre). Sie sollen Im Weiteren nicht weiter betrachtet werden,da sie spe
zifischen Ausschreibungen unterliegen und demzufolge Modalitäten für besondere Zielgruppen bein
halten.

Für investive Maßnahmen freier Träger standen In den vergangenen Jahren darüber hinaus regelmä
ßig Finanzmittel aus dem Sächsischen Kulturraumgesetz zur Verfügung, welche das Amt für Kultur
und Denkmalschutz auf Basis der Verwaltungsvorschrift bzw.Zuweisung des Freistaates z. T. In eige
ner Entscheidung ausgereicht hat.

Darüber hinaus können Kulturschaffende für lokal begrenzte Projekte auch aufgrund der Richtlinie
der Landeshauptstadt Dresden über die Gewährung von Zuwendungen für stadtteilbezogene Vorha
ben (Fachförderrichtlinie der Ortsämter)vom 19. November 2015 Projektförderungen beantragen.
Eine Novellierung dieser Richtlinie befindet sich derzeit im Geschäftsgang des Stadtrates.

Bedarf an Weiterentwicklungen

in den Diskussions- und Betelllgungsformaten zum KEP brachten die Akteure der Kuiturförderung
grundsätzlich den Bedarf zum Ausdruck, Insbesondere die Richtlinie zur kommunalen Kulturförde

rung weiter auszudifferenzieren und mit spezifischen Förderinstrumenten zu ergänzen.Spezifische
Vorschläge für den performativen Bereich enthält zudem das Positionspapier „Zwei für Dresden" der
„Koalition Freie Szene". Angesprochen wurden unter anderem folgende Aspekte:

Spartenbezogene Differenzierungen
Gegenwärtig konkurrieren grundsätzlich alle Förderanträge der einzelnen Kunstgenres und -sparten

miteinander um die Mittel, die in der Projekt- bzw. institutionellen Förderung ausgereicht werden.So
stehen beispielsweise Projekte professioneller freischaffender Künstler*innen neben Laienvorhaben,
Veranstaltungen neben Produktionen oder Nachwuchsprojekte neben Arbeitsvorhaben etablierter

Künstler^innen. Es gibt keine fachspezifischen Zuwendungsvoraussetzungen oder-grundlagen In den
einzelnen Sparten (z. B.förder^hige Kosten, Mindest- und Höchstbemessungsgrenzen, Inhaltiiche
Mindestanforderungen in der jeweiligen Sparte), sondern allgemeine Zugangskriterien, die entspre
chend weit gefasst sind. Über die Zuteilung eines Antrags zu einer Sparte entscheidet das Amt für
Kultur und Denkmalschutz, nachdem dieser eingegangen ist. Im Förderverfahren werden die Anträge
dann zunächst von spartenbezogenen Facharbeitsgruppen bewertet, die In der Funktion einer Jury
Förderempfehlungen geben und überwiegend fachspezifische Aspekte berücksichtigen. Die fachli
chen Spezifika, mit denen die Facharbeitsgruppen die Anträge beurteilen, sind jedoch nicht in der
Richtlinie fixiert, sondern in einem allgemeinen Internen Kriterienkatalog formuliert, welcher für alle
Sparten gilt.

Bei der Bemessung der Zuwendungen im Fördervorschiag der Facharbeitsgruppen und (im nächsten
Schritt des Förderverfahrens) des Amtes für Kultur und Denkmalschutz werden In den einzelnen
Sparten in der Regel unterschiedliche Bewertungs- und Bemessungsgrundsätze angewendet. Die im
weiteren Antragsverlauffolgenden Beratungs- und Entscheidungsgremien (Kulturbeirat und Ausschuss für Kultur und Tourismus) beurteilen dann jedoch die Gesamtliste aller Fördervorschläge und

wägen damit(möglicherweise auch nur implizit) Fördervorschläge zwischen einzelnen Sparten ab.
Die Aufnahme spartenbezogener Fördergegenstände und Zuwendungsgrundlagen in die Richtlinie
könnte hier mehr Verbindlichkeit und Transparenz für Antragstellende und Zuwendungsgebende
gleichermaßen schaffen. Antragstellende müssten sich bereits bei der Konzeption und Einreichung
ihres Antrags mit spezifischen Förderkriterien auseinandersetzen und ihr Projekt bzw. ihre Institution
inhaltlich entsprechend ausrichten. Die am Förderverfahren mitwirkenden Gremien könnten ihi^e
Entscheidung wiederum verlässlicher auf fachliche Kriterien beziehen. Der Umfang und die Formulie
rung dieser fachlichen Kriterien sollten unter Einbeziehung der an der Kulturförderung beteiligten
Akteure diskutiert werden.

Interdisziplinäre Projekte/Träger
Interdisziplinäre Projekte bzw. Interdisziplinär arbeitende Träger werden Im Verfahren der kommu
nalen Kulturförderung derzeit nicht optimal behandelt. Nach Antragstellung ordnet das Amtfür Kul
tur und Denkmalschutz jeden Antrag einer Sparte bzw. einer Facharbeitsgruppe zu. Dies sind derzeit:
Bildende Kunst, Darstellende Kunst,(Stadtteil-)Feste, Film/Medien, Kulturelle Bildung, Interkultur,
Literatur, Musik, Soziokultur und Regionaigeschichte. Anträge, deren Inhalte mehrere dieser Sparten
betreffen, können zwar von mehreren Facharbeitsgruppen bewertet werden. Interdiszipllnarität als
eigenes Bewertungskriterium, auch im Sinne von künstlerischer Qualität, neuem Ausdruck usw. wird
dabei jedoch nicht(oder nicht gieichrangig) berücksichtigt. Da die interdisziplinäre Arbelt in Projek
ten (insbesondere Festivals, aber auch Projekten der visuellen und performativen Künste)zunimmt

und Künstlerkollektive und -gruppen sich ebenfalls Immer öfter Interdisziplinär zusammensetzen,
sollte die Richtlinie der kommunalen Kulturförderung für diese Fälle spezifiziert werden.

Mehrjährige (Groß-)ProJeictförderung
Etablierte Künstler*innen und Gruppen haben auf Ebene der Lander und des Bundes zunehmend die
Möglichkeit, Fördermittel für Projektlaufzeiten über die Dauer eines Jahres hinaus zu generieren.
Diese oft unter dem Begriff„Konzeptionsförderung" anzutreffende Förderart wird u. a. von der Kul
turstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung des Bundes oder dem Fonds Darstellende
Künste angewendet. Es handelt sich In der Regel um eine Verbindung zwischen Projekt- und instituti
oneller Förderung, was die zuwendungsföhigen Kosten und Zuwendungsbeträge angeht. Inhaltlich
existieren oftmals höhere Zugangsvoraussetzungen als in der (Regel-)ProJektförderung.
Dieses Förderinstrument ist auch auf kommunaler Ebene für professionelle freischaffende Künstler^Innen sinnvoll, um z. B. längerfristige thematische Kooperationen mit öffentlich getragenen Kulturlnstitutionen einzugehen, Themen in künstlerisch aufeinander aufbauenden, in sich jedoch abge
schlossenen Teilprojekten zu bearbeiten oder (z. B. in den Darstellenden Künsten oder der Musik)
temporär Ensemblestrukturen zu verfestigen. Derzeit bieten die vorhandenen Richtlinien und Förder
arten der Landeshauptstadt Dresden hierfür keine Möglichkeiten, die in anderen Kommunen (z. B.
Stuttgart, Frankfurt a. Main) bereits existieren.

Förderinstrumente für professionellen künstlerischen Nachwuchs
Statistiken belegen einen seit Jahren anhaltenden Trend, nach welchem Absolvent*Innen künstleri
scher Hochschulen nach ihrem Studium immer öfter und länger selbständig tätig werden und nicht
unmittelbar In ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis (z. B. ein künstlerisches Festengagement
oder eine Lehrtätigkeit) eintreten. Dieser professionell ausgebildete, in der Regel sozial unabhängige
und kreativ anspruchsvolie Nachwuchs richtet seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt an den konkre
ten Arbeitsbedingungen in einem kommunalen Umfeld aus. Hierbei spielen spezifische Förderinstru
mente eine wichtige Rolle. Ein abgrenzbarer Bereich innerhalb der Projektförderung mit besonderen
Zugangskriterien könnte der Landeshauptstadt im interkommunaien Wettbewerb heifen, diese Ziel
gruppe stärker an die Stadt zu binden und damit Nachhaitlgkelt zu erreichen.

Kofinanzierungsfonds für Fördermittel des Bundes,der Europäischen Union und überregionaler
Fördermittelgeber

Freie Träger, die in Förderprogrammen des Bundes, der EU oder national und international tätiger
Stiftungen Gelder beantragen möchten, müssen in der Regel Kofinanzierungsmittel der Kommune
nachweisen. Teilweise fordern die Richtlinien der Förderprogramme, dass diese kommunalen Mittel
zusätzlich, d. h. außerhalb bestehender Förderungen (z. B. institutioneller Förderung) bereitgestellt
werden. Die gegenwärtige kommunale Projektförderung eignet sich nicht als Kofinanzierungsinstru
ment,da die Fördersummen für Bundes- und EU-Programme zu gering und die Bewiiiigungszeiträume zu kurz sind. Freie Ensembles und Träger, die aufgrund ihres Profils geeignet wären, Anträge
zu steilen, nehmen daher regelmäßig von Bewerbungen Abstand, weil sie die Zugangsvoraussetzun
gen bzw. die Förderfähigkeit nicht erfüllen.
Diese Situation kann mit einem Kofinanzierungsfonds verbessert werden,dessen Mittelvergabe
grundsätzlich antragsgebunden wie die kommunale Projektförderung abgewickelt wird,jedoch pas
sende Einzelfördersummen und Laufzeiten bereitsteilt. Die Mittelverausgabung wäre an die Bewilli

gung der beantragten Bundes-, EU- oder StiftungsmIttel gebunden. Nicht abgerufene Mittel könnten

in die aligemeine Kulturförderung einfließen oder in den Gesamthaushalt der Landeshauptstadt
Dresden zurückgegeben werden.Zu prüfen wäre der Zugang von kommunal und staatlich getragenen
Einrichtungen zu diesem Fonds, wenn diese im Rahmen von Förderanträgen mit freien Trägern oder
Gruppen kooperieren.

Förderung von Konzeptionen und strukturbildenden Maßnahmen

Im Zusammenhang mit Bundes- und EU-Förderungen, längerfristig angelegten künstlerischen Vorha
ben oder auch dem Aufbau von Kooperationsstrukturen stehen freie Träger regelmäßig vor dem
Problem,entsprechende Konzeptionsphasen, die keinen direkten künstlerischen „Outcome" haben,
zu finanzieren. Bei EU-Projekten sind beispielsweise abhängig vom Programmzuschnitt fünf bis sie
ben Partner aus Mitglieds- und/oder Nichtmitgiledsstaaten zu akquirieren, mit denen eine Konzep
tion entwickelt werden muss, bevor die Antragsteiiung erfolgt. Auch In nationalen Förderprogram
men werden zunehmend Kooperationsstrukturen mit detaillierter Ausarbeitung als Antragsvoraus
setzung gefordert. Diese Pianungen und Projektphasen,insbesondere die damit verbundenen Perso
nal- und Sachkosten,sind In der Regel nicht förderföhig und von freien Trägem somit nicht finanzier
bar.

Die kommunale Kulturförderung ist wiederum auf die Finanzierung konkreter künstlerischer Vorha
ben ausgerichtet. Eine Finanzierung von breiter angelegten Planungsphasen oder für den Aufbau von
Strukturen (z. B. Kooperationsnetzwerke, Verbünde o.ä.) Ist nicht vorgesehen. Die Stipendienvergabe
(Richtlinie Kommunale Kulturförderung Abschnitt 2.2) bietet zwar grundsätzlich die Möglichkeit der
Förderung kultureller Konzepte, ist jedoch auf Einzelpersonen ausgerichtet und In der Durchführung
nicht als Finanzierungsinstrument geeignet, um größere Konzeptionsphasen abzusichem. Die Förde
rung von Konzeptionen und strukturbiidenden Maßnahmen sollte daher bei der Weiterentwicklung
der Kulturförderinstrumente berücksichtigt werden.

Paralleler Zugang zu den Förderarten, Mindestfördersummen

Die Richtlinie Kommunale Kulturförderung schließt momentan eine Förderung desselben Zuwen
dungszweckes aus Mittein der Projekt- und institutionellen Förderung grundsätzlich aus(Abschnitt
6.3 der Richtlinie). Diese Regelung soll u. a. verhindem, dass bei der Vergabe der Kulturfördermlttei
administrativ leistungsföhlge Träger gegenüber Einzelpersonen und kleineren Kollektiven bevorzugt
berücksichtigt werden. In der Förderpraxis der vergangenen Jahre wurden jedoch zunehmend Träger
mit vergleichsweise geringen Förderbeträgen (unterhalb 25.000 EUR)In die institutionelle Förderung
aufgenommen, die zuvor Projektfördermittei erhielten. Aufjgrund des wechselseitigen Ausschlusses
der Förderarten führt die gewährte Zuwendung in diesen Fällen nur in geringem Umfang zu einer
Verbesserung der finanziellen Situation, da der Förderbetrag in der Regel nicht die struktureilen Kos
ten und die Kosten der künstlerischen Einzelprojekte zugleich decken kann.

in der Kleinprojekteförderung Ist nach einem Jahr der Durchführung zudem festzustellen, dass eine
Vielzahl der eingegangenen Anträge sich nur bedingt von den Zugangsvoraussetzungen der Projekt
förderung abgrenzt. Das aus Sicht der Verwaltung wesentliche Unterscheidungsmerkmal (kurzfristig
geplante Maßnahmen)wird in der Praxis weniger stark gewlchtet, als die Höchstfördersumme von
2.500 EUR.

Das Amt für Kultur und Denkmalschutz schlägt daher vor, die bestehenden und die neu zu entwi
ckelnden Förderarten mit Mindest- und Höchstfördersummen klarer voneinander zu differenzieren

und parallele Zugangsmöglichkeiten zu mehreren Förderinstrumenten einzuführen,sofern dies sinnföiiig ist.

Investitionsförderung

Finanzbedarfe für Investitionen Im Anlagevermögen (z. B. Ersatzbeschaffungen, Modernisierung und
Erweiterung von technischer Ausrüstung, bauliche Instandhaltung) können freie Träger grundsätzlich
in der institutionellen Förderung geltend machen,indem sie entsprechende Positionen im Wirt
schaftsplan ausweisen. In der BewÜligungspraxls zeigt sich jedoch, dass größere Investitionssummen
In der Regel nicht durch einmalig erhöhte Zuschüsse gedeckt werden können. Das Budget der kom
munalen Kulturförderung in einer zweijährigen HaushaJtsperiode lässt entsprechend variable Zu
schüsse nicht zu> ohne in anderweitige Zuschüsse einzugreifen.
Freie Träger haben zwar ebenso wie die kommunal finanzierten Kuiturinstitutlonen die Möglichkeit,
Strukturmittel bzw. investive Verstärkungsmittel aus dem Sächsischen Kuiturraumgesetz in Anspruch
zu nehmen. Das Amt für Kultur und Denkmalschutz kann den dafür erforderlichen Anteil der Sitzge
meinde in Höhe von 10 Prozent der Gesamtkosten seit dem Haushaltsjahr 2017 auch zusätzlich be
reitstellen. Auch hier sind jedoch in der Praxis die erforderlichen Maßnahmen vieler freier Träger
nicht passfähig, da sie entweder die Mindestfördersumme unterschreiten oder der notwendige Ei
genanteil nicht aufgebracht werden kann.

Das Amt für Kultur und Denkmalschutz schlägt daher vor, bei der Weiterentwicklung der Förderin
strumente in der kommunalen Kulturförderung eine Investitionsförderung vorzusehen, welche die in
der Praxis auftretende Bandbreite an investiven Aufgaben bei freien Träger sowie deren finanzielle

Leistungsfähigkeit berücksichtigt. Dabei ist eine Differenzierung zur bestehenden Förderung für den
Um- und Ausbau von Atelier- und Arbeitsräumen freischaffender Künstler*innen notwendig.

BQrgerbeteiligung, partizlpative Förderinstrumente und gleichberechtigte Teilhabe

Das bestehende Entscheidungsverfahren zur Vergabe von Mitteln der kommunalen Kulturförderung
bindet über die spartenbezogenen Facharbeitsgruppen und den Kulturbeirat bereits ein hohes Maß
an unabhängigem, bürgerschaftlichen Sachverstand ein. Gleichwohl sollte im Zuge einer Weiterent
wicklung der Förderinstrumente geprüft werden,ob ein abgegrenzter Bereich geschaffen werden
kann, in welchem Fördermittel in einem ausschließlich partizipativen bürgerschaftlichen Entschei
dungsverfahren gewährt werden.

Die Förderarten und Instrumente der kommunalen Kulturförderung sollen mit ihrer Weiterentwick
lung zudem die gleichberechtigte Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die
Kulturlandschaft der Landeshauptstadt Dresden unterstützen.

Finanzieller Förderbedarf

Fördervolumen in der kommunalen Kulturförderung 2016-2018
Im Haushaltstitel Kommunale Kulturförderung sind sämtliche Zuwendungen erfasst, die In antragsge
bundenen Förderverfahren ausgereicht werden. Projekt- und Institutionelle Förderungen nehmen
dabei ca.85 Prozent des Haushaltstitels in Anspruch. Die übrigen Mittel entfallen auf Mletsubventionlerungen, Förderaufträge und Kooperationen sowie Interne Leistungsverrechnungen. Da In der vor
liegenden Fachinformation die antragsgebundenen Förderarten betrachtet werden, beziehen sich
die nachfolgenden zahlenmäßigen Darstellungen ausschließlich auf diesen Bereich. Die Zuwendun

gen für das Helnrich-Schütz-Konservatorlum Dresden(HSKD)werden aus den Übersichten herausge
rechnet, da die Einrichtung seit 2018 als Eigenbetrieb geführt wird und als kommunale Musikschule
in freier Trägerschaftsform In den vergangenen Haushalten eine Sondersteilung einnahm.
2016

2017

2018

Antragsgebundene
Kulturförderung ge
samt(In EÜR)^

3.632.800

4.436.000

4.494.300

-

3.199.600

3.930.300

3.978.300

433.200

456.000

466.000

50.000

50.000

67.764

66.305

-

davon institutio

nelle Förderung
(In EUR)^
davon Projektför
derung (In EUR)
davon Klelnprojekteförderung (In
EUR)

0Zuwendung je An

55.166

trag institutionelle

(bei 58 Bewilligungen) (bei 58 Bewilligungen) (bei 60 Bewilligungen)

Förderung (In EUR)^
0Zuwendung je An
trag Projektförderung

2.579

2.519

2.877

(bei 168 Bewilligun

(bei 181 Bewilligun

(bei 162 Bewilllgun-

(In EUR)

gen)

gen)

gen)

* Ohne Zuwendung Heinrich-SchOtz-Konservatorium Dresden. Dargestellt sind Jeweils die Planzahlen der jeweiligen Haus
haltsjahre.

^ Die Durchschnittswerte geben das Verhältnis Planansatz zur Anzahl der Bewilligungen wieder. In der Haushaltsdurchfüh
rung kommt es regelmäßig zu geringfügigen Abweichungen.

trag KlelnprojektefÖr-

Keine Angabe,da För
derjahr 2018 noch

derung (In EUR)

nicht abgeschlossen

0Zuwendung je An

-

1.3903

Dresden im Städtevergieich

Die In der Landeshauptstadt Dresden zur Verfügung stehenden Mittel für antragsgebundene Förde
rungen können grundsätzlich mit den Ansätzen In anderen Kommunen verglichen werden. Im Detail
Ist esjedoch problematisch, pauschale Haushaltsansätze einzelner Kommunen direkt miteinander In
Beziehung zu setzen. In diesen Haushaltstiteln werden je nach Kommune auch eigene Projekte der
Kulturverwaltungen, Kooperationen, Preise usw.finanziert. Um zu einer Aussage zur Relation der an
tragsgebundenen Förderungen zu gelangen,sollten daher Detalldaten verglichen werden. In den fol
genden Beispielen waren diese Daten verfügbar,so dass der Vergleich zum Fördervolumen In Dres
den tragfähig ist.

In der Stadt Frankfurt am Main bellef sich die Projektförderung 2016 auf ein Gesamtvolumen von
1.172.000 EUR. Die durchschnittliche Fördersumme je Antrag betrug 3.368 EUR (bei 348 Bewilligun
gen). Die Institutionelle Förderung beinhaltet In Frankfurt a.M. auch Zuwendungen an Institutionen,
die kommunalen Einrichtungen vergleichbar sind, und kann daher nicht unmittelbar mit Dresden ver
glichen werden.^
In der Landeshauptstadt Stuttgart betrug die Institutionelle Förderung 2015 Insgesamt 20.735.600
EUR. Die durchschnittliche Fördersumme je Antrag lag bei ca. 147.060 EUR (bei 141 geförderten Insti
tutionen).^ Die Projektförderung 2015 bellef sich auf 1.197.800 EUR. Die durchschnittliche Zuwen
dung je Antrag betrug 9.899 EUR (bei 121 Bewilligungen).

Die Stadt Köln wendete 2016 In der Institutionellen Förderung 3.061.000 EUR auf. Bei 40 Bewilligun
gen entspricht das einem durchschnittlichen Zuschuss von 76.525 EUR je Antrag. In der Projektförde
rung lag die Summe aller Förderungen bei 2.381.962 EUR. Das entspricht einer durchschnittlichen
Fördersumme von 6.301 EUR je Antrag(378 Bewilligungen).

Die Stadt Leipzig gab 2017 In der Institutionellen Förderung Zuwendungen in Höhe von 4.807.555
EUR aus. Die durchschnittliche Fördersumme je Antrag lag bei 111.804 EUR(43 geförderte Institutio
nen). Die Projektförderung betrug Insgesamt 954.445 EUR, mit einer durchschnittlichen Förder
summe von 4.679 EUR je Antrag(204 Bewilligungen).

Die ausgewählten Beispiele zeigen einerseits, dass die Gesamtbudgets In den antragsgebundenen
Förderarten großer Kommunen starke Unterschiede aufweisen, auch gemessen an den Bewilligungs
zahlen. Die Kennzahl der durchschnittlichen Zuwendung je Antrag liefert andererseits Hinwelse da
rauf, In welchem Maß die einzelnen Kulturschaffenden der freien Kulturlandschaft von der kommu

nalen Kulturförderung profitleren. Bei beiden Kennzahlen liegt Dresden Im Vergleich mit den gewähl
ten Beispielen am unteren Ende.

'
Die Förderrichtlinie Kleinprojekte wurde Im Juni 2017 beschlossen,daher kann kein vollständiges Förderjahr abgebildet
werden. 2017 wurden 21 Kleinprojekte Im Gesamtumfang von 29.190 EUR bewilligt. Der Differenzbetrag zum Planansatz
wurde In der Projektförderung verausgabt.

* Quelle: Berichte und Statistiken Kulturamt Frankfurt a.M.zur Kulturförderung (http://www.kultur-frankfurtde/portal/de/Kulturdezemat/OasKuituramt/1291/2408/0/0/ll.aspx)

5 Quelle: Kultur- und Medienbericht Stuttgart 2016(https://www.stuttgart.de/ltem/show/305805/l/publ/21753?). Oer
Durchschnittwert Ist eine eigene Berechnung des Amtes für Kultur und Denkmalschutz anhand der Im Bericht wiedergege
bene Liste der Zuwendungsempfänger.
10

Personalkosten und Honoraruntergrenzen in der kommunalen Kulturförderung
Wie auch in kommunal oder staatlich getragenen Kuiturinstitutionen bilden die Personal- und Hono
rarausgaben der freien Träger den größten Teil der jeweiligen Finanzausgaben. In der institutionellen
Förderung finden sich diese Kosten als Personal- und Sachausgaben des Jeweiligen Jahreswirtschafts

planes, in der Projektförderung im Kosten- und Finanzierungspian, welche Beurteilungsgrundiagen
für die Bemessung der Zuschüsse sind.

Die Förderrichtlinien der Landeshauptstadt Dresden enthalten keine Verpflichtung für freie Träger,
Personal- und Honorarkosten anhand von Tarifverträgen oder bundesweiten Empfehlungen zu be
rechnen. Tarifgebundene bzw.sachlich gerechtfertigte Entlohnungs- und Vergütungsabsichten der
Träger sind damit ein Stück weit „Verhandiungsmasse" bei der Entscheidung über die Zuwendungen.
Hier ist ein wesentlicher Unterschied zum Finanzierungsmechanismus kommunaler Einrichtungen zu
sehen: Personalkosten werden in diesen Institutionen zentral geplant(sofern es sich nicht um privatrechtliche Betriebsformen handelt). Tarifbedingte Personalkostensteigerungen werden mit der Haushaitspianung berücksichtigt, mit entsprechenden Auswirkungen auf den Zuschuss. in der antragsge
bundenen Kulturförderung verdeutlichen die Träger zwar mit ihrem Antrag einen ausgabenseltigen
Bedarf, müssen ihre Personalaufwendungen letztlich Jedoch am gewährten Zuschuss ausrichten. Dies

führt zum vielfach beschriebenen Befund prekärer Arbeitsverhältnisse bzw. Löhne im geförderten

^

Sektor.

Die oben dargestellten durchschnittlichen Zuwendungsbeträge Je Antrag in der institutionellen und
Projektförderung weisen in den Jahren 2016 bis 2018 pauschal zwar Steigerungen in nicht unbe
trächtlicher Höhe auf. Das Gesamtniveau der Förderbeträge ist Jedoch gering (wie der Städtever
gleich zeigt). Die Zuwendungsempfänger sind daher nicht in der Lage, Vergütungsstrukturen aufzu
bauen, weiche denen in kommunalen Kulturbetrleben und Unternehmen vergleichbar sind. Eine
Selbstverpflichtung der Kommune, bei der Bemessung der Zuschüsse in der Kulturförderung tari^ebundene Vergütungen bzw. Honoraruntergrenzen zu berücksichtigen, könnte dieser Situation entge
genwirken. Hierzu müssten die Richtlinien ergänzt werden, damit Antragsteller Ihre Finanzpläne ent
sprechend aufstellen. Für die an der Entscheidung mitwirkenden Gremien müsste (im Rahmen des
Ermessens)eine Seibstverpfiichtung eingeführt werden,Zuschüsse auf Basis der so kalkulierten Per
sonal- und Honorarausgaben festzulegen.
Eine derartige Ergänzung der Richtlinien hätte zur Folge, dass

a) entweder bei gleichbleibendem Haushaltsansatz deutlich weniger Projekte und Institutionen
als bisher gefördert werden könnten.Jedoch mit einem höheren Elnzelzuschuss, oder
b) eine Erhöhung des Haushaltsansatzes erfolgen müsste, um die bisherige Quantität der Kul
turförderung zu erhalten.

Das Amt für Kultur und Denkmalschutz hat 2018 eine Berechnung beauftragt, um den Umfang einer
möglichen Ausgabensteigerung bei Anwendung von Honoraruntergrenzen einschätzen zu können.
Die Berechnung

• bezog sich ausschließlich auf die Projektförderung und hier auf den Förderjahrgang 2017,
• umfasste die Sparten Darstellende Künste, Musik, Fllm/Medlen und Soziokultur und
• betrachtete nur Projekte, in denen ausschließlich oder überwiegend professionelle Künstle
rinnen und Künstler beteiligt waren.

im Ergebnis dieser Berechnung müsste das Volumen der Projektförderung in den genannten Sparten
bei gleichbleibender Anzahl der geförderten Projekte um insgesamt 170.000 EUR/Jahr steigen, wenn
Honoraruntergrenzen berücksichtigt werden sollen. Dies entspricht einem Aufwuchs von 37 Prozent

11

^

gegenüber dem Haushaltsansatz 2017 In der Projektförderung. Das Amt für Kultur und Denkmal
schutz sieht Indizien dafür, dass in der institutionellen Förderung ein prozentual ähnlicher Bedarf vor
liegt, hat hierzu jedoch noch keine detaillierte Berechnung vorgenommen. Unter der Annahme von
37 Prozent notwendiger Steigerung ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf von 1,47 Millionen EUR.

Förderbedarf in der institutioneilen Förderung

Im Haushaltsjahr 2018 erhalten 60 freie Träger eine institutionelle Förderung aus der kommunalen
Kulturförderung der Landeshauptstadt Dresden. Das Fördervolumen beläuft sich insgesamt auf
3.978.300 EUR. Um zu einer Einschätzung des mittelfristigen Förderbedarfs zu gelangen, zieht das
Amt für Kultur und Denkmalschutz die Grundkostenentwicklung und den fachlichen Bedarf heran.
a) pauschale Entwicklung der Grundkosten

Die überwiegende Anzahl der Zuwendunjgsempfänger In der Institutionellen Förderung erhält regel
mäßig Zuschüsse. Die Bemessung.des Zuschusses erfolgt auf Basis eines jährlich wiederkehrenden
Antrags und eines Jahreswirtschaftsplans, in Abhängigkeit vom verfugbaren Fördervolumen. Das be
deutet, dass die von den Trägern nicht oder nur bedingt beeinflussbaren jährlichen Grundkosten
(z. B. Raum- und Betriebskosten, Personaikosten Festanstellungen) und deren Steigerungen in der
Förderentscheidung jährlich individuell und gleichranglg zu fachlichen Bewertungskriterien (z. B. Pro
grammatik,Strukturentwicklungen) bewertet werden. Grundkosten und fachliche Vorhaben der Trä
ger sollten in der Zuschussbemessung jedoch entkoppelt betrachtet werden können. Das Amt für
Kultur und Denkmalschutz schlägt daher eine pauschale Erhöhung der Zuschüsse um jährlich fünf
Prozent^ vor, wenn Träger über mehrere Jahre hinweg institutionelle Förderung erhalten und struk
turell gleiche Grundkosten nachweisen können. Bezogen auf das Förderjahr 2018 bedeutet dies eine
Erhöhung des Fördervolumens um insgesamt 182.500 EUR für alle derzeit geförderten Träger, die
jährlich prozentual fortgeschrieben werden müsste.
b) fachlicher Förderbedarf

Der fachliche Förderbedarf drückt sich Insbesondere In den Fördervoten der spartenbezogenen Fach

arbeitsgruppen aus. Diese unabhängigen Beratungsgremien beurteilen vorrangig künstlerische, pro
grammatische und andere Inhaltliche Aspekte der Antragsteller. Die Fördervoten ergehen trägerspe
zifisch und beziehen detaillierte Informationen und Fachgespräche mit den Trägem über Strukturen,
angestrebte längerfristige Entwicklungen, besondere Sachlagen usw. ein. In der Summe ergeben sie
ein verlässliches Bild des fachlich als gerechtfertigt zu bezeichnenden Zuschussbedarfs in der institu
tionellen Förderung.

Im Jahr 2018 lagen die Voten aller Facharbeitsgruppen insgesamt um 517.500 EUR über dem verfüg
baren Förderbudget.

® Oer Wert berücksichtigt die Entwicklung typischer Kosten freier Träger, z. 8. Personalkosten (durchschnittliche
Tarifstelgerungen Gesamtdeutschland 2007-2017:2,5 Prozent) und Verbraucherkosten (durchschnittliche Infla
tionsrate Gesamtdeutschland 2007-2017:1,4 Prozent).
12

Finanzbedarf für die Entwicklung der kommunalen Kulturförderung ab 2019

In den vorigen Abschnitten wurden Entwicklungsziele der kommunalen Kulturförderung beschrieben,
die sich In drei Themenfelder gliedern lassen: den Ausbau vorhandener Förderinstrumente, die Be
rücksichtigung von tarifgebundenen Personalkosten bzw. Honoraruntergrenzen und die Umsetzung
Identifizierbarer Bedarfe In den bestehenden Förderinstrumenten (Institutionelle Förderung). Daraus
resultiert nach Einschätzung und Berechnung des Amtes für Kultur und Denkmaischutz folgender Fi
nanzbedarf:

Themenfeld

Finanzbedarf gegenüber Haushaltsansatz
2017/2018(In EUR/Jahr)

Ausbau vorhandener Förderinstrumente

730.000

Interdisziplinäre Projekte, mehrjährige Großpro
jektförderung, Förderung professioneller künst

530.000

lerischer Nachwuchs, Förderung von Konzeptio
nen und strukturbiidenden Maßnahmen, Umset
zung Mindestfördersummen
Koflnanzierungsfondsfür Fördermittel des Bun

100.000

des, der Europäischen Union und überregionaler
Fördermitteigeber
investitionsfonds

100.000

Honoraruntergrenzen Projektförderung

170.000

Ausfinanzierung bestehende Förderinstru

700.000

mente

Pauschale Berücksichtigung Grundkostensteige
rung(5 Prozent/Jahr, nur institutioneiie Förde

182.500

rung)

Umsetzung Fördervoten Facharbeitsgruppen
(institutioneiie Förderung und Künstierstlpen-

517.500

dien)

Insgesamt erfordert die beschriebene Welterentwicklung der kommunalen Kultuiförderung ein
Haushaltsaufwuchs von 1,6 Millionen EUR {ca.35Prozent)gegenüber dem gegenwärtigen Stand.
Bei Berücksichtigung von Honoraruntergrenzen auch In der Institutionellen Förderung entsteht ein
weiterer Finanzbedarf.

Das Fördervolumen In der antragsgebundenen Kulturförderung der Landeshauptstadt Dresden
würde sich mit einer solchen Aufstockung auf einem Niveau mit den Städten Leipzig und Köln befin
den,jedoch noch unter dem der Städte Stuttgart und Frankfurt am Main liegen (siehe Abschnitt Städteverglelch).

13

Räume für Kulturschaffende

Situationsbeschreibung 2018

In den Bürgerforen zum Kulturentwicklungsplan, In den Veranstaltungen des Kulturhauptstadtbüros
„Dresden 2025"sowie in weiteren Fachveranstaltungen 2017 und 2018 trugen freie Kulturschaffende
aller Sparten ein zentrales Thema vor:fehlende Räume für Kultur- und Kreativschaffende in Dresden.
Die Landeshauptstadt wird hier zunehmend mit einem Problem konfrontiert, das wachsende Groß
städte andernorts seit mehreren Jahren verzeichnen. Der Immobilienmarkt reagiert auf eine stei

gende Nachfrage mit überdurchschnittlichem Preiswachstum für Eigentum und Mieten. Diese Ent
wicklung belastet vor allem Bevölkerungsgruppen mit geringen Einkommen,darunter eben Kulturund Kreativschaffende. Dabei besteht das Problem nicht grundsätzlich darin, dass keine Räume ver

fügbar sind. Vielmehr ist der Preis vorhandener Räume für die Zielgruppe zu hoch,oder die auf dem
Immobilienmarkt angebotenen Raumstrukturen entsprechen nicht dem Bedarf.
Die Landeshauptstadt Dresden hat seit der im Jahr 2011 erstellten Studie „Kultur- und Kreativwirt
schaft in Dresden"^ systematisch auf das Thema reagiert. So wurden Kommunikationswege und An

sprechpartner zwischen Verwaltung und Kulturwirtschaftsszene identifiziert und synchronisiert, Pro
jekte und Zwischennutzungen koordiniert und Vermittlungsangebote zwischen Kulturschaffenden
und Immobiiienmarkt finanziert. Nach dem Eindruck aus den aktuellen Gesprächsforen bleibt das

Thema „bezahlbare Räume für Kulturschaffende"jedoch weiterhin ein defizitäres Handlungsfeld.

Die im Auftrag des Amtes für Wirtschaftsförderung tätige „Kreativraumagentur"® verzeichnete im
ersten Quartal 2018 offene Raumgesuche von Kulturschaffenden zwischen 1.650 m® (Mindestbedarf)
und 4.150 m*(Maximalbedarf). Die Gesuche stammen dabei überwiegend von Kulturschaffenden aus
den Sparten Bildende und Darstellende Kunst sowie Musik. Das durchschnittliche Zahlungsvermögen
für Mieten liegt unterhalb von 7 EU R/m* brutto. Demgegenüber stehen Nettomieten für Gewerbe
raum in Dresden zwischen 5 bzw.6 EUR/m*(einfacher Nutzwert) bis 12 bzw.13 EUR/m*(Spitzenmie

ten)®. Nachgefragt werden seitens der Kulturschaffenden überwiegend kleinteilige Raumstrukturen
'
https://www.dresden.de/media/pdf/wirtschaft/broschueren/110615-KKW-Gesamt.pdf
^ www.kreattvraumagentur.de

'
Quelle:„Gewerbemieten im Kammerbezirk Dresden -Ausgabe 2016" der IHK Dresden, https.7/www.dresden.lhk.de/servlet/link_flle?link_id=9146&publjd=49
14

(Ateliers, Probenräume etc. zwischen 15 und 80 m^), während am Markt überwiegend größere Gewerberaumlmmobltien angeboten werden.

Nutzungsspezifische Investitionen In Gewerberäume stellen eine weitere Herausforderung für Kultur
schaffende dar. Die von der Landeshauptstadt Dresden eingeführten Förderinstrumente (Richtlinien
zur Förderung von Kreativräumen und zum Um- und Ausbau von Atelier-, Arbelts- und Probenräu

men)werden dementsprechend gut nachgefragt, decken mit Ihren Höchstfördersätzen jedoch nur
Klelnlnvestitlonen ab.

Zur Vollständigkeit des Bildes gehört jedoch auch, dass mit Kommunal- und Landesmitteln In Dresden

direkt oder Indirekt eine Anzahl von Kulturlmmoblllen finanziert werden. In denen Arbeltsmögllchkelten für Kulturschaffende bestehen können. Aus Sicht des Amtes für Kultur und Denkmalschutz findet

nicht In allen Fällen ein optimaler Austausch zwischen Angebot und Nachfrage,insbesondere bei
kurzfristigen Raumbedarfen,statt."

Handlungsfelder der Kommune

Grundsätzlich hat die Landeshauptstadt Dresden zwei strategische Möglichkeiten, um auf die be-

^

schrlebene Raumsituation zu reagieren. Sie kann

a) selbst Im Immobilienmarkt tätig sein und eigene Liegenschaften bzw. Liegenschaften Im Ei
gentum kommunaler Unternehmen entwickeln und einer Nutzung durch Kulturschaffende
zuführen, oder

b) Kulturschaffende finanziell In die Lage versetzen, an der Entwicklung des Immobilienmarktes
teilzunehmen.

In der Praxis unterliegt jedoch auch die Entwicklung eigener Liegenschaften der Kommune bis zu ei
nem gewissen Punkt den Mechanismen des Immobilienmarktes. Bei einer Vermietung nach Sanie
rung bzw. Instandsetzung durch die Kommune oder kommunale Unternehmen müssen ebenfalls
marktübliche Mietpreise aufgerufen werden. Kulturschaffende sind dann auch In diesem Fall auf Zu
schüsse angewiesen, um die Räume dauerhaft nutzen zu können.

insofern können kommunale Eigenprojekte zwar besser auf spezifische Raumbedarfe der Kultur

schaffenden reagieren,schließen Im Betrieb jedoch In der Regel nicht den Abstand zwischen finanziellem Leistungsvermögen der Nutzer und dem jeweiligen Immobilienwirtschaftlichen Aufwand. Die
Landeshauptstadt sollte Ihre Aktivitäten daher auf beide genannten strategische Felder richten und
dabei ein Zusammenwirken mit den übrigen Instrumenten der kommunalen Kulturförderung anstre
ben, um die größtmögliche Effizienz Im Ressourceneinsatz zu erzielen.

Entwicklung eigener Liegenschaften als Raumangebotfür Kulturschaffende
Die Landeshauptstadt Dresden hat In den letzten Jahren Insbesondere mit der Revitallslerung des
ehemaligen Kraftwerks Mitte durch die kommunalen Gesellschaften DREWAG und KID, aber auch In

kleineren Projekten erhebliche Erfahrungen und Kompetenzen In der Entwicklung von Immobilien für
Kulturschaffende aufgebaut.Zwischen den Ämtern und Geschäftsbereichen der Verwaltung und ver
schiedenen kommunalen Gesellschaften sind belastbare Informatlons- und Arbeltsstrukturen ent

standen, auf deren Basis weitere Projekte geplant und abgewickelt werden könnten.

"dazu zählen u. a. Zentralwerk e. V.(Pieschen), blaue Fabrik e. V.(Neustadt), gehS e. V.(Pieschen), neonworx
Office e. V.(Altstadt)
15

^

Aus Sicht des Amtes für Kultur und Denkmalschutz sollte der Fokus der kommenden Jahre darauf ge
richtet sein, dezentrale kleine bis mittlere Vorhaben zu entwickeln und umzusetzen, mit denen eine

stadträumlich ausgewogene und zielgruppenorlentierte Struktur an Arbeitsräumen für Kulturschaf
fende bis 2025 erreicht wird. Laufende Vorhaben können hier als Beispiel dienen, wie die Ausschrei

bung eines Erbbaurechts an der ehemaligen Villa Wlgman (vormals Kleine Szene der Staatsoper) und
am ehemaligen Volkshaus Cotta sowie die Weiterentwicklung von Stadtteilkulturzentren in Prohlis
(Palitzschhof) und Johannstadt(Stadttellhaus Johannstädter Kulturtreff). Prüfungen ohne aktuelle
finanzielle Untersetzung finden zur Nachnutzung des ehemaligen tjg.theaters junge generatlon In
Briesnitz oder der ehemaligen Futterställe im Ostra-Gelände (gegenwärtiger Standort Ostrale)statt.
In der Umsetzung sollte die Kommune einen Mix aus verschiedenen Instrumenten anwenden: von
Konzeptausschreibungen für Verkauf oder Vergabe von Erbbaurechten an Dritte über die Investition
und anschließende Vermietung durch städtische Gesellschaften (Modell Kraftwerk Mitte) bis hin zur
Eigensanierung. Zwischennutzungskonzepte für kommunale Immobilien können erstellt und ange
wendet werden, wenn über die dauerhafte Nutzung noch nicht entschieden wurde. Parallel müssten
Kulturschaffende qualifiziert beraten und ggf. gecoacht werden, um die Funktion des Immobilienbetrelbers und - managers erfüllen zu können. Dies wäre eine Gemeinschaftsaufgabe von Kulturverwal
tung, Wirtschaftsförderung und Branchenverbänden,die kontinuierlich betrieben werden sollte.

Finanzielle Unterstützung von Kulturschaffenden zur besseren Markttellhabe
Innerhalb der vorhandenen konsumtiven Förderinstrumente der kommunalen Kuiturförderung kön

nen Kulturschaffende Raumkosten Im Rahmen eines Gesamtvorhabens geltend machen (Projektund institutionelle Förderung). Ein eigenes Förderinstrument zur Bezuschussung von Raumkosten
existiert hingegen in Dresden nicht. Bundesweit verfügen einzelne Städte wie Karlsruhe oder Mün
chen über(teilweise sparten- oder zielgruppenspezifische) Richtlinien für Mietkostenzuschüsse im
Kulturbereich. Das Amt für Kultur und Denkmalschutz sieht aktuell keine hinreichende Daten- und

Informationsbasis für einen entsprechenden Vorschlag für Dresden. Abhängig von der weiteren Ent
wicklung des regionalen Immoblllenmarktes sollte das Förderinstrument der Mietkostenzuschüsse
jedoch im Blick behalten und ggf. weiter untersucht werden.
Im investiven Bereich ist mit der Förderrichtlinie über die Gewährung einmaliger Zuschüsse für Umund Ausbau von Atelier-, Arbelts- und Probenräumen freischaffender Künstlerinnen und Künstler

(siehe Abschnitt 1)ein aus Sicht des Amtes für Kultur und Denkmalschutz strukturell richtiges Förder
instrument vorhanden. Das finanzielle Volumen dieser Förderart(derzeit jährlich 50.000 EUR)kann

anhand der Antragslage 2017 und 2018 auch als auskömmlich eingeschätzt werden. Im Einzelfall
reicht jedoch der HÖchstfördersatz(10.000 EUR) nicht aus,oder die erforderliche Eigenfinanzierung

(50 Prozent)stellt eine Barriere für potentielle Antragsteller dar. Eine Modifizierung der Richtlinie in
diesen beiden Punkten sollte daher geprüft werden.Zudem können Kulturschaffende über diese
Richtlinie keine Finanzierung z. B.für bewegliche technische Ausstattungen generieren. Diese „För
derlücke" könnte mit der vorgeschlagenen Investitionsförderung (siehe Abschnitt 1)geschlossen
werden.

16

Fazit

Die Weiterentwicklung der kommunalen Kulturförderung bis zum Jahr 2025 Ist ein wesentlicher Bau
stein der Kulturstrategle der Landeshauptstadt Dresden und der Bewerbung als Europäische Kultur
hauptstadt. Die drei Bereiche Förderinstrumente, Förderbudgets und Räume stellen die Handlungs
felder dar. Die Themen sind Im Einzelnen:
Förderinstrumente

• Entwicklung spartenspezifischer Förderkriterien, um Verbindlichkeit und Transparenz der
Förderverfahren zu erhöhen

• bessere fachliche Auseinandersetzung mit Interdisziplinär arbeitenden Projekten und Trägern
im Förderverfahren

• Einführung neuer Förderinstrumente: mehrjährige Projektförderungen, Nachwuchsförderun
gen, Kofinanzierungsfonds für Drittmittelanträge, Förderung von Konzeptions- und Planungs
phasen, Investitionsförderung

• Überarbeitung der Zugangsvoraussetzungen In den Förderarten: Definition von aufeinander
bezogenen Mindest- und Höchstfördersätzen, parallele Zugangsmöglichkelten
Förderbudgets

• ca. 37 Prozent Budgetaufwuchs zur Berücksichtigung von Honoraruntergrenzen in Projekt
förderungen

• Ausgleich der jährlichen Kostenentwicklung durch festgelegte Erhöhung der Institutionellen
Förderungen um 5 Prozent/Jahr

• Berücksichtigung des fachlichen Förderbedarfs anhand der Fördervoten der spartenbezoge
nen Facharbeitsgruppen

• Insgesamt anzustrebende Stelgerung: 1,6 Millionen Euro(35 Prozent des derzeitigen Bud
gets Kommunale Kulturförderung)
Räume

Entwicklung kommunaler Liegenschaften für Kulturschaffende (z. B. mittels Vergabe von Erb
baurechten, eigene lnvestltlons-/Vermietungstätlgkelt,Zwischennutzungen)

17

• finanzielle Unterstützung von Kulturschaffenden zur Teilnahme am Immobilienmarkt(Prü
fung Förderinstrument Mietkostenzuschüsse, Investitionsförderung)

Impressum

Herausgeberin
Landeshauptstadt Dresden
Amt für Kultur und Denkmalschutz

Telefon(03 51)4 88 89 21
Telefax (03 51)4 88 89 23
E-Mail kultur-denkmalschutz@dresden.de
Postfach 1200 20
01001 Dresden

www.dresden.de

Zentraler Behördenruf 115- Wir lieben Fragen
Redaktion: Dr. David Klein

18

Juni 2018

Elektronische Dokumente mit qualifizierter elektronischer Signatur können über ein
Formular eingereicht werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, E-Mails an die
Landeshauptstadt Dresden mit einem S/MiME-Zertifikat zu verschlüsseln oder mit
DE-Maii sichere E-Maiis zu senden. Weitere Informationen hierzu stehen unter

www.dresden.de/kontakt.

Dieses informationsmateriai ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt
Dresden. Es darf nicht zur Wahiwerbung benutzt werden. Parteien können es jedoch
zur Unterrichtung ihrer Mitglieder verwenden.

19

Landeshauptstadt Dresden
Der Oberbürgermeister

Dresden.

Vorlage Nr.; V3197/19
Datum: 11. September 2019

Informationsvorlage

Beratungsfolge

Plandatum

Dienstberatung des Oberbürgermeisters

10.09.2019

nicht öffentlich

zur Information

Ältestenrat

16.09.2019

nicht öffentlich

zur Information

Stadtrat

26.09.2019

öffentlich

zur Information

Zuständig: GB Kultur und Tourismus

Gegenstand:

Information zum Ausbau des Kraftwerkes Mitte als Standort für Kunst, Kultur und
Kreativwirtschaft im Schwerpunkt Film und Medien
Information:

Der Stadtrat nimmt die Fachinformation zur „Welterentwicklung des Geländes des früheren
Kraftwerkes Mitte zum Standort für Vereine des Film- und Medienbereiches, der kulturellen
Bildung und der Interkulturellen Arbeit" zur Kenntnis.

2/3
bereits gefasste Beschlüsse;

V1883/17
AOllO/15
aufzuhebende Beschlüsse:

Finanzielle Auswlrkungen/Deckunesnachwels:
Investiv:

Teilfinanzhaushalt/-rechnung:
Projekt/PSP-Element:
Kostenart:

lnvestitionszeitraum/-jahr:
Einmalige Einzahlungen/Jahr:
Einmalige Auszahlungen/Jahr:
Laufende Einzahlungen/jährlich:
Laufende Auszahlungen/jährlich:
Folgekosten gem,§ 12 SächsKomHVO (ein
schließlich Abschreibungen):
Konsumtiv:

Teilergebnishaushalt/-rechnung:
Produkt:
Kostenart:

Einmaliger Ertrag/Jahr:
Einmaliger Aufwand/Jahr:
Laufender Ertrag/Jährlich:
Laufender Aufwand/Jährlich:

Außerordentlicher Ertrag/Jahr:
Außerordentlicher Aufwand/Jahr:
Deckungsnachwels:
PSP-Element:
Kostenart:

Begründung:

Mit seinem Beschluss zum Ausbau des Kraftwerkes Mitte für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft

(AOllO/15) hat der Stadtrat den Oberbürgermeister beauftragt, das Gelände und insbesondere
das frühere Reaktanzenhaus für Institutionen der Kultur und der Kreativwirtschaft zu ertüchti

gen. Zudem bestätigte der Ausschuss für Finanzen den Einsatz von Mitteln aus dem Förderpro
gramm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier"(IVP) sowie komplementärer Eigenmit
teln zur Finanzierung des Projektes in der früheren „Villa Wettin", in der nun die „Villa Interkultur" entstehen soll (V1883/17).

Angesichts dieser Ausgangslage ist durch den Eigentümer Drewag geplant, auf dem Kraftwerks
gelände ab dem Jahr 2021 ein Zentrum für die eingangs genannten, eng miteinander verzahnten

3/3

Kulturbereiche zu entwickeln. Mit dem Heinrich-Schütz-Konservatorium, dem tjg, der Staats
operette Dresden und der Puppentheatersammlung wurden renommierte Kulturinstitutionen
im Kraftwerk angesiedelt, die weitere künstlerische Synergien erwarten lassen.

In den aktuellen Fachplanungen des Amtes für Kultur und Denkmalschutz, insbesondere der

Neufassung des Kulturentwicklungsplans (KEP) und der Bewerbung als Europäische Kultur
hauptstadt(KHS) Dresden 2025, stellen die Pflege spezieller Dresdner Traditionen im Film- und
Medienbereich sowie die Beförderung von darauf bezogenen zeitgenössischen künstlerischen
Entwicklungen, die kulturelle Bildung und die interkulturelle Arbeit sehr wichtige Handlungsfel
der dar.

Die Umnutzung bzw. der Um- und Ausbau von zwei Gebäuden zu Standorten für Vereine des

Film- und Medienbereiches, der kulturellen Bildung und der interkulturellen Arbeit birgt dabei
erhebliche Potenziale zur nachhaltigen Stärkung der Kulturarbeit in Dresden. Dazu gehören Sy
nergieeffekte durch verbesserte Kooperationsmöglichkeiten infolge der räumlichen Nähe und
durch die gemeinsame Nutzung von technischen und räumlichen Ressourcen durch die Kulturin
stitutionen auf dem Gelände ebenso wie die erhebliche Optimierung der Arbeitsbedingungen
für die Mitarbeiterteams von fünf Kulturinstitutionen in freier Trägerschaft. Nicht zuletzt lassen
sich am neuen Standort signifikante Verbesserungen für die Besucherinnen und Besucher errei
chen. Dazu gehören eine nutzerfreundlichere Gestaltung von Räumen und somit auch der Kultu
rofferten, die effektivere Abstimmung der Angebote und vor allem auch ihre bessere Erreich
barkeit für Gäste aus dem gesamten Stadtgebiet und dem Umland infolge der zentralen Lage.
Darüber hinaus wird dadurch das „Kulturportfolio" auf dem Kraftwerksgelände insgesamt abge
rundet.

Die beiliegende Fachinformation beschreibt den Stand der Planungen und die Vorzüge der Her
ausbildung eines derartigen Zentrums. Sie versteht sich als Grundlage für weiterführende Dis
kussionen, gibt Auskunft über die konkrete Umsetzung und über die sich daraus ergebenden
zusätzlichen Finanzierungsbedarfe vor allem für Mietkosten gegenüber der Drewag vermittels
der kommunalen Kulturförderung.
Alles in allem entstehen durch den Umzug der beteiligten Vereine ab dem Jahr 2021 Mehrkos
ten i. H. V. 101.508 EUR für die Landeshauptstadt Dresden.
Sie sind innerhalb der Kulturförderung den Bereichen Film/Medien und Interkultur zuzuordnen
und ergeben sich insbesondere durch verbesserte baulich-technische Standards der Gebäude
sowie durch die Erhöhung der nutzbaren Flächen.
Anlagenverzeichnis;

Anlage - Konzeptionelle Fachinformation zur Erweiterung der kulturellen Angebote auf dem
Gelände des früheren Kraftwerkes Mitte durch Vereine des Film- und Medienbereiches, der

kulturellen Bildung und der Interkulturellen Arbeit

Dirk Hilbert

Anlage

Konzeptionelle Fachinformatlon zur Erweiterung der kulturellen Angebote auf
dem Gelände des früheren Kraftwerkes Mitte durch Vereine des Film- und

Medienbereiches, der kulturellen Bildung und der Interkulturellen Arbelt

Inhalt

0 Einführung

I. Konzept für das Haus für Medienkultur im Kraftwerk Mitte
1.

Aktuelle Situation und Bedarf

2.

Ein Haus für Medienkultur

3.

Die beteiligten Vereine

3.1

Medienkulturzentrum Dresden e.V.

3.2.1

Objektiv e.V.

3.3

Fantasia Dresden e.V.

3.4

Deutsches Institut für Animationsfilm e.V.

4.

Grundrisse des Hauses für Medienkultur

II. Konzept für die „Villa Interkultur" - Raum für interkulturelle Begegnung im Kraftwerk Mitte
1.

Ausgangslage

2.

Nutzungskonzept „Villa Interkultur"

3.

Zum Trägerverein Kinder- und Elternzentrum „Kolibri" e.V.

4.

Aktuelle Projekte am Kinder- und Elternzentrum „Kolibri" e.V.

III. Kosten

1.

Miet- und Betriebskosten für das „Haus für Medienkultur"

2.

Miet- und Betriebskosten für die „Villa Interkultur"

3.

Zusammenfassung

0 Einführung
In den aktuellen Fachplanungen des Amtes für Kultur und Denkmalschutz, insbesondere der
Neufassung des Kulturentwicklungsplans (KEP) und der Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt
(KHS) Dresden 2025, stellen die Pflege spezieller Dresdner Traditionen im Film- und Medienbereich
sowie die Beförderung von darauf bezogenen zeitgenössischen künstlerischen Entwicklungen, die

kulturelle Bildung und die interkulturelle Arbeit sehr wichtige Handlungsfelder dar. Seit der
Beschlussfassung zum KEP 2008 hat sich für die genannten Kulturbereiche eine leistungsfähige, von
der Landeshauptstadt Dresden und anderen Partnern geförderte Vereinsszene herausgebildet. Sie
setzt mit sehr guter Resonanz wichtige Ziele um,die die Landeshauptstadt laut KEP und

Kulturhauptstadtbewerbung verfolgt. So hat sich das Medienkulturzentrum Dresden e.V.(MKZ)zum
leistungsfähigsten Medienkompetenzzentrum Sachsens entwickelt, pflegt und bewahrt das Deutsche
Institut für Animationsfilm mit deutschlandweiter Ausstrahlung Dresdner Animationsfilmtraditionen
und vermitteln Objektiv e. V. und Fantasia Dresden e.V. Film-Know-how im Zuge von Programmen

der kulturellen Bildung vorrangig an Heranwachsende. Nicht zuletzt ist in diesem Zusammenhang das
Kinder- und Elternzentrum „Kolibri" e.V. zu nennen. Es versteht erfolgreich, kulturelle Bildung und
interkulturelle Arbeit für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund miteinander zu verbinden.
Die Fortentwicklung der Bereiche stößt angesichts der wachsenden Herausforderungen
(Medienkompetenzen für die Digitalisierung; interkulturelle Kompetenzen im Hinblick auf die
wachsende Diversität der Stadtgesellschaft etc.) nun aber immer mehr an Grenzen. So genügt das
vorhandene Raumprogramm der Vereine angesichts des Zuwachses an Aufgaben bzw. der
erfolgreichen Arbeit, die ein starkes quantitatives Wachstum an Publikum aber auch der

Mitarbeiterteams mit sich gebracht haben, bei weitem nicht mehr und besteht diesbezüglich
signifikanter Verbesserungsbedarf. Beispielsweise müssen die Teams teils in sehr beengten Räumen
und unter Arbeitsbedingungen wirken, die nur schwer zumutbar sind. So befinden sich Arbeitsplätze
des MKZ und von Fantasia e. V. in Kellerräumen, deren Belüftung schwierig und in denen
insbesondere bei einem längeren Aufenthalt die Grenzen der Zumutbarkeit erreicht werden.

Angesichts dieser Ausgangslage bietet die Umgestaltung des Geländes des Kraftwerkes Mitte(KWM)
für die Beförderung von Film-, Medien- und kultureller Bildung sowie für interkulturelle Arbeit große
Entwicklungspotenziale. Sie ergeben sich nicht nur daraus, dass die Vereine neue, besser
ausgestattete und größere Arbeitsräume beziehen können. Vielmehr bieten sich durch die
Konzentration von Kunst- und Kulturinstitutionen auf dem Gelände völlig neuartige Chancen für
Kooperationen und somit für eine qualitative Verbesserung der Arbeit. Darüber hinaus verbessert
sich durch die zentrale Lage des Geländes die verkehrliche Erreichbarkeit der auf eine stadtweite
Wirkung zielenden Kulturangebote. Dies ist insbesondere angesichts von Heranwachsenden als
vorrangiger Zielgruppe sehr wichtig. So zeigte sich immer wieder, dass Kulturofferten infolge langer
Wegezeiten von Kindern aus einigen peripheren Stadtlagen nur eingeschränkt genutzt wurden.

Infolgedessen ist geplant, auf dem Gelände des früheren Kraftwerkes Mitte zwei Zentren für die eng
miteinander verzahnten Bereiche zu entwickeln. So soll einerseits ein „Haus für Medienkultur" und

andererseits die „Villa Interkultur" entstehen. Mit der DREWAG als Eigentümerin der infrage
kommenden Gebäude sowie als potenzieller Vermieterin und Bauherrin wurden bereits
Verhandlungen aufgenommen und Pianungen für eine entsprechende Umsetzung begonnen. Nach
derzeitigem Planungsstand ist eine Fertigstellung im Jahr 2021 vorgesehen.

Die vorliegende Fachinformation gibt Auskunft über den Stand der bisher durchgeführten Planungen
und über die Vorzüge der Herausbildung eines derartigen Zentrums. Sie versteht sich als Grundlage
für weiterführende Diskussionen, gibt Aufschluss über die konkrete Umsetzung und über die sich
daraus ergebenden zusätzlichen Finanzierungsbedarfe vor allem vermittels der kommunalen
Kulturförderung. Das Konzeptpapier entstand vorrangig auf Basis von Zuarbeiten der einbezogenen
Vereine sowie der DREWAG als Bauherrin und künftiger Vermieterin.

medienklüJUR

IDIAF

IS-i

DEUTSCHES
TllICKI-ILNtSCHUl.f

INSTITUT FÜR
ANIMATIONSFILM

I. Konzept für das Haus für Medienkultur im Kraftwerk Mitte
1. Aktuelle Situation und Bedarf
Das ehemalige Kraftwerk Mitte entwickelt sich seit 2016 zu Dresdens neuem Kunst-, Kultur- und
Kreativstandort. Mit dem Umzug des Heinrich-Schütz-Konservatoriums, des tjg. theaters junge
generation und der Staatsoperette Dresden ist das Areal bereits heute ein wichtiger Kultur-Hotspot

geworden. Durch die Ansiedlung der Puppentheatersammiung der Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden nimmt diese Entwicklung einen weiteren erfolgreichen Verlauf.

Mit großem Interesse haben die Vereine MKZ, Deutsches Institut für Animationsfilm e.V. (DIAF),
Objektiv e.V. und Fantasia e.V. diese Entwicklung verfolgt. Seit drei Jahren gibt es zwischen den
Vereinen und der DREWAG Gespräche und Planungen, die die Etablierung eines Medienhauses im
sogenannten Reaktanzenhaus zum Ziel haben. Nunmehr sind die Verhandlungen soweit gediehen,
dass zwischen der DREWAG und den Vereinen Vorverträge abgeschlossen werden und die

Bauarbeiten beginnen konnten. Ein Umzug auf das Kraftwerksgeiände ist in allererster Linie mit der
Erwartung vielfältiger inhaltlicher und räumlicher Synergien verbunden. Das frühere Reaktanzenhaus
zu einem städtischen Haus für Medienkultur zu entwickeln, ist eine Vision, die sich im Verbund der

vier beteiligten Vereine umsetzen lässt. Mit anderen Kultureinrichtungen auf dem Areal des
Kraftwerkes sowie Kultur- und Ausbildungseinrichtungen im unmittelbaren Umfeld (z.B. riesa efau
oder Hochschule für Musik) liegen weiterhin Kooperationszusammenhänge nahe und sind teils

bereits vorhanden. Spartenübergreifende Projektideen können in Form kombinierter medien-,
museums- und theaterpädagogischer Angebote das Areal erheblich bereichern.

Bei der Umzugsplanung spielen auch der zu erwartende quantitative und qualitative räumliche
Zugewinn eine wichtige Rolle. So lassen sich die Räume effizienter nutzen, d.h. entfallen schlecht
nutzbare Räume und können die Vereine Räume für größere Veranstaltungen gemeinsam nutzen.

Dies gilt beispielsweise für einen Seminar- und einen weiteren Beratungsraum, der vom MKZ
angemietet werden soll aber sämtlichen Medienvereinen zur Verfügung steht. Zudem ist am bisher
genutzten Standort an der Schandauer Straße z.B. für die Vereine MKZ und Fantasia Dresden e.V.
keine Raumerweiterung möglich. Darüber hinaus befinden sich die dort im Kellergeschoss
angemieteten Räume in einem desolaten Zustand und arbeiten die Mitarbeiterteams zum Teil unter
nicht mehr produktiven Bedingungen. DIAF hingegen befindet sich in der Situation, 2020 die
Geschäftsstelle des Vereins im Dresdner Kulturrathaus räumen zu müssen, da die Stadtverwaltung

dringenden Eigenbedarf angemeldet hat. Unbenommen davon ist am derzeitigen Standort z.B. die
geplante Einrichtung einer Filmbibliothek aus räumlichen Gründen nicht möglich. Der zweite
Standort des DIAF befindet sich mit Archiv und Aussteltungsfläche in den Technischen Sammlungen

Dresden (TSD) und soll dort verbleiben. Die TSD sind an der weiteren guten Zusammenarbeit mit
dem DIAF interessiert, können dem Verein aber keine zusätzlichen Räume zur Verfügung stellen.

Unabhängig vom geplanten Umzug wird DIAF die Zusammenarbeit mit den TSD aufrechterhalten.

Ein wichtiges Kriterium bereits bei der Planung des Projektes ist die barrierefreie Zugänglichkeit am
neuen Standort. Diese ist bislang bezogen auf den räumlichen Zugang bei keinem der beteiligten
Vereine gewährleistet und ein sehr bedeutsames Motiv für den jeweiligen Standortwechsel.

2. Ein Haus für Medienkultur
Moderne Gesellschaften werden zunehmend medial geprägt. Um allen Menschen eine umfassende
Teilhabe an Kultur und Gesellschaft zu ermöglichen, muss Medienbildung als ein
generationenübergreifendes Thema mit zielgruppenspezifischen Anforderungen verstanden werden.
Es gilt, Kindern und Jugendlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten für den reflexiven Umgang mit Medien
zu vermitteln, Eltern und Multiplikatoren/Multiplikatorinnen zu qualifizieren und Senioren und
Seniorinnen in medienkulturelle Prozesse einzubeziehen. Weitere Herausforderungen entstehen im
Umgang mit sozialen Netzwerken und den sich immer stärker ausdifferenzierenden Formen des

künstlerischen Umgangs mit Medien. Medienbildung spielt eine entscheidende Rolle auch in Bezug
auf kulturelle und politische Bildung. Im Kulturentwicklungsplan der Landeshauptstadt wird dem mit
entsprechenden Schwerpunktsetzungen Rechnung getragen.
Für die Umsetzung ist die Etablierung eines Hauses für Medienkultur im Kraftwerk Mitte von
entscheidender Bedeutung. Jeder der beteiligten Vereine sieht den neuen Standort mit seinen
bereits in der Planung aufeinander abgestimmten Möglichkeiten als Chance, seine spezifischen
Kompetenzen in ganz neuer Qualität einzubringen, teils sogar neu zu definieren. Alle Vereine sind der

Überzeugung, dass mit den vielfältigen eigenen medienpädagogischen und kulturellen Aktivitäten
und den zu erwartenden inhaltlichen und räumlichen Synergien mit vor Ort ansässigen Institutionen
eine weitere kulturelle Belebung des Areals erfolgen wird. Dazu gehören etablierte Angebote wie das
Medienfestival mit dem Bundeswettbewerb MB21, der internationale Trickfilmworkshop ANIMA, die
CrossMedia Tour Dresden genauso wie die tägliche Projektarbeit des Sächsischen Ausbildungs- und
Erprobungskanals (SAEK), filmbildnerische und demokratiepädagogische Projekte des SchulKino
Dresden sowie die Einrichtung einer Filmbibliothek auf der Basis des Grundstocks der bereits
existierenden DIAF Bibliothek zum deutschen und internationalen Animationsfilm. In einem Haus für

Medienkultur werden diese Angebote beispielhaft für die Vermittlung der oben beschriebenen
Kompetenzbereiche auch mit Blick auf den weiteren Bildungsweg und auf eine variantenreiche
Berufsorientierung junger Menschen stehen.

Die im früheren Reaktanzenhaus vorhandene Nutzfläche lässt eine Planung zu, die dem Raumbedarf
der Vereine entspricht und Mietkooperationen mit anderen Partnern denkbar werden lässt. Das
Raumkonzept orientiert sich an den vielfältigen Aufgaben und den damit verbundenen räumlichen
und technischen Bedürfnissen. Das bedeutet, es wird Räume geben, die einzelnen Vereinen
zugeordnet sind und Flächen, die gemeinschaftlich mit anderen Partnern im Haus genutzt werden
können. Gleiches gilt für die wirtschaftliche Planung und kreative Umsetzung der Angebote. Vier
Vereine arbeiten dann „unter einem Dach", bewerben und synchronisieren gemeinsam ihre
Angebote und unterstützen sich sowohl im technischen Support, bei Themensetzungen und beim
Austausch von Expertenwissen. Wichtig ist dabei die Etablierung einer Dachmarke bei unbedingter

Beibehaltung der jeweils spezifischen Vereins- und Projektkennung. Alles in allem wird sich die
nutzbare Fläche im früheren Reaktanzenhaus auf dem Kraftwerksgelände für die vier beteiligten
Vereine in der Summe um 237 Quadratmeter(brutto) erhöhen.
aktueller

Reaktenzenhaus

Standort

netto (m^)

brutto (m^)

480

398

562

Fantasia

58

75

106

DIAF

47

96

135

(m^)
Medienkulturzentrum

Objektiv
Summe

50

49

69

635

618

872,00

Hervorhebenswert ist die hervorragende Verkehrsanbindung des neuen Hauses. Dies ist
insbesondere für Kinder und Jugendliche sehr wichtig, da sich dadurch Zugangsbarrieren für die auf
eine stadtweite Wirkung zielenden Angebote der Vereine zur kulturellen Bildung verringern lassen.
4

3. Die beteiligten Vereine
3.1.

Medienkulturzentrum Dresden e.V.(MKZ)

MKZ ist eine Institution, die sich seit 1993 mit zahlreichen medienpädagogischen,
medienkünstlerischen und kulturellen Angeboten regional und überregional etabliert hat. Ziel des

Vereins ist es, die Nutzung von Medien als Erfahrungs-, Ausdrucks- und Gestaltungsmittel für
Kommunikation, Bildung und Kultur zu fördern. Er arbeitet vor allem medienpädagogisch an dem
Auftrag, Medienkompetenz in der Bevölkerung als moderne Schlüsselkompetenz zu vermitteln.
Außerdem beteiligt sich der Verein an medienkünstlerischen Projekten und realisiert
Medienproduktionen. Die Angebote richten sich an alle Altersgruppen. Dazu zählen:
Medienerziehung von Kindern, medienpädagogische Arbeit mit Jugendlichen und Multiplikatoren,

Aus- und Weiterbildung von Erzieherinnen und Lehrerinnen, medienspezifische Angebote für Ältere.
Jährlich erreichte der Verein mit seinen Angeboten ca. 9.500 Personen. Die ca. 200 Angebote reichen
von Informationsveranstaltungen zu aktuellen medienpädagogischen und -ethischen und -politischen
Themen über Redaktionsarbeit, bis zu einer ausdifferenzierten schulischen und außerschulischen
Kurs- und Projekttätigkeit. Darüber hinaus betreibt das Medienkulturzentrum auf dem Dresdner
Striezelmarkt das Wichtelkino, wo in Kooperation mit Fantasia und dem DIAF aktuelle und historische
Animationsfilme präsentiert werden. Zur Umsetzung seiner Ziele verfügt der Verein über Studios und
Labore (u.a. zwei Hörfunkstudios, Videostudio, Trickfilmstudio, Multimedialabor, Seminarräume) und
über stationäre und mobile Medientechnik.

Der als gemeinnützig eingetragene Verein ist anerkannter Träger der Jugendhilfe, Mitglied im
Soziokultur und in der GMK (Gesellschaft für Medienpädagogik und
Kommunikationskultur). Das MKZ wirkt im Netzwerk Medienbildung Dresden, im Netzwerk
Medienpädagogik Sachsen und im bundesweiten Netzwerk für Medienpädagogik FRAME mit. Der

Landesverband

Verein arbeitet zusammen mit Schulen aller Art, der TU Dresden, Hochschulen, Museen, anderen
Medienkulturzentren in Deutschland und mit internationalen Partnern.

Aktuell arbeiten im Verein zwölf Festangestellte, ein FSJ'ler sowie mehrere Praktikantinnen und
Praktikanten. In den sieben Senderedaktionen sind ca. 30 Ehrenamtliche aktiv. Seit 1998 betreibt der

Verein mit großem Erfolg einen Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal (SAEK) und hat 2018
die erneute Ausschreibung zur Fortführung des Projektes für sich entscheiden können. Im

Projektbüro des Vereins werden kommunale, regionale und bundesweite Projekte geplant und
realisiert. Dazu gehören insbesondere: CrossMedia Tour, MB21 und Medienfestival. Seit 2004
betreut der Verein das Internetportal Kita-Bildungsserver.

Neu etabliert wurde im Rahmen des SAEK ein Veranstaltungsformat mit dem Titel medienwerkstatt.

Mit

diesem

Format

werden

spezifische

Angebote

zu

aktuellen

medientechnischen,

mediengesellschaftlichen und medienpolitischen Fragestellungen umgesetzt. Die „medienwerkstatt"
soll einen Einblick in aktuelle mediale Trends und Entwicklungen im sozialen, gesellschaftlichen und

technischen Bereich geben, den Umgang mit und die Handhabung von digitalen Medien vermitteln,
sowie Unterstützung in der redaktionellen Arbeit bieten. Ziel ist es, in Dresden eine zentrale
Anlaufstelle für fundierte mediale Informationen öffentlichkeitswirksam zu etablieren. Die Zielgruppe

der „medienwerkstatt" bildet eine Ergänzung zur überwiegend schulischen Zielgruppe in der

Projektarbeit. Mit der „medienwerkstatt" sollen vorrangig Erwachsene angesprochen werden, die
sich mit aktuellen medienbezogenen Themenstellungen vertraut machen wollen. Im Rahmen des
Medienfestivals plant der Verein ab 2018 zudem einen jährlichen Fachbesuchertag insbesondere für
pädagogische Fachkräfte.

Mit dem Umzug verbindet der Verein auch die Erwartung, die Handlungsempfehlungen, welche im

Zuge der Wirksamkeitsanalyse formuliert wurden, weiter umzusetzen. Dies betrifft insbesondere die
Forderung, „gewonnene Erfahrungen und Kompetenzen bzw. vorhandene Potentiale in noch
stärkerem Maße — eben im Sinne eines nach außen wirkenden Kompetenzzentrums auch anderen
Akteuren der Medienbiidung in Dresden zugänglich zu mächen".

3.2.

Objektiv e.V.

Der Objektiv e.V. setzt sich seit 20 Jahren für filmbildnerische sowie demokratiepädagogische
Projekte in Dresden ein. Mit seinen festen Projekten SchulKino Dresden, Dresdner Kinderfilmfest
KINOLINO, SchulKinoWochen Sachsen, play fair und dem Studentenkino KIK - Kino im Kasten spricht
der Verein über 50.000 Nutzer an, sich kritisch und reflektiert mit dem Medium Film
auseinanderzusetzen. Kontinuierlich hat der Objektiv e.V. in Dresden die Beratung und Vermittlung
von Filmen im Bildungsbereich weiterentwickelt und die Zahl der kooperierenden Kinos und

Filmpädagogen ausgebaut. Das KINOLINO stellt seit 25 Jahren in den Herbstferien einen wichtigen
Beitrag zur Kinderfilmkultur in Dresden dar. Seit 2017 ist der Verein Träger eines Cinemanya-Koffers
mit Lang- /Kurzfilme in arabischer/persischer Synchronisation, welcher seitdem bereits über 40-mal
in Erstaufnahmeeinrichtungen genutzt wurde und das filmpädagogische Angebot des Vereins
erweitert. Seit 1998 betreibt der Verein das Studentenkino KIK - Kino im Kasten, welches Studenten

die Möglichkeit der eigenen Organisation und Durchführung von Kinoveranstaltungen gibt. Als
weitere Säule bietet der Objektiv e.V. diverse filmpädagogische Fortbildungsreihen. Damit soll nicht
nur pädagogisches Fachpersonal geschult, sondern auch neue Zielgruppen gewonnen werden.
Erwartungsvoll sieht der Verein dem geplanten Umzug ins Kulturkraftwerk Mitte entgegen. Mit
neuen und kooperativen Angeboten will der Objektiv e.V. am neuen Standort sein filmpädagogisches
Profil in der kommunalen Bildungslandschaft stärken und sein Alleinstellungsmerkmal in der
Filmbildung festigen. Hier ist insbesondere eine Verbesserung des Schulkinoangebotes mit dem
gleichfalls ins Kraftwerk ziehenden Programmkino „Kino im Dach" geplant.
3.3.

Fantasla Dresden e.V.

Die Dresdner Trickfilmtradition ist ein kreativer Schatz und der Fantasia Dresden e.V. hält dieses

Kulturerbe lebendig. Die Entwicklung von Figuren und Geschichten regt die Fantasie von Kindern und
Jugendlichen an. Die Trickfilmschule Fantasia bietet mit seinem Studio einen kreativen Ort dafür.
Erfahrene Animatoren geben Einblick in professionelle Arbeitsprozesse, die Kursteilnehmer und
profitieren von der Weitergabe von Wissen und handwerklichen Fähigkeiten.
Zu den Schwerpunkten von Fantasia gehören generations- und medienübergreifende Kurse,
Angebote für Gruppen und Schulklassen, Wochenendwerkstätten, Ferien-, Hort- und
Projekttagangebote und die Organisation von bundesweiten Workshops. Zahlreiche Angebote
werden in Kooperation mit dem Medienkulturzentrum Dresden umgesetzt. Die Angebote des
Vereines reichen vom niederschwelligen Einstiegsangebot bis zur gezielten Förderung von Talenten.
Neben den regelmäßigen Kursen und Workshops hat die internationale Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Höhepunkt im Jahr ist die internationale Trickfilm Werkstatt

ANIMA. Eine Woche lang haben über 30 junge Filmemacher aus Deutschland, Polen und Russland
das Ziel, unter Anleitung professioneller Animatoren, Dramaturgen und Filmproduzenten in
entsprechend ausgerüsteten Studios gemeinsam Trickfilme zu produzieren.

Dass sich die ANIMA 2018 bereits im 36. Jahrgang großen Zuspruchs erfreut, zeugt von der Qualität
von Konzept und Team. Die Filme, die dabei entstehen, werden bei nationalen und internationalen
Filmwettbewerben mit Preisen bedacht. Derzeit studieren fünf ehemalige Teilnehmerinnen an der
Filmhochschule Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Inzwischen ist ein Teil der Angebote auf
Nutzung von Synergien z.B. mit dem SAEK aufgebaut. Mit Blick auf den neuen Standort und den dort
ansässigen Akteuren sei auf eine beispielhafte Kooperation mit der Staatsoperette hingewiesen: Eine
Aufführung des Silhouettenanimationsfilms „Die Abenteuer des Prinzen Achmed" (Lotte Reiniger,
1926) mit Live-Orchesterbegleitung wurde kombiniert mit einer Sonderausstellung des DIAF zum
Silhouettentrickfilm und einem Silhouettentrickworkshop mit Fantasia. Der Umzug bietet die
Möglichkeit, diese Kontakte direkt und schnell in Ergebnisse umzusetzen. Der zentrale Standort gibt
dazu die Möglichkeit, den Wirkungskreis zu erweitern, er ist besser erreichbar und die Kursarbeit
kann leichter in die Stadtteile ausstrahlen.

3.4.

Deutsches Institut für Animationsfilm e.V.(DIAF)

Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und in Zusammenarbeit
mit dem Bundesarchiv und der DEFA-Stiftung konnte seit der Gründung des Instituts 1993 eine

deutschlandweit einzigartige Sammlungs- und Informationsstätte zum Animationsfilm aufgebaut
werden. Im Zentrum der Arbeit steht die Bewahrung des Erbes des DEFA-Studios für Trickfilme
Dresden sowie des historischen und aktuellen deutschen Animationsfilms. Neben der fachgerechten

Archivierung, der Konservierung und wissenschaftlichen Aufarbeitung einer der größten
zusammenhängenden Animationsfilmsammlungen Europas stellt die Präsentation und Publikation
von Arbeitsergebnissen einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt für das DIAF dar. Das Institut nimmt mit
seinem Beschäftigungsgegenstand in musealer und wissenschaftlicher Hinsicht, aber auch mit Blick
auf die vorwettbewerbliche Förderung von Filmproduktionen im Animationsbereich (durch
Beratungen, Festivalarbeit, Publikationen, Workshops etc.) eine Sonderstellung ein. DIAF ist Teil des
Clusters sächsischer Film- und Medieninstitutionen und enger Kooperationspartner der Technischen
Sammlungen Dresden, wo das Archiv und die DIAF-Dauerausstellungen zum DEFA-Trickfilmstudio
Dresden verortet sind und beständig Sonderausstellungen präsentiert werden.

Neben der Pflege und Förderung des Animationsfilms in all seinen Gestaltungs- und
Verbreitungsformen ist die Erhaltung, Bewahrung, Pflege und Nutzbarmachung eines Archivs zum
Animationsfilm als Bestandteil des nationalen Filmerbes mit der deutschen Trickfilmgeschichte ein

wichtiger Schwerpunkt der Institutsarbeit. Der Umzug ins Kraftwerk Mitte ist ein Weg, diesen
Schwerpunkt auszubauen und zu präsentieren. Dabei kommt der geplanten Filmbibliothek eine

wichtige Aufgabe zu. Forschungsvorhaben zum deutschen und internationalen Animationsfilm
können in der Präsenzbibliothek von den Institutsmitarbeitern betreut und öffentlich zugänglich

gemacht werden. Mit dem Umzug der DIAF-Geschäftsstelle sind folgende Synergien verbunden:

1. eine gemeinsame räumliche Lösung mit anderen Partnern aus dem film- und
medienpädagogischen Bereich mit dem Ziel einer verbesserten öffentlichen Präsenz,
2. bessere Kooperationsmöglichkeiten durch die räumliche Nähe zu bereits vorhandenen oder
potentiellen Partnern, als Beispiel kann die bereits erwähnte Kooperation mit der
Staatsoperette Dresden und Fantasia 2016 im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Prinz
Achmed und seine Dresdner Nachfahren" und perspektivisch die Zusammenarbeit mit der
Puppentheatersammlung der SKD in Form gemeinsamer Recherchen und Präsentation z.B.
„Puppen im Film" oder „Puppen im Theater" dienen,
3. Neugestaltung und öffentliche Verfügbarmachung einer mit den Partnern im Haus
gemeinsam eingerichteten und getragenen Film-und Medienbibliothek als Präsenzbibliothek
mit dem Schwerpunkt Animationsfilm. Gemeinsam mit der sich in Entwicklung befindenden
DIAF-Datenbank DIAF-IP, die Online-Recherche zur DIAF-Sammlung und den filmografischen
Daten zu den Produktionen des DEFA-Studios ermöglicht, wird die Bibliothek mit der
Einrichtung von zwei Medienarbeitsplätzen über hervorragende Recherchemöglichkeiten
verfügen.

Aufschluss über das geplante Raumprogramm des „Hauses für Medienkultur" geben die dem
vorliegenden Konzept beigefügten etagenbezogenen Grundrisse.

II. Konzept für die „Villa Interkultur" - Raum für Interkulturelle Begegnung
Im Kraftwerk Mitte des Kinder- und Elternzentrums „Kolibri" e.V.
1. Ausgangslage
Der demographische Wandel, der sich in Deutschland im Kontext von Migration vollzieht, bringt auch
in der Stadt Dresden vielfältige kulturelle Facetten mit sich. Die Zuwanderung sollte als Bereicherung
und Normalität angesehen werden. Denn kulturelle Vielfalt ist in Dresden bereits Realität, aber noch

nicht Normalität. Das Kinder- und Elternzentrum „Kolibri" e.V. möchte als ein wichtiger Anlaufpunkt
verschiedener Migranten In Dresden und Ansprechpartner im Bereich der Förderung der
Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Kompetenz in der "Villa Interkultur" auf dem Gelände des
Kraftwerkes Mitte ein Zentrum für den Austausch und einen Ort der Begegnung von Menschen
unterschiedlicher Herkunft - mit und ohne Migrationsgeschichte - schaffen. Dort soll kulturelle
Vielfalt gelebt und begreifbar gemacht werden, um einen Beitrag zu einer toleranteren und
offeneren Gesellschaft zu leisten. Durch Kulturellen Bildung und Toleranz, Stärkung des
Demokratieverständnisses und Vermittlung von sozialen und interkulturellen Kompetenzen will der
Verein Vorurteile und Grenzen abbauen und eine interkulturelle Vernetzung ermöglichen.

Wichtig ist dabei der Bezug zum umliegenden Quartier. Integration bedeutet dabei einen Schutzraum
zur Pflege der eigenen kulturellen Identität herzustellen, dem Entstehen von Parallelgesellschaften

entgegenzuwirken und so die Öffnung der Dresdner Stadtgeselischaft nachhaltig zu fördern. Dabei ist
es wichtig, einen niedrigschwelligen Zugang für alle vorrangig im Stadtteil Dresden-Friedrichstadt und
Dresden-Altstadt lebenden Menschen zu ermöglichen und diesen barrierefrei - sowohl räumlich als
auch inhaltlich - zu gestalten. Bereits jetzt stärkt der Verein als Kulturzentrum die Entwicklung des
Stadtteils Dresden-Altstadt. Er vernetzt sich mit benachbarten Institutionen und Einrichtungen (z.B.
Kindertagesstätte „Lisa & Friedolin" Friedrichstraße, Kita „Fröbelzwerge", 16. und 48. Grundschule
Josephinen- bzw. Seminarstraße, Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, Kulturzentrum riesa

efau) und beteiligt sich aktiv am Stadtteilleben (Stadtteilrunde, Friedrichstädter Stadtteilfest,
Stadtteilmärkte).
Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Vermittlung von Kernkompetenzen für eine kulturell vielfältige
Dresdner Stadtgesellschaft. Um Internationalität und Pluralität als positiven Motor für eine
nachhaltige Dresdner Stadtentwicklung zu betrachten, um Chancen und Potenziale der kultureilen
Diversität zu verdeutlichen, müssen interkulturelle Kompetenz angeeignet, der Umgang mit

Unsicherheiten und Mehrdeutigkeiten abgebaut sowie die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel
gelernt werden. Dabei soll die Offenheit für soziales Miteinander, Integration und Solidarität im
Rahmen gemeinsamer künstlerisch-kreativer Prozesse und durch die Begegnung mit kultureilen

Traditionen

unterschiedlicher

Herkunftsländer

gestärkt

werden.

Dies

geschieht

durch

außerschulische Kinder- und Jugendbildung, interkulturelle Arbeit und Kulturelle Bildung. Weiterhin

werden über die Durchführung von unterschiedlichen Projekten Akteure der Kulturellen Bildung
erreicht, die ihrerseits als Multiplikatoren wirken und Kompetenzen weitervermitteln. Die Mehrzahl

der

Angebote findet

in

Form

offener

wöchentlicher

Angebote, Arbeitsgemeinschaften,

Lernbegegnungen, offene Veranstaltungen und terminierter interkultureller Projekte statt.

Der Verein arbeitet momentan in den Räumen eines Bürogebäudes in der Ritzenbergstraße 3 und
mietet zusätzliche Räume in der Laurinstraße 4 in Dresden. Auf insgesamt 560 m^ Fläche und
räumlich getrennten Bereichen (EG, 2. CG und 3. CG)finden jährlich ca. 7.600 regelmäßige Kurs- und
Freizeitangebote neben temporären Maßnahmen statt. Eine weitere Außenstelle betreibt der Verein
in Coswig. Zusätzlichen Platzbedarf erfordert die interkulturelle Projektarbeit des Vereins. Die
Beschaffenheit der bisher angemieteten Gewerberäume lässt allerdings wenig Spielraum für eine
kreative und den Zielgruppen angemessene Nutzung. Die räumliche Trennung der angemieteten
Räume erschwert zudem den Zugang für die Zielgruppen, belastet signifikant die interne
8

Kommunikation und bildet eine Hürde für die weitere Vernetzung. Das starke Wachstum der
Vereinstätigkeit, die Erschließung weiterer transkultureller Zielgruppen und die Intensivierung der
Kooperationsprojekte stellen für „Kolibri" e.V. sowohl eine finanzielle als auch eine personelle
Herausforderung dar und erfordern deshalb eine Verbesserung der räumlichen Situation. Aus diesem
Grund wurde in Kooperation mit DREWAG-Stadtwerke Dresden GmbH ein gemeinsamer
Förderantrag im Rahmen des Programms "Soziale Integration im Quartier" für die Sanierung der Villa
auf dem Areal des Kraftwerkes Mitte gestellt.
Trotz der vielen bestehenden Initiativen und Akteure der interkulturellen Szene in Dresden existieren

bedauerlicherweise noch nicht so viele öffentliche Räume der Interkultur in der Stadt. Das Kraftwerk

Mitte eignet sich hervorragend für diesen Zweck und die „Villa Interkultur" soll dafür Impulse setzen.

2.

Nutzungskonzept ;,Villa Interkultur''

Zu den zentralen Zielen gehört, mit der „Villa Interkultur" einen Ort zu schaffen, der als Schutzraum
für Zugewanderte fungiert und an dem die Förderung der Herkunftssprache eine Brücke zur

Integration und zur interkulturellen Öffnung schlägt. Damit soll ein Ort der kulturellen
Ausgleich und

Selbstvergewisserung auf der Grundlage von Chancengleichheit, sozialem

gleichberechtigter Teilhabe entstehen. Insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte und Neu
ankommende aber auch Altansässige erhalten dadurch die Gelegenheit, aktiv am Stadtleben
teilzunehmen und sowohl inhaltlich als auch institutionell an der Ausgestaltung kultureller Vielfalt
mitzuwirken. Die Villa Interkultur soll für alle offenstehen: Ein Haus der Begegnung mit allen und für
alle. Dabei folgen wir dem Leitgedanken der Inklusion, der eine gleichwertige Partizipation jedes
Menschen an der Gesellschaft vorsieht, unabhängig von sozialer und kultureller Herkunft, Sprache,
Hautfarbe, Alter, sozialem Milieu, Religion und geistigen, körperlichen und seelischen
Beeinträchtigung.

In der Annahme, dass eine diversitätsbewusste Kulturelle Bildung eine Frage der Netzwerkqualität
ist, wollen wir in der „Villa Interkultur" die Möglichkeit der Vernetzung bieten: Dies geschieht
einerseits durch die räumliche Nähe zu den im Kulturkraftwerk ansässigen Institutionen wie dem tjg.,

der Staatsoperette Dresden oder dem Heinrich-Schütz-Konservatorium, die sich u.a. für Projekte der
interkulturellen Öffnung einsetzen und mit denen teils bereits Kooperationen bestehen oder noch
angestrebt werden. So können Synergieeffekte in vielfältiger Form genutzt und ein Mehrwert für alle
beteiligten Institutionen geschaffen werden. Durch die unmittelbare Nachbarschaft zu dem
interkulturell ausgerichteten Verein profitieren die im Kraftwerk ansässigen Kultureinrichtungen
wiederum durch den direkten Zugang zu neuen Zielgruppen. Andererseits sollen neben dem Kolibri
e.V. weitere Akteure der kulturellen Bildung mit eingebunden werden, also beispielsweise kleinere
Vereine oder Communities, die sowohl der räumlichen, inhaltlichen sowie netzwerktechnischen
Unterstützung bedürfen und hierbei auf die Ressourcen des Kolibri e.V. zurückgreifen können.
Eine mit externen interkulturellen Initiativen und Vereinen gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten

ist ausschlaggebend. Die Villa soll den Charakter eines interkulturellen Zentrums - eines Hauses der
Interkultur - erhalten. Die Räumlichkeiten werden nach den verschiedenen Themenbereichen der

Vereinsarbeit aufgeteilt. So soll eine möglichst effektive Auslastung erreicht und größtmögliche
Synergien hergestellt werden. Das funktionale Raumkonzept für die Nutzung der Villa sieht dabei vor,
alle Bereiche der kulturellen Bildung einzubeziehen und universell einsetzbare Räume zu gestalten.
Weiterhin ist geplant, Veranstaltungsräume, Unterrichts- und Seminarräume sowie Küche
gemeinsam mit anderen Akteuren zu nutzen und auch externen Initiativen zur Verfügung zu stellen.
Der Netzwerkcharakter soll dabei aktiv gelebt werden. Auf Grund der kaum bezahlbaren

Mietsteigerung in der Stadt wollen wir freie Räume - eine Art Denkwerkstatt - für Menschen mit
neuen Vorhaben freihalten und auch Arbeitsräume für einzelne Engagierte, Künstler und Ihre Ideen
anbieten. Unsere Räumlichkeiten sollen einen offenen Begegnungsort verkörpern, in dem
Mehrsprachigkeit und Kulturenvielfalt sichtbar und erlebbar gemacht werden.

Mit dem Umzug in die „Villa Interkultur" setzt der Verein ein Zeichen für ein offenes, tolerantes und
buntes Dresden. Folgende Ziele verbinden sich mit der Etablierung der „Villa Interkultur":

Netzwerke stärken, Kräfte bündeln nach dem Motto „unity in diversity", dazu gilt es
nachhaltige Allianzen der Akteure zu schmieden und gesellschaftliche Partizipation zu
fördern; durch den Umzug werden vorhandene Vernetzungen in ihrer Präsenz gestärkt
und neue Partner einbezogen;

Demokratiebildung durch die aktive Auseinandersetzung mit sprachlich-kultureller
Heterogenität erreichen und ein Klima der Vielfalt, Toleranz und Völkerverständigung
schaffen; dies wird erzielt durch die Befähigung zur Partizipation und Vermittlung von
Mehrsprachigkeit sowie durch das Vorantreiben der interkulturellen Kompetenz im
Herzen von Dresden;

als Impulsgeber und Bindeglied zwischen etablierten Institutionen der musikalisch

kulturellen Bildung und sozialpädagogischen Einrichtungen in dem Stadtteil agieren und
somit die Interkulturelle Öffnung fördern; dazu erfolgen Aufbau und Ausbau einer
systematischen Zusammenarbeit zwischen den Netzwerken der Migrantinnen und den
im Stadtteil ansässigen Strukturen;

den interkulturellen Dialog auf Augenhöhe zwischen Akteuren - mit und ohne
Migrationsgeschichte - mit dem Ziel der Stärkung von Diversitätskompetenz bei allen
Beteiligten intensiver vorantreiben und einen professionellen Umgang mit sprachlich
kultureller Vielfalt fördern;

einen Beitrag zur gleichberechtigten Teilhabe und Chancengleichheit von jungen
Menschen mit Migrationshintergrund an Bildung, am Arbeitsmarkt, an Kultur und
sozialen Leistungen als Voraussetzung einer gelingenden Integration leisten;
durch interkulturelle Projektarbeit interkulturelle Kompetenzen vermitteln und dadurch
den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen, die andere Wertevorstellungen und
andere Verhaltensweisen haben, erleichtern;

durch interkulturelle Bildung und Erziehung zum positiven Umgang mit der
ausbalancierten Mehrsprachigkeit beitragen da eine gelungene bilinguale Erziehung eine

Brücke zur Integration und zur interkulturellen Öffnung bildet;
Zielgruppen ausweiten; durch Vernetzung neue Zugänge zu verschiedenen Zielgruppen
erschließen;

nachhaltige Qualitätsentwicklung vielfältiger Angebotsfelder mit unterschiedlichen
Beteiligungsformaten erreichen und dazu vielfältige pädagogische Konzepte erproben
und die Rolle des Vereins als Kulturmittler vor Ort stärker ausbauen.
i

4.

Zum Trägerverein Kinder- und Elternzentrum „Kolibri" e.V.

Das Kinder- und Elternzentrum "Kolibri" e. V. hat sich seit seiner Gründung im Mai 2009 zu einem
wichtigen Anlaufpunkt für Migranten und zu einem kompetenten Ansprechpartner für die Förderung
der Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Kompetenz in Dresden entwickelt. Dies schließt eine
Beratungs- und Bildungsfunktion für die Eltern ein. Das Ziel, das dabei verfolgt wird, ist, die Familien
und besonders die Kinder und Jugendlichen in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Seit 2010 ist
das Kinder- und Elternzentrum „Kolibri" e. V. als Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII
anerkannt und wird institutionell vom Amt für Kultur und Denkmalschutz sowie projektbezogen vom
Jugendamt der Landeshauptstadt Dresden gefördert.

Zum Zeltpunkt der Vereinsgründung als Migrantenselbstorganisation nahmen insgesamt 16 Kinder an
den Kursen und Projekten teil. Zum Schulbeginn des vergangenen Jahres zählte der Verein bereits
insgesamt ca. 550 aktive Teilnehmende an einzelnen Angeboten. Weitere ca. 10.000 Besucherinnen
und Besucher werden jährlich in öffentlichen Veranstaltungen (Konzerten, Theateraufführungen,
Stadtteilfesten und sonstigen Darbietungen) erreicht. Durch die Fokussierung der Vereinsarbeit auf
interkulturelle Projekte und das interkulturell geprägte Team werden viele Menschen mit
10

Migrationshintergrund angesprochen und fühlen sich willkommen. Die Ziele des Vereins wurden in
der Gründungssatzung wie folgt beschrieben:

Förderung der interkulturellen Bildung und Erziehung sowie der Völkerverständigung,
Einsatz für die Interessen der Kinder und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund,
Unterstützung der körperlichen, musischen und geistigen Entwicklung von Kindern und
Jugendlichen,

Förderung des mehrsprachigen Spracherwerbs der Kinder.

Um diesen Zielen nachzugehen, wurden verschiedene Bildungsmaßnahmen und Freizeitangebote für
Kinder und Jugendliche und deren Familien organisiert, die sowohl als kontinuierliche Kurse wie auch
als temporäre transkulturelle Projekte angelegt sind. Ausgehend von den genannten Zielen und

Zwecken der Vereinsgründung bilden folgende Handlungsfelder die Grundlage für die Arbeit {Abb. 1:
Handlungsfelder des Kinder- und Elternzentrums „Kolibri" e.V.). Dabei fungiert die Kulturenvielfalt als
übergeordnete Aufgabe der Vereinstätigkeit. Die Programmbereiche greifen wechselseitig
ineinander, durchdringen und beeinflussen sich gegenseitig. Vorrangige Zielgruppen sind:
Kleinkinder, Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 1 und 16 Jahren; die Angebote
richten sich dabei gleichermaßen an Kinder und Jugendliche mit und ohne
Migrationshintergrund,

Eltern; die integrative Arbeit des Vereins richtet sich an die Elterngeneration der
eingewanderten Familien,

Dresdnerinnen und Dresdner aller Altersgruppen; insbesondere die öffentlichen
Veranstaltungen (Auftritte bei städtischen Festivals und Märkten, eigenveranstaltete
Feste und Konzerte) stehen allen Gästen offen,
die Ganztagsangebote richten sich an Dresdner Schülerinnen und Schüler,
Fort- und Weiterbildungsangebote richten sich an pädagogische und sozialpädagogische
Fachkräfte, Eltern und Erwachsene,

bei inklusiven und generationsübergreifenden Vorhaben stehen sozial benachteiligte
Menschen, Senioren sowie Frauen und Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt,
andere Kulturakteure, um Allianzen interkultureller Initiativen für die Kulturelle Bildung

zu bilden und einen Dialog mit verschiedenen Bildungseinrichtungen
Kultursensibillsierung und Vorurteilbewusstheit zu initiieren.

11

zur

Abb. 1: Handlungsfelder des Kinder- und Elternzentrums„Kolibri"e.V.

Kuiturenvielfalt

offener Begegnungsort

Kulturelle Bildung

Austausch, Reflexion, Identitätsentwicklung

Medium: Musik, Kunst,Theater & Sprache

Familien, Eltern, Erwachsene:
Erziehungstraditionen: Kollektivismus vs. Individualismus

Mehrsprachige Kindererziehung
Kultursenslbllität & Vorurtellsbewussthelt

offener Eltern- und Frauentreff;
Sozialpädagoge;
Bildungsseminare;
Freizeitgestaltung; internes
Familiennetzwerk

<

>

Kunstatelier, Veranstaltungen,
Traditionsfeste, Ausstellungen,

Kinder und Jugendliche:

Ganzheitliche Entwicklung & musische Erziehung

Kreativwerkstatt für Senioren

Mehrsprachiges Aufwachsen
Kultursenslbllität & Vorurtellsbewussthelt

Offener Jugendtreff, Sportangebote
Jugendaustausch und -frelzeit, mehrsprachige

Mehrsprachige Bildungsangebote; Kunst;
Plalnair; Theater; Tanz; Musik; interkultur.
Ensemble „KollbrI-Band"; Vokalensemble

Bildungsangebote, Bildungsmaßnahmen,

„Kollbrinka"; Projekt: Faszination Vielfalt

Päd. Fachkräfte und andere Multiplikatoren:
Konstruktivismus In der Pädagogik (offene pädagogische Konzepte; Situationsansatz)
Kultursenslbllität & Vorurtellsbewussthelt

Mehrsprachiges Aufwachsen
Projekt: „Interkulturelles Musikforum,
Sachsen", Fortbildungsangebote
(Erzieher; Russischlehrer, Pädagoge*lnnen

Netzwerk „Gelebte Mehrsprachigkeit"
Projekte: „Vielfalt In Kita", „Interkulturelle
Bildungslandschaft", „The Doors. Die Tür zur

Interkulturellen Öffnung" usw.

m

alle Dresdnerinnen

Kultursenslbllität & Vorurtellsbewussthelt

Mehrsprachiges Aufwachsen

Unsere Räume sind Begegnungsort, In dem
Mehrsprachigkeit und Kulturenvielfalt

sichtbar und erlebbar werden (mehrsprachige
Beschilderungen, Räumlichkelten für
interkulturelle Akteure

Mehrsprachige Bibliothek, mehrsprachige
Lesungen, Ausstellungen,
Veranstaltungen,
Praktlkumselnrichtung für andere
Blldungslnstitutlonen, Inklusive u.
generatlonsübergrelfende Vorhaben etc.

4. Aktuelle Projekte am Kinder- und Elternzentrum „Kolibri" e.V.
Interkulturelles Musikforum Sachsen:^ Das Projekt fördert den Interkulturellen Dialog und Austausch
unter den in Sachsen lebenden Musikerinnen und Musikpädagoginnen verschiedener Kulturen sowie
den Musikinstitutionen, um ihre künstlerisch-pädagogische Arbeit zu unterstützen und für neue
Zielgruppen zugänglich zu machen. Das Modellprojekt soll dazu beitragen, musikalisch-pädagogische
Vermittlungsprozesse im interkulturellen Bereich anzuregen, Einrichtungen der kulturellen Bildung in

ihrer interkulturellen Öffnung und Neu-Orientierung zu unterstützen und somit die Integration der
Vielfalt in unserer Gesellschaft nachhaltig zu fördern.

Interkulturelle Bildungslandschaft 2.0. Zusammenbleiben:^ Das Vorhaben ist ein Folgeprojekt zur
Vernetzung von Kindertageseinrichtungen und Migrantenselbstorganisationen in Dresden und
Umgebung mit dem Ziel des gegenseitigen Kennenlernens und der Organisation eines
Fachaustausches zwischen den KiTas und MSOs über die Chancen einer Zusammenarbeit bei der

Integration. Kooperationspartner im Projekt sind die Landeshauptstadt Dresden, der Ausländerrat
Dresden e.V., die TU Dresden, das Zentrum für Integrationsstudien und das Netzwerk Gelebte
Mehrsprachigkeit.

Vielfalt in Kita: Von Herausforderungen zur Chance^: Das Projekt ist ein Beitrag zur
Auseinandersetzung mit dem Thema Migration in sächsischen Kindertageseinrichtungen. Das
wichtigste Anliegen ist, das teilnehmende Erziehungspersonal dabei zu unterstützen, den Alltag mit
mehrsprachigen Kindern und Eltern erfolgreich zu gestalten.
Faszination Vielfalt - Interkulturelle Bildung im Quartier^: beschäftigt sich mit der Vermittlung von
Grund-, Schlüssel- und Bildungskompetenzen im außerschulischen, informellen Bereich für
Heranwachsende mit und ohne Migrationshintergrund des Stadtteils Friedrichstadt. Durch die
Sensibilisierung der Teilnehmenden, ihren Familienangehörigen und pädagogischen Fachkräften für
interkulturelle Aspekte und gesellschaftliche Diskriminierungstendenzen sollen soziale und
Interkulturelle Kompetenzen gefördert werden. Das Projekt soll nachhaltige interkulturelle

Begegnungssituationen zwischen den Bevölkerungsgruppen des Stadtteils Dresden-Friedrichstadt
schaffen.

The Doors. Die Türen zur interkulturellen Öffnung^: Diesem innovativen Projekt liegt das Ziel zu
Grunde, die Willkommenskultur und die demokratischen zwischenmenschlichen Beziehungen der

Einwohner Dresdens durch die Bewältigung der eigenen stereotypischen Vorstellungen über andere
Kulturen zu stärken. Das Projekt ist an pädagogische Erziehungsfachkräfte, Lehrfachkräfte und
weitere Interessenten gerichtet.

Mobiler interkultureller Jugendclub des ..Kolibri" e.V.^:Ab April 2017 hat bei „Kolibri" ein mobiler
interkultureller Jugendclub seine Arbeit aufgenommen. Damit wird eine Begegnungsstätte für alle
interessierten Jugendlichen in den Stadtteilen Dresdens - Altstadt, Friedrichstadt, Gorbitz und
Johannstadt-angeboten. Hierbei sollen die interkulturellen Kompetenzen der Jugendlichen
gefördert, im vertrauten Kreis unterschiedliche Themen besprochen, kleine Aktivitäten (spielen,
wandern, kochen, tanzen u.a.) und Feste gemeinsam zelebriert werden. Außerdem soll damit ein
Beitrag zur Förderung interkultureller Erziehung geleistet und so gegen die Verbreitung der
rechtspopulistischen Ideologie gewirkt werden.

^ Gefördert durch die FRL „Integrationsprojekte" des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.
^ Gefördert durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Landesprogramms Integrative Maßnahmen.
^ Gefördert durch Sächsisches Staatsministerium für Kultus.

^ Gefördert durch ESF und Landeshauptstadt Dresden, gemäß RL Nachhaltige soziale Stadtentwicklung ESF
2014-2020.

^ Gefördert durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Landesprogramms Weltoffenes Sachsen.
® Gefördert durch das BMAS und Sozialamt der LHSD.
13

MI.

Kosten

1.

Miet- und Betriebskosten für das „Haus für Medienkultur"

Die avisierten Bau- und Planungskosten für das „Haus für Medienkultur" erfordern unter
Berücksichtigung von Fördermitteln aus dem Förderprogramm Stadtumbau Ost eine Bruttokaltmiete
von 7,95 EUR pro m^ Nutzfläche. Die Betriebskosten werden mit 4,00 EUR pro m^ kalkuliert. Die
Mietkosten incl. Betriebskosten für die einzelnen Vereine sind in der nachfolgenden tabellarischen

Übersicht dargestellt. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf ca. 125.000,- € pro Jahr.
Gegenwärtig betragen die Mietkosten der einzelnen beteiligten Vereine an ihren bisherigen
Standorten in der Summe ca. 63.700,- EUR pro Jahr. Damit ergibt sich ein Mehrbedarf für Mietkosten
in Höhe von insgesamt ca. 61.400,- EUR pro Jahr. Davon entfallen - gemäß den bisher für Mieten
aufgebrachten entsprechenden Anteilen der Fördermittelgeber - anteilig 40.000 EUR auf die
Landeshauptstadt Dresden. Der Mehrbedarf für die verbleibenden 20.050 EUR entfällt somit auf

andere Förderer wie das Sächsische Staatsministerium für \A/issenschaft und Kunst, die Sächsische
Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) etc. Die konkrete Aufteilung auf die
einzelnen Fördermittelgeber ist der nachfolgenden tabellarischen Übersicht zu entnehmen.

Übersicht zur geplanten Finanzierung der Miet- und Betriebskosten für das „Haus der
Medienkultur"
SUMME

MKZ

Fläche/m'
EUR/m*
Miete o. BK (pro
Monat)(EUR)

BK/m'(pro Monat)
(EUR)
BK(pro Monat)(EUR)
Miete + BK (pro
Monat)
Gesamt(EUR/Jahr)

Fantasla

Objektiv

DIAF

561,82

106,13

68,77

135,44

7,95

7,95

7,95

7,95

4.466,47

843,73

546,72

1.076,75

4,00

4,00

4,00

4,00

2.247,28

424,52

275,08

541,76

(EUR)
872,16

6.933,67

3.488,64

6.713,75

1.268,25

821,80

1.618,51

10.422,31

80.564,99

15.219,04

9.861,62

19.422,10

125.067,74

49.000,00

4.500,00

6.200,00

4.000,00

63.700,00

31.564,99

10.719,04

3.661,62

15.422,10

61.367,74

aktuelle Miete

(EUR/Jahr)
Mehrbedarf

(EUR/Jahr)

7.000,00

überSMWK
über SMK

1.300,00

über SLM

7.500,00

über Sonstige
über LHD

2.

5.250,00

17.500,00

10.500,00

3.500,00

8.500,00

40.000,00

Mietkosten für die „Villa Interkultur"

Die avisierten Bau- und Planungskosten für die „Villa Interkultur" erfordern unter Berücksichtigung
von Fördermitteln aus dem Förderprogramm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier,,(IVP)
eine Bruttokaltmiete von voraussichtlich 6,00 EUR pro m^ Nutzfläche. Die Betriebskosten werden mit
4,00 EUR pro m^ kalkuliert. Die Mietkosten incl. Betriebskosten sind in der nachfolgenden
labeLU-cvscbÄC. Übersfcfif dargestellt. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf ca. 120.000,- € pro Jahr.
Gegenwärtig betragen die Mietkosten, die das Kinder- und Elternzentrum „Kolibri" e.V. selbst über
14

Veranstaftiingen/Kurse bzw. über Fördeimittelgeber einnimmt 58.492 EUR. Infolgedessen ergibt sich
ein Mehrbedarf für Mlet- und Betriebskosten i.H.v. 61.508 EUR pro Jahr, der durch die
Landeshauptstadt Dresden zu finanzieren wäre.

Zum gegenwartigen Zeitpunkt wird das Kinder- und Eiternzentrum „Kolibri" e.V. durch den
ehrenamtlichen geschäftsführenden Vereinsvorstand vertreten. Das entwickelte Nutzungskonzept
der „Villa Interkultur" sprengt allerdings die Kapazitäten des jetzigen Vorstandes und erfordert
perspektivisch eine professionelle Geschäftsführung, um den vi/achsenden Anforderungen und der
Aufgabenausweitung gerecht zu werden.

Übersicht zur geplanten Finanzierung der Mlet- und Betriebskosten für die „Villa
Interkultur"
Kolibri e.V.

Fläche/m'
EUR/m'(pro Monat)
Miete 0. BK(pro Monat)(EUR)

1000

6,00
6000

4,00

BK/m'(pro Monat)(EUR)

4000

BK(pro Monat)(EUR)
Miete* BK(pro Monat)(EUR)

10000
120.000

Gesamt(EUR/Jahr)

Aktuelle Miete (Inkl. BK)für 628 m>
58.492

(inkl.59 m* Lager)(EUR/Jahr)
Mehrbedarf

61.508

über LHD (EUR/Jahr)

3. Zusammenfassung

Die Umnutzung bzw. der Ausbau von zwei Gebäuden zu Standorten für Vereine des Film- und
Medienbereiches, der kulturellen Bildung und der interkulturellen Arbelt auf dem Gelände des
Kraftwerkes Mitte birgt erhebliche Potenziale zur nachhaltigen Verbesserung der Kulturarbelt in
Dresden. Dazu gehören neben der quantitativen Ausweitung der nutzbaren Flächen Synergieeffekte
durch verbesserte Kooperationsmöglichkelten einerseits auf dem Kraftwerksgelände sowie

anderseits infolge der räumlichen Nähe und durch die gemeinsame Nutzung von technischen und
räumlichen Ressourcen durch die Kulturinstitutionen innerhalb der beiden Häuser ebenso wie die
erhebliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterteams.

Alles in allem entstehen durch den Umzug der o.g. Vereine ab 2021 Mehrkosten i.H.v. 101.508 EUR
pro Jahr für die Landeshauptstadt Dresden.

15

Landeshauptstadt Dresden
Geschäftsbereich Kultur und Tourismus
Herrn Dr. Klein

Landeshauptstadt Dresden
Kinder- und Jugendbeauftragte
GZ:
Bearbeiterin:
Telefon:
Sitz:
E-Mail:

KINDJB
Lietzmann
(0351) 4 88 21 50
Dr.-Külz-Ring 19
kinderbeauftragte@dresden.de

Datum:

07.01.2020

Vorlage für die Dienstberatung des Oberbürgermeisters
Fortführung von Projekten und Strategien aus der Bewerbung „Kulturhauptstadt Europas 2015“, V0193/19

Sehr geehrter Dr. Klein,
ich lehne die Vorlage in Punkt 2d ab:
Die Beauftragten sind laut Sächsischer Gemeindeordnung § 64 in der Ausübung ihrer Tätigkeit unabhängig und
weisungsfrei. Folglich ist die Erteilung des unter Punkt 2d beschriebenen Auftrags rein formal nicht möglich.
Die Entwicklung von Beteiligungskonzepten und – projekten für Kinder und Jugendliche für alle Lebensbereiche ist
eine zentrale Aufgabe der Kinder- und Jugendbeauftragten. Dies schließt auch den Bereich der Kultur mit ein.
Für die Erarbeitung eines separaten Konzepts im Bereich Kultur sowie dessen Umsetzung fehlen meinem Bereich
allerdings die Ressourcen.
Eine Fortsetzung der erfolgreich praktizierten Partizipationsmodelle sollte gewährleistet werden. Dementsprechend
sollte mit potentiellen Kooperationspartnern (z.B. Kinder- und Jugendbüro) eine entsprechende Strategie entwickelt
werden.

Mit freundlichen Grüßen

Anke Lietzmann
Kinder- und Jugendbeauftragte